Ration, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ration · Nominativ Plural: Rationen
Aussprache 
Worttrennung Ra-ti-on (computergeneriert)
Herkunft Latein
Wortbildung  mit ›Ration‹ als Letztglied: ↗Brotration · ↗Extraration · ↗Fettration · ↗Fleischration · ↗Futterration · ↗Lebensmittelration · ↗Sonderration · ↗Tagesration
Mehrwortausdrücke eiserne Ration
eWDG, 1974

Bedeutung

besonders in Notzeiten (täglich) zugeteiltes Maß an Lebensmitteln und Genussmitteln
Beispiele:
eine große, knappe, letzte Ration
Militär, veraltenddie eiserne Ration
eine Ration Brot, Butter
eine Ration Hafer für die Pferde
die Rationen reichen (nicht) aus
seine Ration bekommen, anbrechen, aufessen
die Rationen ausgeben, erhöhen, kürzen
umgangssprachlichjmdn. auf halbe, doppelte Ration setzen
mit seiner Ration auskommen
er hatte das Bedürfnis, dann und wann ein Stück Butter über die Ration hinaus zu vertilgen [StrittmatterWundertäter403]

Mehrwortausdrücke

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ration · rationieren · Rationierung
Ration f. ‘zugeteilte Menge, Portion’, Entlehnung (18. Jh.) von gleichbed. frz. ration; vgl. afrz. racion ‘Rechnungsführung und Kasse einer Gruppe von Soldaten’, mfrz. ‘kirchliche Pfründe’, das auf lat. ratio (s. ↗rational), mlat. ‘Pfründe, zugemessener Anteil an nötiger Verpflegung (für Soldaten)’ beruht. Ein vereinzelter Frühbeleg Ractzion (1534) in einer Reisebeschreibung von Spanien dürfte auf span. ración bzw. katalan. ració (gleicher Herkunft) zurückgehen. Im Dt. zunächst vereinzelt Ration ‘vernünftiger Grund’ (16. Jh.), dann besonders in der Heeressprache ‘für einen Tag zugeteilte Menge an Lebensmitteln für die Soldaten und an Futter für die Pferde’, vgl. eiserne (‘bis zuletzt, für den Notfall aufzuhebende’) Ration (2. Hälfte 19. Jh.); allgemein ‘Maß, Portion’ (Mitte 19. Jh.), dann besonders ‘die dem einzelnen in Not- und Kriegszeiten zukommende (beschränkte) Menge an Lebensmitteln und anderen Verbrauchsgütern’ (20. Jh.). rationieren Vb. ‘in Rationen zumessen, auf Rationen setzen, planmäßig und sparsam einteilen’ (Ende 19. Jh.), unter Einfluß von gleichbed. frz. rationner abgeleitet von Ration. Rationierung f. ‘das Einteilen, Zumessen in Portionen’ (Ende 19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Ration‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ration‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ration‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Insgesamt ist es dreimal möglich, eine neue Ration zu erhalten.
Die Welt, 27.07.2005
Wer über 15 war, kriegte eine Ration Rum dazu - das einzige Vergnügen.
Süddeutsche Zeitung, 25.10.1994
In den Tagen darauf änderte man nichts an meiner Ration.
Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 67
Ich werde froh sein, die Rationen, die wir jetzt haben, noch halten zu können.
Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 182
Die Qualität der ausgegebenen Rationen verschlechterte die Lage noch weiter.
o. A.: Vierzigster Tag. Dienstag, 22. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 20906
Zitationshilfe
„Ration“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ration>, abgerufen am 10.08.2020.

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