Reaktor, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Reaktors · Nominativ Plural: Reaktoren
Aussprache
WorttrennungRe-ak-tor (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Reaktor‹ als Erstglied: ↗Reaktorblock · ↗Reaktorkessel · ↗Reaktorphysik
 ·  mit ›Reaktor‹ als Letztglied: ↗Druckwasserreaktor · ↗Kernfusionsreaktor · ↗Kugelhaufenreaktor · ↗Leichtwasserreaktor · ↗Produktionsreaktor · ↗Schiffsreaktor · ↗Schwerwasserreaktor · ↗Siedewasserreaktor · ↗Versuchsreaktor
eWDG, 1974

Bedeutung

Vorrichtung, in der eine sich selbst aufrechterhaltende Kettenreaktion von Kernspaltungen stationär abläuft
Beispiele:
die Erzeugung von Wärme durch einen Reaktor
das Herz eines Atomkraftwerkes ist der Reaktor
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reagieren · abreagieren · Reagens · Reagenz · Reaktor · Reaktion · reaktionär · Reaktionär
reagieren Vb. ‘eine chemische Veränderung, Umwandlung eingehen, auslösen, zeigen’, entlehnt (18. Jh.) in die Sprache der Chemie aus spätlat. reagere ‘zurücktreiben’, mlat. ‘entgegenwirken’; vgl. lat. agere ‘treiben, handeln, tätig sein’ (s. ↗agieren, ↗aktiv). Gegen Ende des 18. Jhs. wird das Verb in die Sprache der Medizin und Biologie übernommen im Sinne von ‘auf einen äußeren Reiz ansprechen’ (von lebenden Organismen), danach (Anfang 19. Jh.) in allgemeiner Verwendung ‘eine Gegenwirkung ausüben, zeigen, für etw. empfindlich sein’. abreagieren Vb. ‘(durch bestimmte Erlebnisse angestaute) Affekte, eine seelische Spannung durch Handlung verringern, ableiten, neutralisieren’ (Ende 19. Jh.). Reagens n. ‘mit einem anderen chemisch reagierender Stoff, Nachweismittel’ (2. Hälfte 18. Jh.; anfangs mit dem Plur. Reagentia, später Reagentien), in der Gelehrtensprache substantiviertes Part. Präs. von spätlat. reagere. Reagenz f. ‘das Reagieren, chemische Reaktion’ (Mitte 19. Jh.). Reaktor m. ‘Anlage zur großtechnischen Durchführung chemischer, physikalischer Reaktionen’, Übernahme (Mitte 20. Jh.) von gleichbed. amerik.-engl. reactor, zu engl. to react ‘zurückwirken, reagieren’. Reaktion f. ‘durch Einwirkung hervorgerufene Gegenwirkung’. Als Entlehnung von mlat. reactio (Genitiv reactionis) ‘Rückwirkung’ zuerst (17. Jh.) in der Sprache der Naturwissenschaft für ‘Widerstand, den ein Körper leistet, wenn ein anderer Körper auf ihn einwirkt’ (seit der 1. Hälfte des 19. Jhs. auch von physischen und psychischen Verhaltensweisen des Menschen), in der Rechtssprache ‘Erneuerung eines abgeschlossenen Streites’ (2. Hälfte 18. Jh.). Frz. réaction entwickelt während der französischen Revolution die Bedeutung ‘Bewegung gegen die Meinung der Mehrheit der Bürger, politische Partei (oder Parteiengruppe), die sich gegen Demokratie und sozialen Fortschritt stellt’ und wird zur Bezeichnung aller der ‘Kräfte (in einem Staat), die sich dem Fortschritt entgegenstellen’. Diese Verwendung wird gegen Ende des 18. Jhs. ins Dt. aufgenommen und danach besonders bei den Vertretern des Vormärz, des jungen Deutschland und in der Revolution von 1848 geläufig. reaktionär Adj. ‘rückschrittlich, fortschritts-, neuerungsfeindlich, streng konservativ’ (1. Hälfte 19. Jh.), aus gleichbed. frz. réactionnaire (um 1790). Reaktionär m. ‘Anhänger, Vertreter der Reaktion’ (Mitte 19. Jh.), aus gleichbed. frz. réactionnaire m.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abklingbecken Abschalten Abschaltung Atomkraftwerk Bauart Brennelement Brennstab Inbetriebnahme Kernkraftwerk Kernschmelze Kühlsystem Kühlung Megawatt Restlaufzeit Stillegung Stilllegung Tschernobyl-Typ Wiederanfahren abgeschaltet abschalten beschädigt explodiert graphitmoderiert havariert herunterfahren hochfahren kühlen stillgelegt stilllegen thermisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reaktor‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch selbst wenn es wie beim Block Nummer 1 zur Explosion komme, könne der Reaktor 3 dem widerstehen.
Die Zeit, 13.03.2011 (online)
Sie hatten bis zuletzt dafür gekämpft, den Reaktor ins eigene Land zu holen.
Der Tagesspiegel, 29.11.2004
Und da waren diese Schlauköpfe nun auf die Idee gekommen, die Reaktoren zu exportieren.
Loest, Erich: Völkerschlachtdenkmal, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1987 [1984], S. 273
Das Core des Reaktors befindet sich im Reaktordruckbehälter, der aus Stahl erstellt ist.
Zerna, Wolfgang u. Schnellenbach, Günter: Probleme des Stahlbetons und Spannbetons bei Reaktorgebäuden für Kernkraftwerke. In: Vorträge auf dem Betontag 1971, [Wiesbaden]: [Deutscher Beton-Verein e.V.] 1971, S. 279
Dennoch wäre es falsch, aus diesem Grunde die Entwicklung der Reaktoren zurückzustellen.
Gerlach, Walther: Neue Wissenschaft - Physik und Chemie. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 31196
Zitationshilfe
„Reaktor“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reaktor>, abgerufen am 14.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Reaktivität
Reaktivierung
reaktivieren
reaktiv
Reaktionszeit
Reaktorblock
Reaktordruckbehälter
Reaktorgift
Reaktorkatastrophe
Reaktorkern