Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rasen, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rasens · Nominativ Plural: Rasen
Aussprache  [ˈʀaːzn̩]
Worttrennung Ra-sen
eWDG

Bedeutung

durch regelmäßigen Schnitt kurzgehaltene, dichte, teppichartige Grasfläche, besonders in Gärten, Parks, auf Sportplätzen
Beispiele:
ein gepflegter, kurzgeschorener, verfilzter, englischer Rasen
einen Rasen anlegen
den Rasen mähen, schneiden, pflegen, sprengen
den Rasen niedertreten, zertrampeln
über den Rasen laufen
saloppüber den Rasen latschen
auf dem Rasen spielen
wir setzten, legten uns auf den Rasen
das Spiel wurde auf nassem Rasen ausgetragen
bildlich
Beispiele:
gehoben, verhüllendihn deckt schon längst der kühle Rasen, er liegt schon lange unter dem grünen Rasen (= er ist schon lange tot)
gehoben, verhüllenddiese Krankheit hätte ihn beinahe unter den Rasen gebracht (= an dieser Krankheit wäre er beinahe gestorben)
scherzhaft, verhüllendsich [Dativ] den Rasen von unten ansehen (= gestorben sein, im Grabe liegen)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rasen m. ‘gepflegte Grasfläche’. Die Herkunft des nur auf das dt. Sprachgebiet beschränkten Wortes ist nicht geklärt. Mhd. rase, frühnhd. rasen (15. Jh.) ist vielleicht eine Form (mit aussprachebedingter Vereinfachung des Anlauts) von mnd. wrase ‘Rasen’, vgl. (mit mundartlicher Entwicklung des Anlauts) götting. Brāsen, Vrāsen, niederhess. Frāsen. Im Obd. gilt dafür nicht verwandtes Wasen (ahd. waso, mhd. wase, s. Wrasen). Rasen ist zunächst nur im Omd. üblich, gewinnt jedoch seit dem 16. Jh. an Verbreitung. Auslautendes -n entstammt den obliquen Kasus des anfangs schwach flektierenden Substantivs.

rasen · Raserei
rasen Vb. ‘wütend sein, toben, ungestüm laufen, schnell fahren’, ahd. girāsēn (?, 9. Jh.), mhd. (selten, vorwiegend md.) rāsen ‘toll sein, toben’, mnd. mnl. rāsen, nl. razen ‘toll sein, toben, wüten’, aengl. rǣsan ‘stürzen, eilen, angreifen, losstürmen’, anord. rāsa ‘vorwärtsstürzen, ungestüm vorgehen’, schwed. rasa ‘toben, wüten’ (westgerm. *rēsōn) und (ablautend) anord. schwed. rasa ‘gleiten, (ein)stürzen’ sind abgeleitet von mnd. rās ‘heftige Strömung’, aengl. rǣs ‘Lauf, Sprung, Ansturm, Angriff’, anord. rās ‘Lauf, Fahrt, Sturz, Öffnung’ (daraus entlehnt engl. race ‘Wettlaufen, -rennen’) sowie anord. ras ‘Eile, Hast’, schwed. ras ‘(Ein)sturz, (Erd)rutsch, Ausgelassenheit’. Außergerm. vergleichen sich (zu ie. *rōsā́ ‘Schwung, Wurf’) griech. erōé͞in (ἐρωεῖν) ‘schnell laufen, hervorströmen, fließen, strömen’, erōḗ (ἐρωή) ‘Schwung, Wucht, Andrang, Wurf’, lat. rōrāriī (Plur.) ‘junge, leicht (mit Schleudern) bewaffnete Soldaten’ (als Plänklertruppe), so daß an ie. *er(ə)s-, *rē̌s- ‘fließen, aufgebracht sein, erregt sein’ (s. irr, Auerhahn) angeknüpft werden kann, wohl eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *er-, *or-, *r- ‘sich in Bewegung setzen, erregen, in die Höhe bringen (auch von Bewegungen nach abwärts)’ (wozu auch Reise, rinnen, rennen, rieseln, s. d.). Zu Beginn der nhd. Zeit sind die Bedeutungen eines irrsinnigen Gebarens und einer übergroßen Geschwindigkeit voll ausgebildet. Das Part. Präs. rasend wird seit dem 18. Jh. in dem steigernden, auch übertreibenden Sinne von ‘in hohem Maße’ gebraucht. Raserei f. ‘Tobsucht’. mhd. rāserīe; in neuester Zeit auch ‘unsinnig schnelles Fahren’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Rasen · Rasenplatz
Synonymgruppe
Grün · Grünfläche · Grünland · Matte · Rasen · Rasenfläche · Weide  ●  Bleiche  regional, veraltet · Wiese  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Fußballplatz  ●  Bolzplatz  ugs. · Rasen  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Rasen‹ (berechnet)

Olympiastadion Ruhrstadion St.-jakob-parks Volksparkstadion Waldstadion Weserstadions Westfalenstadion aufgeweicht bespielbar betreten gemäht gepflegt geschnitten geschoren gestutzt grün heilig holprig kurzgeschoren mähen naß ramponiert rutschig sattgrün schneefrei stürmen unbespielbar verlegt übersäen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rasen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rasen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch auf dem Rasen, der noch trocken ist, sieht man keine Kinder. [Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 81]
Wir laufen auf eine Villa zu, über hellgiftgrünen Rasen zum Rhein hinab. [Delius, Friedrich Christian: Ein Held der inneren Sicherheit, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1981, S. 9]
Es gibt keinen Weg, also laufen wir quer über den englischen Rasen zu dem Park. [Die Zeit, 30.03.2000, Nr. 14]
Um die Kinder zu belehren, sei sie selber auf den Rasen gegangen. [Die Zeit, 04.02.1999, Nr. 6]
Im Garten war nur undeutlich glänzend Vegetation zu erkennen, auf den Rasen fiel schwach das Licht. [Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 71]
Zitationshilfe
„Rasen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rasen>.

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