Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rappel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rappels · Nominativ Plural: Rappel
Aussprache 
Worttrennung Rap-pel (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Rappel‹ als Erstglied: Rappelkopf
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend Anfall von leichter Verrücktheit, verrückte Laune, verrückter Einfall, Klaps
Beispiele:
er bekam einen Rappel
du hast wohl einen Rappel?
er hat zuweilen seinen Rappel, den man nicht ernst nehmen darf
die Mädchen aus den Dörfern hatten den Rappel gekriegt, trugen nichts Handgesponnenes und Handgewebtes mehr, sondern Fabrikware [ WelkGrambauer127]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rappeln · aufrappeln · Rappel · rappelig · Rappelkopf · rappelköpfig · rappelköpfisch
rappeln Vb. ‘klappern, rasseln’ (17. Jh.), reflexiv ‘sich (mühsam) bewegen, sich aufraffen’ (18. Jh.) vereint in sich wohl einerseits lautnachahmendes, mit iterativem l-Suffix und Konsonantengemination gebildetes nd. rappeln ‘rasseln, klappern’ (vgl. entsprechendes mhd. raffeln ‘lärmen, klappern, schelten’ sowie engl. to rap ‘klopfen’) und andererseits zu mnd. rāpen ‘raffen’, md. rappen ‘gewaltsam an sich reißen’ (16. Jh.) gebildetes nd. rappeln ‘sich aufraffen, bewegen, an sich reißen’ (s. raffen). Aus ‘lärmen’ entwickelt sich die Bedeutung ‘nicht recht bei Verstande, verrückt sein’ (18. Jh., doch wohl älter, s. unten rappelig, rappelköpfig); vgl. es rappelt bei jmdm. aufrappeln Vb. reflexiv ‘sich aufraffen’ (18. Jh.). Rappel m. ‘Verrücktheit, plötzlich aufsteigender Zorn’ (19. Jh.); älter mundartlich Rappel f. ‘Klapper, Flachsraufe’. rappelig Adj. ‘verrückt, nervös, unruhig’ (17. Jh.). Rappelkopf m. ‘eigensinniger, störrischer, zum Jähzorn neigender Mensch’, rappelköpfig Adj. ‘eigensinnig, störrisch, jähzornig’ und gleichbed. rappelköpfisch Adj. (alle 17. Jh.); vielleicht aus der Sprache der Pferdezüchter, wo rappelköpfisch ‘am Koller leidend’ neben kollerig gebraucht wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anfall · Wutausbruch  ●  (seine) dollen (oder: dullen) fünf Minuten (haben)  ugs. · Koller  ugs. · Rappel  ugs.
Synonymgruppe
Anfall · Fimmel · Rappel
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Rappel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rappel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rappel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das schrille Rappeln eines Weckers ist nicht gerade dazu angetan, den Morgen zu versüßen. [Bild, 11.04.1998]
Ich dachte, ich bekomme sofort einen Rappel und kriege Heimweh. [Süddeutsche Zeitung, 17.07.1995]
Im dunklen Bogen hallt die Stimme wider, begleitet von einem dünnen Rappeln. [Die Zeit, 14.03.1986, Nr. 11]
Sie sei selbst dann noch glücklich, wenn er seinen "Rappel" kriege und rund um die Uhr an seinen Militärmaschinen sitze. [Der Tagesspiegel, 18.11.1999]
Dort findet sich unter den Test‑Effekten auch das Rappeln einer Kettensäge. [C't, 1997, Nr. 12]
Zitationshilfe
„Rappel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rappel>.

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