Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rasselbande, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rasselbande · Nominativ Plural: Rasselbanden · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [ˈʀasl̩ˌbandə]
Worttrennung Ras-sel-ban-de
Wortzerlegung rasseln Bande1
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, scherzhaft lärmende, übermütige, zu gemeinsamen Streichen aufgelegte Schar von Kindern
Beispiel:
wo mag die Rasselbande nur wieder stecken?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rasseln · Rassel · Rasselbande
rasseln Vb. ‘klappern, rattern, ein Geräusch von sich geben (mit aneinanderschlagenden Ketten, mit Lärminstrumenten)’, mhd. raʒʒeln ‘toben, lärmen’ ist Iterativum zu gleichbed. mhd. raʒʒen, frühnhd. rassen (bis Ende 16. Jh.). Für rasseln kann in frühnhd. Zeit semantischer Einfluß von mnd. rettelen ‘klappern, rattern’ angenomen werden. Allgemein verbindet man diese Verben mit aengl. hratian ‘eilen’, anord. hrata ‘fallen, stürzen, schwanken, eilen’ und schließt sie mit verwandtem Scherz (s. d.) an eine Dentalerweiterung ie. *(s)kerd-, *(s)kred- der dort genannten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’, eigentlich ‘(sich) drehend bewegen, schwingen’ an. Angesichts der semantischen Differenzen scheint es jedoch möglich, nhd. rasseln, mnd. rettelen, nd. rateln, nl. ratelen, engl. to rattle ebenso wie rattern (s. d.) als lautmalende Bildungen von den zuvor genannten Formen abzutrennen. Rassel f. ‘Knarre, Klapper’ (16. Jh.), ehemals ein Gerät der Nachtwächter, um ihr Nahen anzukündigen. Rassel ist ein vorwiegend westd. und südd. Wort gegenüber nordd. md. Knarre (s. d.) und bair.-öst. Ratsche. Rasselbande f. ‘lärmende, zu gemeinsamen Streichen aufgelegte Schar übermütiger Kinder’ (19. Jh.), obsächs. ‘unbändige, lärmende Gesellschaft’, md. auch ‘liederliches Volk’.

Thesaurus

Synonymgruppe
kleine Racker  ●  Rasselbande  veraltend, Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Kinderschar · Rasselbande
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Rasselbande‹ (berechnet)

dortmunder rodgauer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rasselbande‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rasselbande‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie ist nicht gerade leicht, wenn man sich vergegenwärtigt, was es heißt, eine quirlige Rasselbande zu hüten. [Die Zeit, 02.08.1963, Nr. 31]
Es ist nicht leicht, mit einer Rasselbande Kunst zu machen. [Süddeutsche Zeitung, 26.07.2003]
Er wußte nicht, wie das würde, unter die Rasselbande zu gehen. [Süddeutsche Zeitung, 24.07.1997]
Die "Rasselbande" (Rahn) galoppiert schnaubend davon und wirbelt mächtig Staub auf. [Süddeutsche Zeitung, 05.09.2003]
Andererseits gilt es, sich auch in künftigen und womöglich schwierigeren Zeiten zu den Risiken der "Rasselbande" zu bekennen. [Süddeutsche Zeitung, 30.07.2001]
Zitationshilfe
„Rasselbande“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rasselbande>.

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