Redensart, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Redensart · Nominativ Plural: Redensarten
Aussprache
WorttrennungRe-dens-art (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Redensart‹ als Erstglied: ↗redensartlich
eWDG, 1974

Bedeutung

häufig gebrauchte Verbindung von Wörtern, geläufige, oft schablonenhafte Wendung
Beispiele:
eine alte, sprichwörtliche, lateinische, übliche, geläufige, förmliche, steife, unwahre, spitze, derbe, dumme, banale Redensart
abwertend eine hausbackene, eingelernte, geschraubte, hochtrabende Redensart
umgangssprachlich eine abgedroschene, alberne Redensart
die Redensart von dem Sohne, der es einst besser haben solle als der Vater [NablOrtliebsche Frauen92]
meist im Plural
abwertend inhaltsloses Gerede
Beispiele:
das ist nur so eine Redensart, sind nur (allgemeine) Redensarten
leere, faule Redensarten machen
umgangssprachlich jmdn. mit (schönen, freundlichen, tröstlichen) Redensarten abspeisen
salopp jmdn. mit (schönen, freundlichen, tröstlichen) Redensarten besoffen machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rede · reden · Redner · rednerisch · beredt · beredsam · Beredsamkeit · redselig · Redensart
Rede f. ‘Äußerung, sinnvolle Wortfolge, Ansprache, Vortrag’, ahd. reda (8. Jh.), redī (9. Jh.), mhd. rede ‘Rechenschaft, Vernunft, Verstand, Sprache, Gespräch, Erzählung’, asächs. reðia ‘Rechenschaft’, mnd. mnl. rēde, nl. rede ‘Verstand, Bewußtsein, Rechenschaft, Argument, Rede’, afries. retha, got. raþjō ‘Abrechnung, Zahl, Rechenschaft’ (mit dazu gebildetem garaþjan ‘zählen’) führen auf germ. *raþjōn und sind wie lat. ratio (Genitiv ratiōnis) ‘Rechnung, Rechenschaft’ Ableitungen mit dem Suffix ie. -i̯ō(n) von mit Dental erweitertem ie. *rē-; dazu auch ↗gerade, das zweite Kompositionsglied von ↗hundert, ↗raten (s. d.) sowie lat. rērī (ratus sum) ‘bei sich bestimmen, glauben, meinen’ und möglicherweise lit. ríeti ‘(Holz) schichten’. Es handelt sich dabei um eine Form der Wurzel ie. *ar(ə)- ‘zusammenfügen, passen’ (s. ↗Arm). In fester Wendung gebundene Rede ‘Poesie’, eine Prägung der Sprachgesellschaften (17. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet reden Vb. ‘sprechen, sich sinnvoll äußern, sagen’, ahd. redōn (9. Jh.), mhd. reden, asächs. reðion, mnd. rēden, redden; mnl. reden, afries. rethia (germ. *raþjan) und (ohne Nachfolge im Nhd.) ahd. redinōn (9. Jh.), mhd. redenen, asächs. reðinon. Redner m. ‘wer eine Rede hält, Vortragender’, ahd. redināri (um 1000), mhd. redenære, Nomen agentis zum Verb ahd. redinōn. rednerisch Adj. ‘in der Art eines guten Redners’ (17. Jh.). beredt Part.adj. ‘redegewandt, gesprächig’ (15. Jh.), verkürzt aus mhd. beredet sīn ‘mit Rede begabt sein, zu sagen wissen’, zu mhd. bereden ‘wovon reden, etw. mündlich festsetzen, durch mündliche Rede gütlich beilegen’, rechtssprachlich ‘beweisen, dartun, überführen, vor Gericht verteidigen’; vgl. ahd. biredinōn ‘überführen, überreden’ (9. Jh.). beredsam Adj. ‘redegewandt’ (17. Jh.); Beredsamkeit f. ‘Redegewandtheit, Redegabe’ (16. Jh.). redselig Adj. ‘geschwätzig’ (15. Jh.). Redensart f. ‘geläufige, feststehende sprachliche Wendung’, Übersetzung (Anfang 17. Jh.) von gleichbed. frz. manière de parler (jünger façon de parler).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Redensart · ↗Redeweise · ↗Redewendung  ●  ↗(nur so ein) Spruch  ugs. · ↗Idiom  geh. · ↗Phrasem  fachspr. · ↗Phraseologismus  fachspr. · feste Fügung  fachspr. · idiomatische Redewendung  fachspr. · idiomatische Wendung  fachspr. · phraseologische Wortverbindung  fachspr. · stehende Wendung  geh.
Unterbegriffe
  • Binomial  fachspr. · Paarformel  fachspr. · ↗Zwillingsformel  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwandlung Lexikon Sprichwort abgedroschen abgegriffen aufgekommen belegt berlinerisch berlinisch bezeugen bezeugt bildlich entlehnen gebrauchen gebraucht gebräuchlich geläufig gleichbedeutend gängig herleiten mundartlich nichtssagend niederdeutsch plattdeutsch salopp schwäbisch sprichwörtlich umgangssprachlich volkstümlich wienerisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Redensart‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht rührt die Redensart, aus Spiel könne bitterer Ernst werden, daher, dass manche vom Spiel nicht mehr lassen können.
Der Tagesspiegel, 16.08.2002
In der heutigen Form ist die Redensart seit 1745 bezeugt.
Röhrich, Lutz: umgekehrt. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 21448
Die aber wollen geschrieben sein, und dazu ermuntert diese dämliche Redensart, die mich auffordert, einen Baum zu pflanzen.
Die Zeit, 16.04.1971, Nr. 16
Ich verbitte mir derartige Redensarten; Sie haben am allerwenigsten das Recht, jemanden in dieser Weise zu beleidigen.
Friedländer, Hugo: Der Brand der Neustettiner Synagoge vor den Schwurgerichten zu Köslin und Konitz. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 17980
Nur einmal habe er gegenüber Angestellten sich unziemliche Redensarten erlaubt.
Friedländer, Hugo: Die Vorkommnisse in der Fürsorgeanstalt Mieltschin. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 20345
Zitationshilfe
„Redensart“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Redensart>, abgerufen am 16.02.2019.

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