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Rassenfrage, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rassenfrage · Nominativ Plural: Rassenfragen
Aussprache  [ˈʀasn̩ˌfʀaːgə]
Worttrennung Ras-sen-fra-ge
Wortzerlegung Rasse Frage
Wahrig und ZDL

Bedeutung

Die Anwendung des Begriffes Rasse (2) zur Klassifizierung von Menschen nach bestimmten äußerlichen Merkmalen wird in jüngster Zeit teilweise als unangemessen empfunden, vor allem wenn der Verdacht besteht, dass damit eine allgemeine Vorstellung von der Höher- oder Geringerwertigkeit bestimmter Gruppen von Menschen verbunden ist.
a)
Politik Gesamtheit der politischen und gesellschaftlichen Konflikte, die sich aus dem Zusammenleben von Menschen verschiedener Ethnien in einem Staat ergeben können
Beispiele:
Als es in den 1960er‑Jahren wieder um die Rassenfrage und die Gleichstellung von Schwarzen und Weißen ging, drehte sich das politische Karussell langsam wieder in die andere Richtung [die der Republikaner]. [Rhein-Zeitung, 28.09.2012]
Die jüngste Aufruhr über eine Bemerkung Bidens [des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten] zeigt, dass Rassenfragen mehr als 150 Jahre nach dem Ende der Sklaverei weiter ein Minenfeld in der amerikanischen Politik sind. [Die Welt, 26.05.2020]
Die meisten südasiatischen Staaten sind bis heute mehr oder weniger stark in bilaterale Streitigkeiten über Grenzen, Territorien, Rassenfragen, Einwanderer, politische und wirtschaftliche Interessen sowie Rüstungsfragen verstrickt. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1985]]
Die Regierungen dreier Länder, die vor kurzem die südafrikanische Apartheidspolitik kritisiert haben, wurden jetzt selber wegen ihrer Einstellung zur Rassenfrage kritisiert. [Zeitspiegel – Die Zeit, 28.04.1961, aufgerufen am 03.02.2021]
b)
nazistisch Auffassung, dass Menschen jüdischer Herkunft minderwertig im Vergleich zu den sogenannten Ariern (2) seien, was als Begründung zu ihrer Diskriminierung, Verfolgung und massenhaften Tötung während der Diktatur des Nationalsozialismus diente
Beispiele:
Durch Erlaß des Reichsinnenministers bleibt der Übertritt von Juden zum Christentum für die Rassenfrage ohne Bedeutung. [[o. A.]: 1936. In: Overresch, Manfred / Saal, Friedrich Wilhelm (Hg.): Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918–1949. Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 7552]
Als auf dem Parteitag der NSDAP die Nürnberger Gesetze verabschiedet wurden, die den Juden die Bürgerrechte nahmen, meldete die SZ am 16. September 1935, dass mit der gesetzmäßigen Verankerung der Rassenreinheit »die Rassenfrage gelöst« sei. [Saarbrücker Zeitung, 01.06.2011]
Der Angeklagte kommt auf die Rassenfrage zu sprechen, und ich werde diese Gelegenheit ergreifen, auf die sogenannte Judenfrage zu sprechen zu kommen, als Ausgangspunkt dieser Frage. [[o. A.]: Einhundertachter Tag. Montag, 15. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß. Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1947], S. 13813]

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Typische Verbindungen zu ›Rassenfrage‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rassenfrage‹.

Zitationshilfe
„Rassenfrage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rassenfrage>.

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