Ratifikation, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ratifikation · Nominativ Plural: Ratifikationen
Aussprache
WorttrennungRa-ti-fi-ka-ti-on (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Ratifikation‹ als Erstglied: ↗Ratifikationsurkunde
eWDG, 1974

Bedeutung

Politik, Jura rechtskräftige Bestätigung eines Staatsvertrages durch das jeweils zuständige Staatsorgan
Beispiel:
die Ratifikation eines Abkommens
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ratifizieren · Ratifikation · Ratifizierung
ratifizieren Vb. ‘bekräftigen, gutheißen, (schriftlich) beglaubigen, genehmigen’ (Ende 15. Jh.), besonders einen Vertrag, ein Staatsabkommen ‘gesetzlich anerkennen, rechtskräftig bestätigen’ (17. Jh.), entlehnt aus mlat. ratificare ‘genehmigen, bestätigen’; zu lat. ratus ‘berechnet, gültig, rechtskräftig’ (s. ↗Rate) und lat. facere ‘machen, tun’. Ratifikation f. ‘Bekräftigung, Billigung, (schriftliche) Beglaubigung, rechtskräftige Bestätigung, Anerkennung’, entlehnt (Mitte 16. Jh.) aus mlat. ratificatio (Genitiv ratificationis) ‘Genehmigung, Bestätigung’. Ratifizierung f. (vereinzelt Ende 18. Jh., häufiger im 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bestätigung · ↗Inkraftsetzung · Ratifikation · ↗Ratifizierung
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abkommen Beitritt Beitrittsvertrag EG-Vertrag EU-Verfassung Friedensvertrag Inkrafttreten Konvention Kyoto-Protokoll Mitgliedstaat Ostenvertrag Parlament Protokoll Signatarstaat Unterzeichnung Verfassung Verfassungsvertrag Verschiebung Vertrag Vertragswerk ausstehen baldig bedürfen erfolgen erfolgt unterbreiten unterliegen verzögern zuleiten Übereinkommen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ratifikation‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So sollen selbst kleinste Änderungen an der künftigen Verfassung abhängig bleiben von einer Ratifikation aller nationalen Parlamente.
Süddeutsche Zeitung, 10.12.2003
Auf keinen Fall denke seine Regierung an eine Ratifikation des Abkommens.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1984]
Ein solches Vorgehen würde es ermöglichen, den Grenzvertrag innerhalb kürzester Zeit nach der Vereinigung zu unterzeichnen und dem gesamtdeutschen Parlament zur Ratifikation zuzuleiten.
Nr. 349: Schreiben Kohl an Mazowiecki vom 13. Juli 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 3901
Klar sei allerdings, daß völkerrechtliche Verbindlichkeit nur durch die Ratifikation durch ein gesamtdeutsches Parlament hergestellt werden könne.
Nr. 218: Telefongespräch Kohl mit Mitterrand vom 14. März 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 28859
Dieser Vertrag bedarf der Ratifikation und tritt am Tage des Austausches der Ratifikationsurkunden in Kraft.
Nr. 145A: Entwurf eines Vertrages zwischen der DDR und der Bundesrepublik vom 25. Januar 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 24434
Zitationshilfe
„Ratifikation“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ratifikation>, abgerufen am 12.12.2019.

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