Rausch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rausches · Nominativ Plural: Räusche
Aussprache
Wortbildung mit ›Rausch‹ als Erstglied: ↗Rauschdroge · ↗Rauscher · ↗Rauschgift · ↗Rauschgold · ↗Rauschmittel · ↗Rauschtat · ↗Rauschtrinken · ↗Rauschzeit · ↗Rauschzustand · ↗rauschhaft · ↗rauschig
 ·  mit ›Rausch‹ als Letztglied: ↗Alkoholrausch · ↗Almenrausch · ↗Almrausch · ↗Bierrausch · ↗Blutrausch · ↗Drogenrausch · ↗Farbenrausch · ↗Farbrausch · ↗Freudenrausch · ↗Geschwindigkeitsrausch · ↗Goldrausch · ↗Konsumrausch · ↗Liebesrausch · ↗Machtrausch · ↗Massenrausch · ↗Mordsrausch · ↗Opiumrausch · ↗Quartalsrausch · ↗Schaffensrausch · ↗Siegesrausch · ↗Sinnenrausch · ↗Tiefenrausch · ↗Vollrausch · ↗Weinrausch · ↗Ätherrausch
 ·  mit ›Rausch‹ als Grundform: ↗berauschen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Umnebelung der Sinne als Folge des Genusses betäubender Mittel, besonders von Alkohol, Trunkenheit
Beispiele:
ein leichter, starker, schwerer Rausch
umgangssprachlich ein gehöriger Rausch
ein Rausch durch Bier, Wein, Opiate, Kokain
einen Rausch haben (= betrunken sein)
seinen Rausch ausschlafen
sich [Dativ] einen Rausch antrinken
jmdn., sich in einen Rausch versetzen
im Rausch zerschlug der Betrunkene das ganze Geschirr
Herrje, aus wieviel Räuschen war er schon in seinem Leben erwacht [U. BecherMänner5]
bildlich betäubende Überfülle
Beispiele:
ein Rausch von Farben
Ein Rausch von Blüten sollte den Reisenden ... empfangen [Kellerm.Totentanz116]
2.
übertragen überwältigende innere Aufwallung, Ekstase
Beispiele:
ein freudiger, wilder, blinder Rausch
ein Rausch der Begeisterung, Leidenschaft
ein Rausch des Erfolges, Sieges
dem kurzen Rausch des Entzückens folgte tiefe Niedergeschlagenheit
ein Rausch kam über ihn
Er fiel in einen Rausch, schrieb und schrieb [StrittmatterWundertäter144]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rauschen · Rausch · berauschen · Rauschgift
rauschen Vb. ‘ein anhaltendes Geräusch von sich geben (von im Wind bewegten Blättern oder fließendem Wasser)’. Das westgerm. Verb mhd. rūschen, riuschen, mnd. rūschen, rūsken, mnl. ruuscen, nl. ruisen ‘rauschen’ ist wie mnd. rūsen ‘lärmen, schreien, toben, rasen’, schwed. (aus dem Mnd.?) rusa ‘fortstürzen, eilen’ als lautnachahmende Bildung aufzufassen. Alle außergerm. Anknüpfungsversuche sind ungesichert. Rausch m. ‘Benebelung der Sinne als Folge von Genuß betäubender Mittel’ (16. Jh.), daran anknüpfend ‘seelische Trunkenheit, Taumel, Ekstase’ (18. Jh.), zuvor ‘rauschender Schall’, mhd. rūsch ‘rauschende Bewegung, Anlauf, Angriff’, Rückbildung aus dem Verb. Im Sinne von ‘(leichte) Trunkenheit’ zuerst Reuschlin (1551), dann Rausch (1575), mnd. rūsch (seit 1563), ursprünglich wohl scherzhaft in bezug auf das ‘Rauschen im Kopf’. berauschen Vb. ‘in einen Rausch versetzen, (be)trunken machen, leicht betäuben, in Begeisterungstaumel versetzen’, reflexiv ‘in Begeisterungstaumel geraten’ (17. Jh.). Rauschgift n. ‘Mittel, das einen Rausch oder ähnliche Lustempfindung hervorruft’ (um 1920).

Thesaurus

Synonymgruppe
(im) Zustand der Euphorie · ↗Ekstase · Rausch · ↗Taumel · ↗Trance · ↗Verzückung · ↗Wahn · Zustand absoluter Verzückung · Zustand der Trance
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Droge Ekstase Entgrenzung Ernüchterung Geschwindigkeit Kater Nüchternheit Rausch Schall Taumel Tiefe Verliebtheit Wahn Wirtshausoper antrinken ausschlafen dionysisch ekstatisch erliegen erwachen hineinsteigern hingeben kollektiv regelrecht schwelgen selig verfallen verfliegen verfällen versetzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rausch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Indem er in diesem Monster aufgeht, erlebt der Mann seine neue Stärke wie im Rausch.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 139
Am Ende, vor allem in der Verlängerung, haben wir uns dann in einen Rausch gesteigert.
Der Tagesspiegel, 02.04.2001
Weil aber das wahre Leben nicht im falschen Film stattfinden kann, drängt es sie hinaus in die Nacht, in den Rausch.
Die Welt, 12.03.2001
Es kann doch nicht das alles verflachende Nachwirken des Rausches sein?
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 304
Vor seinem Werk muß der Künstler der Lust seines Rausches entsagen.
Rubiner, Ludwig: Ferruccio Busonis Musikästhetik. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 16686
Zitationshilfe
„Rausch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rausch>, abgerufen am 16.07.2019.

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