Rechenschaft, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rechenschaft · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungRe-chen-schaft (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Rechenschaft‹ als Erstglied: ↗Rechenschaftsablegung · ↗Rechenschaftsbericht · ↗Rechenschaftslegung · ↗Rechenschaftspflicht · ↗rechenschaftspflichtig
eWDG, 1974

Bedeutung

begründende Angabe, Auskunft über ein bestimmtes Handeln, Verhalten, besonders über die Erfüllung übernommener Aufgaben, Pflichten
Beispiele:
jmdm., sich [Dativ] Rechenschaft über etw. geben
(von jmdm. über etw.) Rechenschaft fordern, verlangen
darüber ist er uns, niemandem Rechenschaft schuldig
vor jmdm. Rechenschaft ablegen
ich bin dir nicht, keine Rechenschaft schuldig!
in der Versammlung soll Rechenschaft über die Entwicklung des Betriebes im letzten Jahr gelegt werden
jmdn. (für etw.) zur Rechenschaft (= Verantwortung) ziehen
er wollte sich nicht der Rechenschaft entziehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rechnen · Rechner · Rechenschaft · Rechnung · abrechnen · Abrechnung · berechnen · Berechnung · verrechnen
rechnen Vb. ‘mit Zahlengrößen operieren und ein Ergebnis ermitteln, zählen, berechnen, wirtschaften, veranschlagen, zuversichtlich erwarten’, ahd. rehhanōn ‘ordnen, lenken, bereiten’ (10. Jh.), mhd. rechenen ‘zählen, rechnen, Rechenschaft ablegen’, frühnhd. auch ‘ermessen, taxieren, urteilen, berücksichtigen’, mnd. mnl. rēkenen ‘einrichten, herrichten, rechnen, berechnen, betrachten, erzählen’, nl. rekenen ‘rechnen’, afries. rekenia, aengl. gerecenian ‘erklären, berichten, bezahlen’, engl. to reckon ‘rechnen’ ist wohl in der Ausgangsbedeutung ‘in Ordnung bringen, ordnen’ ein Faktitivum (germ. *rek(a)nōn), zu einem in mnd. reken ‘von richtiger Beschaffenheit, in guter Ordnung, ordentlich, genau, offen, ungehindert’, aengl. recen ‘bereit, schnell, heftig’, afries. rekon ‘in Ordnung’ belegten Adjektiv (germ. *rek(a)na-), das in der Form eines starken Part. Prät. zu der unter ↗recht (s. d.) dargestellten Wurzel mit einer Ausgangsbedeutung ‘geradegerichtet, geordnet’ gehört. Rechner m. ‘wer Rechenaufgaben löst’, mhd. rechenære ‘Steuereinnehmer’, ‘Rechenanlage’, Übersetzungswort für Computer (20. Jh.). Rechenschaft f. ‘Bericht, Auskunft über Tun und Lassen’ (17. Jh.), ‘Rechnung, Rechnungswesen’ (16. Jh.), spätmhd. (md.) rechinschafft ‘Rechnungslegung’ über anvertrautes Gut (14. Jh.). Rechnung f. ‘Kostenaufstellung, -forderung, Zahlenaufgabe, Berechnung, Planung’, mhd. rech(e)nunge; vgl. ahd. rehhanunga ‘Ordnung’ (um 1000). abrechnen Vb. ‘subtrahieren, eine abschließende Rechnung aufstellen, errechnen’, mhd. aberechenen; Abrechnung f. spätmhd. aberechenunge. berechnen Vb. ‘ausrechnen, genau überlegen, planen, in Rechnung stellen’, mhd. berechenen; vgl. ahd. birehhanōn ‘vollkommen machen’ (um 1000); Berechnung f. (16. Jh.). verrechnen Vb. ‘rechnerisch miteinander ausgleichen’, reflexiv ‘falsch rechnen, sich irren’, spätmhd. verrechenen ‘verrechnen, Rechnung ablegen’; vgl. ahd. firrehhanōn ‘sich umkehren, sich besinnen auf’ (um 1000).

Thesaurus

Synonymgruppe
Rechenschaft · ↗Verantwortlichkeit · ↗Verantwortung · ↗Zurechnungsfähigkeit
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Finanzen Folterer Gräueltat Hauptverantwortlicher Hintermann Kriegsverbrechen Kriegsverbrecher Machenschaft Massaker Menschenrechtsverletzung Schuldige Steuersünder Transparenz Tun Täter Untat Verantwortlichen Verantwortlicher Verbleib Verbrechen Verfehlung Verwendung ablegen darübergeben getreu gewissenhaft schulden verlangen zeihen ziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rechenschaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch sie haben sich nicht Rechenschaft darüber abgelegt, was geht und was nicht.
Süddeutsche Zeitung, 27.12.1999
Bevor man sich bewirbt, sollte man sich ungeschminkt Rechenschaft vor sich selbst ablegen.
Der Tagesspiegel, 20.08.1999
Vergebens suchte er sich in der »Rechenschaft seines Glaubens« zu rechtfertigen.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7058
Gerade weil sich die Kultur der Renaissance als solche begreifen wollte, mußte sie sich Rechenschaft über die Zeiten geben, die ihr voraufgegangen waren.
Garin, Eugenio: Die Kultur der Renaissance. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 4809
Ich aber ließ es mir gefallen, das heißt, ich verzichtete darauf, meinen Gegner zur Rechenschaft zu ziehen.
Schnitzler, Arthur: Jugend in Wien, Eine Autobiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 40070
Zitationshilfe
„Rechenschaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rechenschaft>, abgerufen am 19.08.2019.

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