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Rassenkampf, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rassenkampf(e)s · Nominativ Plural: Rassenkämpfe
Aussprache  [ˈʀasn̩ˌkampf]
Worttrennung Ras-sen-kampf
Wortzerlegung Rasse Kampf
Wahrig und ZDL

Bedeutung

Die Anwendung des Begriffes Rasse (2) zur Klassifizierung von Menschen nach bestimmten äußerlichen Merkmalen wird in jüngster Zeit teilweise als unangemessen empfunden, vor allem wenn der Verdacht besteht, dass damit eine allgemeine Vorstellung von der Höher- oder Geringerwertigkeit bestimmter Gruppen von Menschen verbunden ist.
a)
Politik Reihe gewalttätiger Konflikte zwischen Angehörigen verschiedener Ethnien (aufgrund der Diskriminierung, Ungleichbehandlung o. Ä. bestimmter Gruppen)
Beispiele:
Nach den Klassenkämpfen (Marxismus) und Rassenkämpfen (Nationalsozialismus, Faschismus) im letzten Jahrhundert sind es nun die Religionskämpfe, von deren Notwendigkeit ihre Verfechter uns überzeugen wollen. [Die Welt, 18.03.2017]
In der amerikanischen Geschichte gibt es ungefähr alle 20 bis 25 Jahre Rassenkämpfe. [Die Welt, 13.03.2017]
London, das hatten die Krawalle vor zwei Jahren gezeigt, kann ein Pulverfass sein, und Rassenkämpfe hatte es zuvor in anderen Städten gegeben. [Südkurier, 24.05.2013]
Nicht der gefürchtete Rassenkampf Schwarzer gegen Weiße, sondern ein blutiger Bürgerkrieg zwischen Schwarzen gefährdet den Staat [Südafrika]. [Die Zeit, 05.10.1990]
Das jüngste Kapitel der Boxgeschichte ist allein von Schwarzen geschrieben worden, allen voran von Muhammad Ali. Doch obwohl Schwarz gegen Schwarz steht, steckt immer noch Rassenkampf im Boxkampf. Der freie Schwarze, wie Muhammad Ali sich fühlt, kämpfte gegen »Onkel Tom« Frazier, den Schwarzen, der sich vom Weißen gängeln läßt. [Ein schwarzer Löwe zu Füßen des weißen Jägers, 19.03.1971 , aufgerufen am 12.02.2021]
b)
besonders nazistisch Auffassung, dass das Leben ein naturgesetzlicher Kampf zwischen Gruppen unterschiedlicher Abstammung sei (was unter anderem als Begründung zur Diskriminierung, massenhaften Verfolgung und Tötung von jüdischen Menschen während der Diktatur des Nationalsozialismus diente)
Beispiele:
Darwin hatte das Leben als »Überlebenskampf« definiert und Hitler sah diesen Kampf größtenteils als einen Rassenkampf. [Wirbelsturm auf dem Schrottplatz, 02.12.2008, aufgerufen am 12.02.2021]
So analysierte der Wissenschaftsdienst der Bundeswehr sehr klar, dass der Text den Autor […] als Anhänger »rassistischer Denkweisen« ausweise, in der Arbeit propagiere er den »Mythos des Rassenkampfs«. [Der Spiegel, 02.05.2017 (online)]
André E. ist der Mitbegründer einer rassistischen Organisation, der »Weißen Bruderschaft Erzgebirge«, die den Rassenkampf propagiert und ein weißes Deutschland in einem weißen Europa will. [Süddeutsche Zeitung, 11.07.2014]
Ist es denn wirklich statthaft, den Marx’schen Satz, es sei die Geschichte eine Geschichte von Klassenkämpfen in einem Arbeitsgang abzufertigen mit Hitlers Vorstellung, es seien Rassenkämpfe, die das historische Geschehen bestimmen? [Die Zeit, 16.06.1978]
Auf der Annahme eines solchen, »naturgesetzlichen ewigen Kampfes der Gruppen« beruhte die von Gumplowicz begründete Lehre von der Staatsentstehung durch Rassenkampf […]. [Heller, Hermann: Staatslehre. Leiden: Sijthoff 1934, S. 150]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Rassenkampf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rassenkampf>.

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