Rank, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rank(e)s · Nominativ Plural: Ränke
Aussprache 
eWDG

Bedeutung

süddeutsch, schweizerisch Wegkrümmung
Beispiel:
bis er endlich aufatmend vom nächsten Rank ins Dorf hinunter blickte [ FedererPapst545]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ränke · Rank · Ränkeschmied
Ränke Plur. ‘hinterhältige Anschläge, Listen, Machenschaften, Intrigen’. Das seit frühnhd. Zeit vornehmlich pluralisch verwendete Substandtiv gehört zu dem heute noch mundartlich gebräuchlichen Singular Rank m. ‘(plötzliche, unvermutete) Wendung, Drehung, List, heimtückische Handlung’, obd. auch ‘Wegkrümmung, Biegung, Kurve’. Vorauf geht mhd. ranc ‘schnelle drehende Bewegung’, das mit mnd. wrank ‘Händeringen, Kampf, Streit’, nl. (im 16. Jh. aus dem Nhd.) rank ‘Schlauheit, Grille, Laune’, aengl. wrenc ‘List, Kniff, Betrug, Melodie, Gesang’ zu der unter renken und wringen (s. d.) aufgeführten Wortgruppe gehört. Der Singular Rank begegnet vom 16. bis 18. Jh. in der Wendung jmdm. den Rank ablaufen (heute jmdm. den Rang ablaufen) ‘jmdn. überflügeln, übertreffen’, eigentlich ‘jmdm. die Wegkrümmung abschneiden, um ihm zuvorzukommen’. In dem Maße, wie die ursprüngliche Bedeutung verblaßt, wird die Wendung als zu (im 17. Jh. aus dem Frz. übernommenem) Rang (s. d.) gehörig empfunden. In der Schweiz bedeutet Rank ‘Wegbiegung, Kurve’ und ‘Kniff, Trick’, vgl. den (rechten) Rank finden ‘einen geeigneten Weg, eine geschickte Lösung finden, sich zu helfen wissen’. Ränkeschmied m. ‘wer Ränke schmiedet, heimtückischer, hinterhältiger Mensch, Intrigant’ (um 1800).

Typische Verbindungen zu ›Rank‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rank‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rank‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dass es allerdings auch keine ausgedruckten Informationen geben wird, das klingt für Rank geradezu absurd.
Süddeutsche Zeitung, 15.02.2000
Neun Jahre konnte er sich halten, dann zwangen russische Ränke ihn ins Exil.
Bild, 31.03.1999
Er charakterisiert die Mängel, die vor allem in seinen Augen den beiden ersten Richtungen anhaften, viel weniger der Art Rankes.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1927, S. 150
Er verteidigt seine Unmittelbarkeit gegen die Welt der Vermittlungen, der Ränke, Pläne, Strategien.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 619
Der kontemplativen Art Rankes abgeneigt, stellte er auch die Geschichtsschreibung unter das bekenntnishafte Zeichen politischer Wertgebung.
Kupisch, K.: Treitschke. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 43699
Zitationshilfe
„Rank“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rank>, abgerufen am 22.09.2021.

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