Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rechtsgleichheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rechtsgleichheit · Nominativ Plural: Rechtsgleichheiten · wird selten im Plural verwendet
Aussprache [ˈʀɛçʦglaɪ̯çhaɪ̯t]
Worttrennung Rechts-gleich-heit
Wortzerlegung Recht Gleichheit
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Recht, häufig CH Gleichheit vor dem Gesetz; rechtliche Gleichbehandlung
siehe auch Gleichheitssatz
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: formale, allgemeine Rechtsgleichheit
als Genitivattribut: der Grundsatz, das Prinzip der Rechtsgleichheit
Beispiele:
Gemäss Bundesverfassung Art. 8, Rechtsgleichheit, ist im ersten Abschnitt zu lesen: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. [Luzerner Zeitung, 01.10.2003]
Die in § 2 Abs. 4 Rind‑ und Schaffleisch‑Erzeugerprämienverordnung getroffene Regelung (Antragstellung für mindestens drei Tiere) trifft keine Unterscheidung zwischen bestimmten Personen oder Personengruppen, sondern regelt unterschiedliche Sachbereiche. Die Frage der Vereinbarkeit mit dem Gleichheitssatz ist mithin keine Frage persönlicher, sondern eine solche sachlicher Rechtsgleichheit. [OVG Nordrhein-Westfalen, 9 A 3538/95, 2020, aufgerufen am 07.12.2020]
Die Pauschalsteuer missachte die Grundsätze der Besteuerung nach Leistungsfähigkeit sowie der Gleichbehandlung und Rechtsgleichheit. Schlupflöcher für Privilegierte würden geschaffen, Einheimische aber benachteiligt und die Steuermoral untergraben. [Streit um Pauschalsteuer: Jetzt stimmt der Kanton Baselland ab, 28.08.2012, aufgerufen am 01.09.2020]
Bildungspolitik müsse von der grundlegenden Rechtsgleichheit aller Menschen ausgehen und Gleichheit der äußeren Startchancen im Rahmen des Möglichen verwirklichen. [Saarbrücker Zeitung, 31.03.1993]
Als besondere Ausprägungen der allgemeinen Rechtsgleichheit werden [in der DDR-Verfassung] ein Differenzierungsverbot hinsichtlich bestimmter Merkmale (Nationalität, Rasse, weltanschauliches und religiöses Bekenntnis, soziale Herkunft und Stellung) ausgesprochen und die Gleichberechtigung von Mann und Frau festgelegt (Art. 20). [Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch. Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 3071]
Einem praktischer gesinnten Großbürgertum, vertreten auch durch einsichtige Aristokraten wie den Duc de Richelieu, war der gegenwärtige Stand der Dinge lieb, vorausgesetzt, daß er nun blieb, wie er war: die Errungenschaften der Revolution, die persönlichen Freiheiten und Rechtsgleichheiten, die Verbreiterung des Besitzes, geschützt durch die alte Monarchie. [Mann, Golo: Politische Entwicklung Europas und Amerikas 1815–1871. In: Propyläen Weltgeschichte. Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 12498] ungewöhnl. Pl.

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Typische Verbindungen zu ›Rechtsgleichheit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rechtsgleichheit‹.

Zitationshilfe
„Rechtsgleichheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rechtsgleichheit>.

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