Rebellion, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rebellion · Nominativ Plural: Rebellionen
Aussprache
WorttrennungRe-bel-li-on
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Rebellion‹ als Letztglied: ↗Militärrebellion
DWDS-Vollartikel, 2017

Bedeutungen

1.
offene, in der Regel gewaltsame Auflehnung oder Aufstand einer meist kleineren Gruppe von Menschen gegen einen bestehenden Zustand, bestehende Verhältnisse
Beispiele:
Unmittelbar nach dem neuerlichen Generalstreik gegen Staatschef Hugo Chavez haben mehrere Offiziere zur Rebellion aufgerufen. Allerdings scheint der Aufstand […] abermals zu scheitern. [Süddeutsche Zeitung, 24.10.2002]
Der Arabische Frühling von Tunesien bis Bahrain begann als Rebellion gegen Despoten und ihre raubgierigen Clans, er begann mit dem Ruf nach Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand. […] [Der Spiegel, 03.09.2012, Nr. 36]
Nach einer Rebellion der Bevölkerung der Hauptstadt und einer Meuterei der Armee-Garnison […] gegen die bisherige Regierung […] hat[…] das neue Parlament den früheren Bürgermeister von Port Moresby[…] zum Premier von Papua-Neuguinea gewählt. [Frankfurter Rundschau, 28.07.1997]
Mit der Rebellion von Satsuma, dem letzten und größten aller bewaffneten Aufstände […], war eine […] Epoche der japanischen Geschichte zum Abschluß gekommen. [Webb, Herschel: Japan 1850-1890. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000, S. 13176. Zitiert nach: Webb, Herschel: Japan 1850-1890. In: Propyläen Weltgeschichte, Bd. 8, Berlin: Propyläen-Verl. 1960.]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine offene, landesweite, bewaffnete, blutige Rebellion; eine konterrevolutionäre, gescheiterte Rebellion
als Akkusativobjekt: eine Rebellion anzetteln, anführen, unterdrücken, niederschlagen, beenden
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Aufruf, eine Anstiftung zur Rebellion; Mut zur Rebellion; die Furcht vor Rebellionen; jmdn. zur Rebellion anstacheln, anstiften
mit Genitivattribut: eine Rebellion der Kurden, des Volkes, des Militärs, der Studenten
in Koordination: Rebellion und Aufstand, Aufruhr, Protest, Revolution, Widerstand, Bürgerkrieg; Rebellionen und Revolten
als Aktivsubjekt: eine Rebellion bricht aus, beginnt, bricht zusammen
hat Präpositionalgruppe/-objekt: eine Rebellion gegen das Regime, die Zentralregierung, die Herrschaft [von jmdm.], die Besatzer, den Präsidenten, den Kaiser
2.
das Sichwidersetzen, Sichverweigern, Aufbegehren
Beispiele:
Es kam zu einer offenen Rebellion gegen den Vorsitzenden der grossen Kongresskammer in seiner eigenen Partei: Zwölf konservative Hinterbänkler verweigerten ihm die Stimme, als er in seinem Amt bestätigt werden sollte. [Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2013]
Die Rebellion [der Generation] der Achtundsechziger gegen Establishment, bürgerliche Lebensformen und moralische Enge war auch Rebellion gegen ein Amerika, das das westliche Nachkriegsdeutschland nach seinem Bilde neu erschaffen […] hatte. [Die Welt, 08.08.2002]
Als Teenager färbte Greg seine Haare pink, frisierte sie zu einem Irokesen, brach die Schule ab. Das war seine Rebellion gegen die Eltern. Beide stammen aus Arbeiterfamilien, sie haben sich mühsam emporgearbeitet[…]. [Die Zeit, 04.01.2007, Nr. 02]
Und tatsächlich wirken die jüngsten Kapitel seiner [Prinz Charles'] königlichen Biographie – die gescheiterte Ehe mit Diana und seine außereheliche Beziehung zu Camilla Parker-Bowles – wie eine stille Rebellion gegen die Staatsräson. [Die Zeit, 22.01.1993, Nr. 04]
Diese von einer Handvoll junger FDP-Politiker angezettelte Aktion [die Wahl eines Sozialdemokraten zum Ministerpräsidenten] […] trägt alle Züge einer echten politischen Rebellion […]. Es ist ein Aufstand gegen die etablierte Macht [der Christdemokraten] […]. [Der Spiegel, 15.02.1956, Nr. 7]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine offene, stille Rebellion
als Akkusativobjekt: die Rebellion proben
mit Genitivattribut: die Rebellion der Jugend
in Koordination: Rebellion und Verweigerung, Widerstand, Aufstand; Rebellion oder Anpassung, Resignation
als Aktivsubjekt: die Rebellion bleibt aus
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Rebellion gegen die Eltern, den Vater, das Establishment, die [gesellschaftlichen] Zwänge, die [verkrusteten] Strukturen; die Rebellion gegen Konventionen, Autoritäten; die Rebellion in der Fraktion [einer Partei]
bildlich mit deutlichen körperlichen Beschwerden einhergehende Reaktion
vergleiche rebellieren (bildlich)
Beispiele:
[…] die Rebellion des Magens ist für viele Menschen der erste Anlass, sich intensiver damit zu befassen, was der eigene Körper braucht und was nicht. [Zeit Magazin, 08.02.2015, Nr. 4]
Am Tag danach [nach dem Marathonlauf] schmerzten die Muskeln, tat jeder Schritt weh. Doch immer dann, wenn Dirk Nürnberger [der Sieger des Laufs] an die Ursache für die Rebellion seines Körpers dachte, waren die Schmerzen wie verflogen. [Nürnberger Nachrichten, 06.05.1997]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rebell · rebellisch · rebellieren · Rebellion
Rebell m. ‘wer sich auflehnt, widersetzt, Aufrührer, Empörer’, Entlehnung (1. Hälfte 16. Jh.) von afrz. frz. rebelle Adj. und Subst. ‘widerspenstig, empörerisch’ bzw. ‘Widerspenstiger, Empörer’ oder unmittelbar aus gleichbed. lat. rebellis Adj. und Subst., eigentlich ‘den Krieg (gegen den Überwinder) erneuernd’; vgl. lat. bellum ‘Krieg’ und s. ↗re-. rebellisch Adj. ‘aufrührerisch, widerspenstig, aufsässig’ (Mitte 15. Jh.), nach afrz. frz. rebelle Adj., lat. rebellis (s. oben). rebellieren Vb. ‘sich empören, sich auflehnen’ (Anfang 16. Jh.), afrz. frz. rebeller, lat. rebellāre ‘sich auflehnen’. Rebellion f. ‘Aufruhr, Empörung’ (Mitte 16. Jh.), afrz. rebellion, frz. rébellion, lat. rebellio (Genitiv rebelliōnis).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufruhr · ↗Aufstand · ↗Aufwiegelung · ↗Meuterei · Rebellion · ↗Revolte
Unterbegriffe
  • Großpolnischer Aufstand · Posener Aufstand
  • Nordwest-Widerstand  ●  Nordwest-Rebellion  veraltet · Saskatchewan-Rebellion  veraltet
  • Pugatschow-Aufstand · Russischer Bauernkrieg 1773-1775
  • Insurrektion · Insurrektionskrieg
  • Kadettenaufstand · Novemberaufstand
  • Fürstenaufstand · Fürstenkrieg · Fürstenverschwörung
  • 2. jüdisch-römischer Krieg · Aufstand der Juden gegen Trajan · Diasporaaufstand · babylonische Aufstand
  • Pfälzer Aufstand · Pfälzischer Aufstand
  • Dresdner Maiaufstand · Dresdner Mairevolution
  • Indischer Aufstand von 1857 · Sepoyaufstand
  • Dritter Sklavenkrieg · Gladiatorenkrieg · Spartacus-Aufstand
  • Deutscher Bauernkrieg · Revolution des gemeinen Mannes
Assoziationen
Synonymgruppe
Auflehnung · ↗Aufruhr · ↗Aufstand · Aufstand der Massen · ↗Ausschreitung · ↗Erhebung · ↗Krawall · ↗Massenaufstand · Massenproteste · Massenunruhen · Protestaktionen · Proteste · ↗Putsch · Rebellion · ↗Tumult · ↗Unruhe · bürgerkriegsähnliche Zustände
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achtundsechziger Anarchie Anstiftung Aufruhr Aufstand Establishment Gehenkter Goldstadt Labour-Fraktion Meuterei Militärherrscher Resignation Revolte Sezession Verlorene anstacheln anstiften antiautoritär anzetteln bewaffnet innerparteilich jugendlich konterrevolutionär niedergeschlagen niederschlagen niederwerfen parteiintern pubertär studentisch unterdrücken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rebellion‹.

Zitationshilfe
„Rebellion“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rebellion>, abgerufen am 15.11.2019.

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