Rauch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rauch(e)s · Nominativ Plural: Rauche/Räuche · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Rauch‹ als Erstglied: ↗Rauchabzug · ↗Rauchbier · ↗Rauchbombe · ↗Rauchentwicklung · ↗Rauchfahne · ↗Rauchfang · ↗Rauchfass · ↗Rauchfleisch · ↗Rauchgas · ↗Rauchglas · ↗Rauchglocke · ↗Rauchkammer · ↗Rauchpilz · ↗Rauchquarz · ↗Rauchring · ↗Rauchschicht · ↗Rauchschleier · ↗Rauchschwaden · ↗Rauchschwalbe · ↗Rauchschweif · ↗Rauchsignal · ↗Rauchspeck · ↗Rauchsäule · ↗Rauchtee · ↗Rauchtopas · ↗Rauchvergiftung · ↗Rauchverzehrer · ↗Rauchvorhang · ↗Rauchwand · ↗Rauchwarnmelder · ↗Rauchwolke · ↗Rauchwurst · ↗Rauchzeichen · ↗rauchdicht · ↗raucherfüllt · ↗rauchfarben · ↗rauchfrei · ↗rauchgeschwängert · ↗rauchgeschwärzt · ↗rauchgrau · ↗rauchlos · ↗rauchschwach · ↗rauchschwarz
 ·  mit ›Rauch‹ als Letztglied: ↗Hüttenrauch · ↗Katenrauch · ↗Opferrauch · ↗Pfeifenrauch · ↗Tabakrauch · ↗Tabaksrauch · ↗Weihrauch
eWDG, 1974

Bedeutung

durch brennende Stoffe entstehende, flüchtige Rückstände, die als Gemisch von Gasen und Dämpfen aufsteigen, Qualm
Beispiele:
dichter, dicker, grauer, schwarzer, beißender, erstickender Rauch
der Rauch des Ofens, Schornsteins
der Rauch der Pfeife, Zigarette
Schwaden von Rauch
die Stube ist voll(er) Rauch
Rauch steigt aus dem Kamin auf
der Rauch beißt in die Augen, dringt in alle Winkel, wälzt sich über das Gelände, zieht ab
Rauch einatmen
im Rauch ersticken
die Hütte ging in Rauch (und Flammen) auf (= verbrannte gänzlich)
der Schinken schmeckt nach Rauch (= ist stark geräuchert)
die Decke ist von Rauch geschwärzt
vor Rauch nicht atmen können
in den Tälern liegt der Nebel wie weißer Rauch
[Sternschnuppen] ließen […] weißliche Räuche am fahlblauen Himmel zurück [Erh. KästnerZeltbuch9]
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlich sein Geld, seine Pläne in den Rauch schreiben (= verloren geben)
seine Hoffnung ging in Rauch auf (= wurde zunichte)
sprichwörtlich wo Rauch ist, da ist auch Feuer (= alles hat seine Ursache)
War das wirklich das Resultat jenes gewagten Lebens, daß es sich auflöste in eine Wolke, eine Vorstellung, einen Rauch (= in nichts) […]? [FürnbergMozart-Novelle61]
sprichwörtlich Name ist Schall und Rauch (= bedeutet nichts) [GoetheFaustI 3457]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rauch · rauchen · Raucher · Nichtraucher · rauchig · räuchern · verräuchern
Rauch m. ‘aufsteigender Qualm, Dunst von brennenden Stoffen’, ahd. rouh (9. Jh., vgl. wīhrouh, 8. Jh., s. ↗Weihrauch), mhd. rouch, asächs. mnd. rōk, mnl. rooc, nl. rook, aengl. rēc, anord. reykr (germ. *rauki-) und dazu wohl denominativ gebildetes rauchen Vb. ‘Qualm, Dunst entwickeln, aufsteigen lassen’, ahd. rouhhen ‘(be)räuchern, opfern’ (9. Jh.), mhd. rouchen ‘Rauch machen, von sich geben, (be)räuchern’, mnd. mnl. rōken, nl. roken, anord. reykja, schwed. röka stehen im Ablaut zu den unter ↗riechen (s. d.) behandelten Verben in deren alter Bedeutung ‘rauchen, dampfen’. (Tabak) rauchen kommt in der 2. Hälfte des 17. Jhs. auf, wohl nach frz. fumer du tabac; zuvor Tabak nehmen, trinken, saufen, schmoren. Dazu Raucher m. (17. Jh.), Nichtraucher m. (19. Jh.). rauchig Adj. ‘von Rauch durchzogen, voller Rauch, rauchfarben, nach Rauch schmeckend’, ahd. rouhhīg (Hs. 15. Jh.), spätmhd. rouchic ‘rauchig, dunstig, blähend, (übel)riechend’, asächs. rōkag (um 900). räuchern Vb. ‘Fleisch-, Fischwaren über längere Zeit dem Rauch aussetzen und dadurch haltbar machen, Rauchopfer bringen, Räuchermittel verbrennen’ (15. Jh.), iterative Weiterbildung von gleichbed. frühnhd. räuchen, röuchen; dazu verräuchern Vb. ‘mit Rauch erfüllen, durch Rauch schwärzen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Qualm · Rauch
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Asche Dampf Dunst Feuer Flamme Geruch Gestank Hitze Kamin Nebel Qualm Ruß Schall Schornstein Staub Zigarette Zigarre aufgehen aufsteigen aufsteigend beißend blasen dicht einatmen giftig hüllen inhalieren quellen riechen verziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rauch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In China gehen sogar fast 20 Millionen Tonnen in Rauch auf.
Der Tagesspiegel, 15.01.2003
Muss doch etwas zu Ende gegangen sein, in all dem Rauch.
Süddeutsche Zeitung, 31.12.2001
Dabei vermeidet er, andere Gäste mit seinem Rauch zu belästigen.
Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 126
Das glückliche Dasein, das er antizipiert, liegt hinter einem Rauch, hinter dem Rauch einer gewaltigen Veränderung.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 38
Anzeigen dürft Ihr es nicht, sonst geht alles in Rauch auf.
Friedländer, Hugo: Räuberhauptmann Kneißl vor dem Schwurgericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 1067
Zitationshilfe
„Rauch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rauch>, abgerufen am 16.12.2018.

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