Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rasanz, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung Ra-sanz (computergeneriert)
Grundformrasant
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich
a)
Staunen erregende Schnelligkeit
b)
selten rasantes Aussehen; Schnittigkeit
c)
erstaunliche Schnelligkeit, mit der etw. vor sich geht, sich entwickelt
d)
durch Schnelligkeit, Schwung, Spannung o. Ä. bewirkte Faszination, Großartigkeit o. Ä. einer Sache
e)
selten rasante Art, rasantes Aussehen
2.
Ballistik
a)
rasanter Verlauf einer Flugbahn
b)
rasanter Flug eines Objekts
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rasant · Rasanz
rasant Adj. ‘flach, annähernd horizontal verlaufend, gestreckt’ (von der Flugbahn eines Geschosses), übernommen (vereinzelt im 18. Jh., häufiger seit dem 19. Jh.) von frz. rasant ‘den Erdboden streifend, niedrig, flach’, Part.adj. von frz. raser ‘scheren, rasieren’ in dessen übertragener Bedeutung ‘darüber hinstreichen, streifen, schleifen’ (zur Herkunft s. rasieren). rasant begegnet zunächst in der heute nicht mehr üblichen Bedeutung ‘längs einer Fläche, flach über etw. hinstreichend’, vgl. rasante Linie ‘Schußlinie einer Kanone, mit der die gesamte Angriffsfläche eines Befestigungswalles bestrichen werden kann’, wird im 19. Jh. im Sinne von ‘gestreckt, flachbahnig’ (von Geschossen) zum Fachwort der Ballistik und steht Anfang des 20. Jhs. in der Sportsprache für ‘flach geschossen’ (bei Ballspielen). In der Alltagssprache entwickelt rasant im frühen 20. Jh. in volksetymologischer Anlehnung an das Verb rasen die Bedeutung ‘rasend, schnell, schnittig’, übertragen ‘sprunghaft, stürmisch’ und wird in neuerer Zeit zum Modewort für ‘aufregend, spannend, großartig, sportlich, attraktiv’. – Rasanz f. ‘flacher Verlauf, Gestrecktheit der Flugbahn eines Geschosses’ (Ende 19. Jh.), ‘große Schnelligkeit, hohe Geschwindigkeit, Spannung, Großartigkeit’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Eile · Eilfertigkeit · Hast · Hastigkeit · Hektik · Rasanz · hektisches Gebaren · Überstürzung · überstürztes Vorgehen  ●  (in) Windeseile  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Rasanz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für etwas mehr Geld war auch mehr Rasanz beim Spielen zu haben. [C’t, 1997, Nr. 12]
Hier haben vier talentierte junge Musiker die surrealen Erwartungen, die seit einem Jahr auf ihnen lasten, in brachiale Rasanz aufgelöst. [Die Zeit, 03.04.2007, Nr. 15]
Seine Visionen haben dichterische Rasanz, aber sie vereinfachen die menschlichen Probleme nicht. [Die Zeit, 19.09.1969, Nr. 38]
Doch ist es eine Rasanz ohne Ziel und ohne Steuerung. [Die Zeit, 23.02.2009, Nr. 08]
Was an dem jungen Ensemble besticht, ist die strenge Zucht, der am japanischen Theater inspirierte Stil, die Härte und Rasanz des Ausdrucks. [Die Zeit, 03.04.1970, Nr. 14]
Zitationshilfe
„Rasanz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rasanz>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Rarum
Raritätensammlung
Raritätensammler
Raritätenkasten
Raritätenkammer
Raschelmaschine
Raschelware
Raschheit
Raschlebigkeit
Rasen