Rassentrennung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rassentrennung · Nominativ Plural: Rassentrennungen · wird selten im Plural verwendet
Aussprache  [ˈʀasn̩ˌtʀɛnʊŋ]
Worttrennung Ras-sen-tren-nung
Wortzerlegung Rasse Trennung
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

auf Rassismus (1) beruhende Politik der Trennung der Lebensbereiche von Angehörigen verschiedener als Rasse (2) bezeichneter Großgruppen von Menschen
siehe auch Segregation (a)
Die Anwendung des Begriffes Rasse (2) auf Großgruppen von Menschen wird in jüngster Zeit teilweise als unangemessen empfunden, vor allem wenn der Verdacht besteht, dass damit eine allgemeine Vorstellung von der Höher- oder Geringerwertigkeit bestimmter Gruppen von Menschen aufgrund gewisser körperlich-biologischer oder ethnischer Merkmale verbunden ist.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine strikte, strenge, gesetzliche, institutionalisierte Rassentrennung
als Akkusativobjekt: die Rassentrennung aufheben, aufrechterhalten
in Präpositionalgruppe/-objekt: der Kampf, Protest gegen die Rassentrennung
als Genitivattribut: das Ende, die Abschaffung der Rassentrennung
in Koordination: Rassentrennung und Diskriminierung, Armut, Sklaverei
Beispiele:
Zu diesem Zeitpunkt [Anfang der 1960er Jahre] war Rassentrennung im Süden [der USA] und Diskriminierung fast überall im Lande die gesellschaftliche Normalität. Farbige Amerikaner mussten im Süden in eigenen Sektionen der Restaurants essen, ihre Kinder eigene Schulen besuchen, und die öffentlichen Trinkwasserspender waren gekennzeichnet mit »weiss« oder »farbig«. [Neue Zürcher Zeitung, 02.11.2008]
Noch nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Demokraten gleichzeitig die Partei des sozialen Fortschritts und der Rassentrennung in Alabama, Arkansas und Louisiana. Das änderte sich freilich dramatisch, als die schwarze Bürgerrechtsbewegung siegte und der demokratische Präsident Lyndon B. Johnson anno 1964 den »Civil Rights Act« unterschrieb. [Die Welt, 19.08.2019]
Im Südafrika der Apartheid herrscht strenge Rassentrennung, die Grenze verläuft hier nicht durchs Land, sondern durch die Institutionen, Behörden und den gesamten Alltag. [Süddeutsche Zeitung, 19.10.2018]
Vor allem Afroamerikaner sahen es als Heuchelei an, gegen die Diskriminierung von Juden in Deutschland zu protestieren, während Rassentrennung in den USA zum Alltag gehörte. [Der Spiegel, 25.05.2015 (online)]
Die Probleme Südafrikas sind in Kapstadt nicht zu übersehen. Die Rassentrennung ist abgeschafft, aber die Folgen sind längst nicht überwunden. Zwölf Prozent der Bevölkerung Südafrikas sind Analphabeten, in den Townships leben Hunderttausende in Elendshütten, es gibt 2,5 Millionen Waisenkinder im Land. [Der Spiegel, 28.06.2010]
[Der südafrikanische Präsident] De Klerk wiederholte seine Zusage, daß Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen wie Bussen und Freibädern noch dieses Jahr abgeschafft werden soll. [die tageszeitung, 21.04.1990]
Keine Rassentrennungen kennt die olympische Idee. Jeder Sportler – gleich welcher Hautfarbe oder Nation – kann als gleichberechtigter Wettkämpfer an den Olympischen Spielen teilnehmen. [Berliner Zeitung, 23.08.1960] ungewöhnl. Pl.

letzte Änderung:

Thesaurus

Geschichte, Politik
Synonymgruppe
Rassentrennung  ●  Apartheid  Afrikaans
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Rassentrennung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rassentrennung‹.

Zitationshilfe
„Rassentrennung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rassentrennung>.

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