Referendum, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Referendums · Nominativ Plural: Referenden/Referenda
Worttrennung Re-fe-ren-dum
Wortbildung  mit ›Referendum‹ als Letztglied: ↗Finanzreferendum · ↗Verfassungsreferendum
Herkunft aus referendumlat ‘das Vorzutragende’ < referrelat ‘zurückbringen, -geben, auf etw. zurückführen oder beziehen, wiederbringen, zur Sprache bringen, berichten’ (referieren)
eWDG

Bedeutung

Volksentscheid, Volksabstimmung, besonders in der Schweiz und in Frankreich
Beispiele:
ein Referendum durchführen, abhalten
in, bei einem Referendum über den Gesetzesentwurf abstimmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

referieren · Referendum · Referendar · Referat · Referent · Referenz
referieren Vb. ‘etw. zusammenfassend wiedergeben, Bericht erstatten, vortragen’ (1. Hälfte 16. Jh.), älter auch ‘wieder-, zurückbringen, zurückgeben, einordnen’ (15. bis 18. Jh.) und (reflexiv) ‘sich auf etw. beziehen, berufen’ (16./17. Jh., vgl. terminologisches auf etw. referieren ‘auf etw. Bezug nehmen’, Mitte 20. Jh., wohl in Anlehnung an engl. to refer), entlehnt aus lat. referre ‘zurückbringen, -geben, auf etw. zurückführen oder beziehen, wiederbringen, zur Sprache bringen, berichten’, vielfach unter Einfluß von darauf beruhendem mfrz. frz. référer ‘berichten, in Beziehung setzen’, (reflexiv) ‘sich beziehen, sich berufen’. Referendum n. ‘Berichterstattung, Volksentscheid, -abstimmung’, Übernahme (16. Jh.) von lat. referendum, eigentlich ‘das Vorzutragende’, Gerundivum von lat. referre (s. oben). Referendar m. ‘Berichterstatter’ (bei Gericht), ‘Anwärter auf die Beamtenlaufbahn’, Entlehnung (Referendarius 17. Jh., Referendar 18. Jh.) von mlat. referendarius ‘wer (aus den Gerichtsakten) vorträgt’, abgeleitet von Referendum. Referat n. ‘Bericht, Vortrag’ (um 1700), ‘Amt, Stellung eines Berichterstatters’ (19. Jh.), ‘Arbeitsgebiet, Sachbereich’ (Mitte 20. Jh.), Substantivierung eines in der Kanzleisprache üblichen Aktenvermerks lat. referat ‘er möge berichten’ (3. Pers. Sing. Präs. Konj. von lat. referre, s. oben). Referent m. ‘Erzähler, Berichterstatter’ (Mitte 17. Jh.), ‘vortragender Beamter (an Gerichten, in der Verwaltung), Sachbearbeiter’ (um 1700), ‘Vortragender, Redner’ (20. Jh.), aus lat. referēns (Genitiv referentis), Part. Präs. zu lat. referre (s. oben). Referenz f. ‘Auskunftsperson, Bezugnahme’, besonders (Plur.) ‘Auskünfte, Empfehlungen’ (Mitte 19. Jh., zunächst in der Kaufmannssprache), nach gleichbed. engl. reference, frz. référence.

Thesaurus

Synonymgruppe
Plebiszit · Referendum · ↗Volksabstimmung · ↗Volksbefragung · ↗Volksbegehren · ↗Volksentscheid

Typische Verbindungen zu ›Referendum‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Referendum‹.

Verwendungsbeispiele für ›Referendum‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er müsste sich entscheiden, wie wichtig ihm ein Referendum ist.
Der Tagesspiegel, 24.02.2005
Es geht darum, für das britische Referendum über die europäische Verfassung zu werben.
Süddeutsche Zeitung, 09.12.2004
Das Referendum sollte von den Vereinten Nationen organisiert und überwacht werden.
o. A. [bä.]: Unamet. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1999]
Wenn das Volk von Litauen sein Selbstbestimmungsrecht ausüben wolle - dann gebe es dafür einen Mechanismus einschließlich eines Referendums.
Nr. 267: Gespräch mit Schewardnadse vom 4. Mai 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 28979
In Andorra haben am vergangenen Sonntag 6910 von 9323 Wahlberechtigten in einem Referendum für eine neue Verfassung gestimmt.
o. A. [bs]: Andorra. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1993]
Zitationshilfe
„Referendum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Referendum>, abgerufen am 26.02.2021.

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