Rationierung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungRa-ti-onie-rung · Ra-tio-nie-rung (computergeneriert)
Wortzerlegungrationieren-ung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ration · rationieren · Rationierung
Ration f. ‘zugeteilte Menge, Portion’, Entlehnung (18. Jh.) von gleichbed. frz. ration; vgl. afrz. racion ‘Rechnungsführung und Kasse einer Gruppe von Soldaten’, mfrz. ‘kirchliche Pfründe’, das auf lat. ratio (s. ↗rational), mlat. ‘Pfründe, zugemessener Anteil an nötiger Verpflegung (für Soldaten)’ beruht. Ein vereinzelter Frühbeleg Ractzion (1534) in einer Reisebeschreibung von Spanien dürfte auf span. ración bzw. katalan. ració (gleicher Herkunft) zurückgehen. Im Dt. zunächst vereinzelt Ration ‘vernünftiger Grund’ (16. Jh.), dann besonders in der Heeressprache ‘für einen Tag zugeteilte Menge an Lebensmitteln für die Soldaten und an Futter für die Pferde’, vgl. eiserne (‘bis zuletzt, für den Notfall aufzuhebende’) Ration (2. Hälfte 19. Jh.); allgemein ‘Maß, Portion’ (Mitte 19. Jh.), dann besonders ‘die dem einzelnen in Not- und Kriegszeiten zukommende (beschränkte) Menge an Lebensmitteln und anderen Verbrauchsgütern’ (20. Jh.). rationieren Vb. ‘in Rationen zumessen, auf Rationen setzen, planmäßig und sparsam einteilen’ (Ende 19. Jh.), unter Einfluß von gleichbed. frz. rationner abgeleitet von Ration. Rationierung f. ‘das Einteilen, Zumessen in Portionen’ (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kontingentierung · Rationierung · ↗Zuerkennung · ↗Zumessung · ↗Zuteilung · ↗Zuweisung
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufhebung Benzin Brot Budgetierung Butter Elektrizität Fett Gesundheitsleistung Gesundheitswesen Grundnahrungsmittel Heizöl Lebensmittel Leistung Mehl Preiskontrolle Rationalisierung Speck Treibstoff Trinkwasser Unterversorgung Verbrauchsgut Verdunkelung Warteliste Wiedereinführung Zucker Zuteilung implizit schleichend verdeckt versteckt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rationierung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach drei Tagen dürfte eine Rationierung dann nicht mehr notwendig sein.
Die Zeit, 08.05.2013 (online)
Doch sind diese Reserven ausgeschöpft, droht unweigerlich die Rationierung von Leistungen.
Die Welt, 21.05.1999
Die strenge Rationierung reichte eben für die notwendige Ernährung nicht aus.
Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 4898
Es ist schwierig, eine genaue Anzahl der Menschen zu geben, die durch die unerhörte Rationierung ihr Leben lassen mußten.
o. A.: Vierzigster Tag. Dienstag, 22. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 18787
Die Kartoffelernte soll ungünstig ausfallen, eine strengere Rationierung der Kartoffeln bevorstehen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1943. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1943], S. 116
Zitationshilfe
„Rationierung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rationierung>, abgerufen am 20.11.2019.

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