Rechte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rechten · Nominativ Plural: Rechten
Aussprache  [ˈʀɛçtə]
Worttrennung Rech-te
Grundform recht1
Wortbildung  mit ›Rechte‹ als Letztglied: ↗Halbrechte · ↗Parteirechte
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
rechte Hand; rechte Faust
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die erhobene, ausgestreckte, behandschuhte Rechte
in Koordination: die Linke und die Rechte
als Akkusativobjekt: die Rechte heben
als Genitivattribut: die Finger der Rechten
in Präpositionalgruppe/-objekt: der Nachbar zur Rechten (= auf der rechten Seite); mit der Rechten [zuschlagen]
Beispiele:
Rudolph[…] machte einen Schritt auf mich zu, streckte beide Hände nach meiner Rechten aus und ergriff sie. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 636]
In der erhobenen Rechten hält die Zeustochter eine vergoldete Kanne mit dem Unsterblichkeit verleihenden Nektar, in der Linken eine vergoldete Trinkschale. [Neue Zürcher Zeitung, 21.03.2013]
Jetzt hob er die Rechte und winkte. [Die Zeit, 20.05.1999]
Daß man die Gabel in der Linken hält und das Messer mit der Rechten führt, darf als allgemein bekannt vorausgesetzt werden[…]. [Schäfer-Elmayer, Thomas: Der Elmayer. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1991], S. 13439]
Die Straße grenzte zur Rechten (= auf der rechten Seite) an einen dicht bewachsenen Abhang, der steil abfiel zum Ufer eines großen Sees. [Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 39]
Boxen, metonymisch Schlag mit der rechten Faust
Beispiele:
Pianeta musste nach einer harten Rechten Klitschkos angezählt werden[…]. [Der Spiegel, 04.05.2013 (online)]
Ali ging zum Angriff über, traf den Champion mit einer Serie am Kopf und schlug ihn schließlich mit einer finalen Rechten k. o. [Die Zeit, 29.10.2014]
Nach einer harten Rechten an den Kopf musste sich »de Ox« ganz offenkundig Luft verschaffen, indem er mit einem Knie zu Boden ging und sich anzählen ließ. [Süddeutsche Zeitung, 25.10.1999]
2.
Politik der als politisch rechts (vor allem als konservativ) geltende Teil des Parteien- und Meinungsspektrums; rechter Flügel, rechte Strömung innerhalb einer Partei oder Organisation
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die gemäßigte, christliche, bürgerliche Rechte
in Koordination: die Linke und die Rechte
mit Prädikativ: die Rechte ist stark, schwach, zersplittert
als Aktivsubjekt: die Rechte formiert, spaltet sich
Beispiele:
Bei den Départementswahlen in Frankreich zeichnet sich ein Triumph für die politische Rechte ab: Die konservative Partei […] hat ersten Prognosen zufolge die meisten Stimmen bekommen. [Der Spiegel, 22.03.2015 (online)]
[Der Parteivorsitzende] M[…] scheiterte, weil die beiden Parteiflügel[…] gegen ihn kooperierten. Das Ende des Ausgrenzungskurses gegen die Rechte mit Hilfe der Linken hatte sich schon beim Parteitag im Januar angedeutet[…]. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.1998]
Die politische Rechte liegt am Boden, die Sozialisten erwarten einen großen Wahlsieg. [Der Spiegel, 18.04.1983]
Es gab eine kirchliche Rechte und Linke, manchmal auch eine Mitte, je nach der Grundeinstellung zur Bekenntnisgrundlage der Kirche: Konservativ oder liberal, dazwischen der Kompromiß zwischen beiden. [Beckmann, J.: Parteien. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 24695]
Auch im englischen und französischen Parlament gibt es […] eine Rechte und eine Linke, gibt es Konservative und Fortgeschrittene. [Severing, Carl: Rundfunkansprache für die SPD zur Reichstagswahl am 31. Juli 1932, 30. Juli 1930]
spezieller der als rechtsextremistisch (vor allem als nationalistisch, häufig fremdenfeindlich, antidemokratisch o. ä.) geltende Teil des Spektrums von Parteien, sozialen Bewegungen oder Strömungen
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die extreme, äußerste, radikale, nationalistische Rechte
als Aktivsubjekt: die Rechte formiert sich
als Genitivattribut: das Erstarken, der Wahlerfolg, die Radikalisierung der [extremen] Rechten; ein Vordenker, eine Hochburg, Gruppierungen, die Wähler, Ideologen, der Führer der Rechten
Beispiele:
Dynamo [Dresden] eint alle, aber wenn am 13. Februar die Rechte gegen den »Bomben‑Holocaust« marschiert und die Antifa dagegen, sieht man sich in getrennten Lagern. [Die Zeit, 29.05.2008]
Für Friedman entlarvt die Autorin, die »selbst kleinste Hinweise einer antidemokratischen und rassistischen Gesinnung recherchiert« habe, »die Neue Rechte als ernstzunehmende geistige Brandstifter«. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2001]
Die radikale Rechte ist – diesmal unter dem Etikett »Nationaldemokratische Partei Deutschlands« (NPD) – zum erstenmal seit vielen Jahren: wieder im Parlament eines Bundeslands vertreten. [Die Zeit, 11.11.1966]

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Typische Verbindungen zu ›Rechte‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rechte‹.

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„Rechte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rechte#1>, abgerufen am 17.04.2021.

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Rechte, der oder die

Grammatik Substantiv (Maskulinum, Femininum) · Genitiv Singular: Rechten · Nominativ Plural: Rechte(n)
Mit Pluralendung ‑n wird das Wort in der schwachen Flexion (bestimmter Artikel) und der gemischten Flexion (Indefinitpronomen, Possessivpronomen) gebildet, z. B. die, keine Rechten, in der starken Flexion ist die Endung unmarkiert, z. B. zwei, einige Rechte.
Aussprache  [ˈʀɛçtə]
Worttrennung Rech-te
Grundform recht1
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Person, die einer als politisch rechts geltenden (vor allem konservativen) Partei oder Gruppierung angehört oder anhängt; Mitglied des rechten Flügels einer Partei oder Organisation; Vertreter‍(in) einer rechtsgerichteten politischen Überzeugung
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein gemäßigter Rechter, die christlichen, bürgerlichen Rechten
Beispiele:
Anfangs gab er [der Präsidentschaftskandidat] sich rhetorisch als Rechter, um die republikanische Basis [in den USA] zu gewinnen. Nun passt er seine Positionen an die moderate Mitte an. [Die Zeit, 28.10.2012]
Auch in Fragen von Wirtschaft und Gesellschaft ist er [der kanadische Regierungschef] ein strammer Rechter[…]. [Der Spiegel, 02.05.2011]
In der Kölner SPD, wo seit vielen Jahren der linke und der […] rechte Flügel um die Macht in Partei und Rathaus kämpfen, gilt Ruschmeier […] nicht mehr als richtiger Linker, aber auch noch nicht als richtiger Rechter. [Welt am Sonntag, 14.09.1997]
Ein einziger Chefstuhl, die Hörfunk‑Programmdirektion, war bislang von der SPD besetzt. Nun aber ist der Posten vakant, und die Union [CDU] schickt sich an, das lästige Proporz‑Überbleibsel endgültig zu beseitigen: Programmchef soll ein Rechter werden. [Der Spiegel, 10.07.1972]
spezieller, häufig abwertend Person, die einer als rechtsextremistisch (vor allem als nationalistisch, häufig fremdenfeindlich, antidemokratisch o. ä.) geltenden Partei, sozialen Bewegung oder Strömung angehört oder anhängt
Synonym zu Rechtsextremist
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein radikaler, extremer, militanter Rechter
als Aktivsubjekt: die Rechten marschieren, marschieren auf
Beispiele:
Da Dortmund als Hochburg der gewaltbereiten »Autonomen Nationalisten« gilt, waren Übergriffe Rechter auf die Demonstranten befürchtet worden. [Die Zeit, 01.09.2012 (online)]
Den Ermittlern erklärte T., er sei kein Rechter, habe aber eine Zeitlang als Jugendlicher mit dem Gedankengut geliebäugelt. [Der Spiegel, 03.09.2012]
Vor einem der Hochhäuser am Alexanderplatz sind die Rechten aufmarschiert. Ein böiger Wind kommt auf, lässt die vielen Reichs‑ und NPD‑Fahnen in der Menge flattern[…]. [Berliner Zeitung, 09.05.2005]

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„Rechte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rechte#2>, abgerufen am 17.04.2021.

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