Recke, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Recken · Nominativ Plural: Recken
Aussprache
WorttrennungRe-cke
Wortbildung mit ›Recke‹ als Erstglied: ↗reckenhaft
eWDG, 1974

Bedeutung

gehoben, spöttisch starker, kühner Kämpfer, Krieger, Held (der Sage)
Beispiel:
Ein Recke aus uralter Vorzeit [BredelEnkel254]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Recke m. ‘kampferprobter Krieger, Held’, ahd. (w)recko (8. Jh.), mhd. recke, reke ‘Verfolgter, Verbannter, Fremdling, umherziehender Krieger, Held’, frühnhd. auch ‘Riese’, asächs. wrekkio ‘Fremdling’, mnd. recke, aengl. wrecca ‘Flüchtling, Verbannter’ (woraus möglicherweise engl. wretch ‘elender Mensch, Schuft’). Der westgerm. Ausdruck (eigentlich ‘Verfolgter, Vertriebener’) ist verwandt mit ↗rächen (s. d.) und gehört wie dieses zu dem dort genannten Ansatz ie. *u̯reg- ‘stoßen, drängen, treiben, feindselig verfolgen’. Zu Beginn des 18. Jhs. gilt Recke als veraltet, wird dann aber (Wieland 1777) im Sinne von ‘Held, Riese’ wieder aufgenommen und durch die Beschäftigung mit der mhd. Literatur neu belebt (Uhland).

Thesaurus

Geschichte, Militär
Synonymgruppe
Krieger · Reiterkrieger · ↗Ritter  ●  Recke  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arm Ritter Strecke Tigerfell Vorzeit alt altgedient aufrecht beid blond edel erfahren germanisch kühn nordisch tapfer tummeln verdient wacker

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Recke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Heuer nun tritt ein neuer fränkischer Recke in den Ring.
Süddeutsche Zeitung, 14.08.1997
Da wird heute manchem Recken der Kopf so schwer sein wie der Helm, den er darüberstülpen muß.
Die Zeit, 09.08.1996, Nr. 33
Wenn zwei gleichstarke Recken aufeinanderprallen, sind die Kämpfe natürlich heftiger.
Buddenbrock, Wolfgang von: Das Liebesleben der Tiere, Bonn: Athenäum 1953, S. 114
Theoderich war ein ehrlicher Makler zwischen beiden Welten, halb germanischer Recke, halb byzantinischer Diplomat, eine unerhörte menschliche Leistung.
Rubin, Berthold: Das Römische Reich im Osten. Byzanz. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 21317
Auch unsere Pauker sahen mit lohenden Pechfackeln grimmig wie altgermanische Recken aus.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 19
Zitationshilfe
„Recke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Recke>, abgerufen am 21.02.2019.

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