Regal, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Regals · Nominativ Plural: Regale
Aussprache  [ʀeˈgaːl]
Worttrennung Re-gal
Wortbildung  mit ›Regal‹ als Erstglied: Regalboden · Regalbrett · Regalfach · Regalstraße · Regalteil · Regalwand
 ·  mit ›Regal‹ als Letztglied: Aktenregal · Bibelregal · Buchregal · Bücherregal · Hochregal · Kühlregal · Stringregal · Verkaufsregal · Wandregal · Warenregal
eWDG

Bedeutung

aus Holz oder Metall gefertigtes Gestell für Bücher, Haushaltsartikel, Waren
Beispiele:
ein hohes, kleines, offenes, verglastes, mit Büchern gefülltes Regal
er stellte den Band ins Regal zurück
Akten ins Regal legen
Stoffe, Schuhkartons, Ersatzteile lagern in langen Regalen
Konservendosen, Flaschen stehen im Regal
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Regal · Bücherregal
Regal n. ‘Gestell mit Fächern für Bücher, Haushaltsgegenstände, Waren’, zuerst 1634 im typographischen Gewerbe (‘Gestell für Setzkästen’) nachweisbar, seit dem letzten Viertel des 17. Jhs. allgemein gebräuchlich (im 18./19. Jh. auch in der Variante Real); vgl. die nd. Formen Riōle f., Rijōl n. ‘Bord, Fach, Regal’ (18. Jh.), Reōl, Rajōl n. ‘Regal’ (19. Jh.), ferner (aus dem Nd.?) nl. riool n. ‘Setzregal’ als Druckereiwort (dagegen mnl. riōle f., nl. riool n. ‘Wasserablauf, Abwasserkanal’, wohl nach frz. rigole ‘kleiner Wassergraben, Rinne’). Die Herkunft des dt. Substantivs ist bisher nicht befriedigend geklärt. Einleuchtend erscheint die (schon von Frisch vertretene) Annahme eines Zusammenhangs mit ahd. rīga ‘Linie, Kreisbogen’, mhd. rige ‘Linie, Reihe, Wassergraben’ und (durch Ablaut und grammatischen Wechsel unterschieden) rīhe ‘Reihe, Linie, schmaler Gang, Rinne’ (s. Riege und Reihe). Nur ein mittelbarer Anschluß ergibt sich allerdings, wenn verschiedentlich Übernahme (in der Kaufmannssprache?) von ital. riga ‘Reihe, Streifen, Linie, Zeile, Lineal’ vermutet wird, das seinerseits aus dem Langobard. stammt. Hierfür könnte sprechen, daß Regal im 18. Jh. auch die Bedeutung ‘Lineal’ hat. Offen bleibt jedoch, wie die dt. Wortform zustande kommt. Ist an Einflüsse synonymer Ausdrücke wie Lineal (s. d.) oder ital. scaffale ‘Regal’ zu denken? Kann Angleichung an im älteren Nhd. geläufige Substantive wie den Rechtsterminus Regal(e) n. ‘vom feudalen Staat verliehenes Hoheitsrecht’ (15. Jh., aus gleichbed. mlat. regale, substantiviertem Neutr. von lat. rēgālis ‘dem König zukommend, königlich’) oder die Instrumentenbezeichnung Regal n. ‘nur mit wenigen Zungenpfeifen ausgestattete kleine Orgel’ (Anfang 16. Jh., später auch für bestimmte Register in großen Orgeln, wohl ebenfalls von lat. rēgālis) vorliegen? Lautliche und semantische Anknüpfungsmöglichkeiten lassen sich ferner bei lat. rēgula ‘Leiste, Latte, Stab, Richtscheit, Lineal, Regel’, mnl. reghele, regle ‘Reihe, gerade Linie, Lineal, Regel’, mnl. rijghel ‘Riegel, Latte’, nl. richel ‘Leiste, Querbalken, Lattengestell, Bord, Sims’ finden (vgl. weitere Formen unter Regel und Riegel, s. d.). Bücherregal n. (Ende 17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Regal‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Regal‹.

Verwendungsbeispiele für ›Regal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Besonders gut ist es in diesem Raum gelungen, das Bett hinter Regalen zu verstecken. [o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 48]
Und wenn der nächste Tag anbrach, stand es noch immer im Regal. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 392]
In den Regalen stehen viele Bücher für die langen Nächte. [Die Zeit, 23.03.2000, Nr. 13]
Der teure Kaffee aus dem fairen Handel mit der Dritten Welt hat in den Regalen keinen Platz mehr. [Die Zeit, 22.12.1999, Nr. 52]
Zwei raumhohe Regale trennen die beiden Sofas vom dem übrigen Raum. [o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 370]
Zitationshilfe
„Regal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Regal#1>.

Weitere Informationen …

Regal, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Regals · Nominativ Plural: Regalien
Aussprache  [ʀeˈgaːl]
Worttrennung Re-gal
Wortbildung  mit ›Regal‹ als Erstglied: Regalienfeld  ·  mit ›Regal‹ als Letztglied: Bergregal · Jagdregal · Münzregal · Straßenregal · Zollregal
Herkunft aus gleichbedeutend regalemlat < rēgālislat ‘dem König zukommend, königlich’
eWDG

Bedeutung

historisch dem feudalen Staat vorbehaltenes und von ihm verliehenes, wirtschaftlich nutzbares Hoheitsrecht
Beispiele:
Jagdrecht, Fischereirecht, Münzrecht und Zollrecht waren Regalien
in diesem Gebiet war der Bergbau ein altes Regal
Er müsse […] das höchste Regal im Reich haben [ Ric. HuchDreißigjähr. Krieg2,32]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Regal · Bücherregal
Regal n. ‘Gestell mit Fächern für Bücher, Haushaltsgegenstände, Waren’, zuerst 1634 im typographischen Gewerbe (‘Gestell für Setzkästen’) nachweisbar, seit dem letzten Viertel des 17. Jhs. allgemein gebräuchlich (im 18./19. Jh. auch in der Variante Real); vgl. die nd. Formen Riōle f., Rijōl n. ‘Bord, Fach, Regal’ (18. Jh.), Reōl, Rajōl n. ‘Regal’ (19. Jh.), ferner (aus dem Nd.?) nl. riool n. ‘Setzregal’ als Druckereiwort (dagegen mnl. riōle f., nl. riool n. ‘Wasserablauf, Abwasserkanal’, wohl nach frz. rigole ‘kleiner Wassergraben, Rinne’). Die Herkunft des dt. Substantivs ist bisher nicht befriedigend geklärt. Einleuchtend erscheint die (schon von Frisch vertretene) Annahme eines Zusammenhangs mit ahd. rīga ‘Linie, Kreisbogen’, mhd. rige ‘Linie, Reihe, Wassergraben’ und (durch Ablaut und grammatischen Wechsel unterschieden) rīhe ‘Reihe, Linie, schmaler Gang, Rinne’ (s. Riege und Reihe). Nur ein mittelbarer Anschluß ergibt sich allerdings, wenn verschiedentlich Übernahme (in der Kaufmannssprache?) von ital. riga ‘Reihe, Streifen, Linie, Zeile, Lineal’ vermutet wird, das seinerseits aus dem Langobard. stammt. Hierfür könnte sprechen, daß Regal im 18. Jh. auch die Bedeutung ‘Lineal’ hat. Offen bleibt jedoch, wie die dt. Wortform zustande kommt. Ist an Einflüsse synonymer Ausdrücke wie Lineal (s. d.) oder ital. scaffale ‘Regal’ zu denken? Kann Angleichung an im älteren Nhd. geläufige Substantive wie den Rechtsterminus Regal(e) n. ‘vom feudalen Staat verliehenes Hoheitsrecht’ (15. Jh., aus gleichbed. mlat. regale, substantiviertem Neutr. von lat. rēgālis ‘dem König zukommend, königlich’) oder die Instrumentenbezeichnung Regal n. ‘nur mit wenigen Zungenpfeifen ausgestattete kleine Orgel’ (Anfang 16. Jh., später auch für bestimmte Register in großen Orgeln, wohl ebenfalls von lat. rēgālis) vorliegen? Lautliche und semantische Anknüpfungsmöglichkeiten lassen sich ferner bei lat. rēgula ‘Leiste, Latte, Stab, Richtscheit, Lineal, Regel’, mnl. reghele, regle ‘Reihe, gerade Linie, Lineal, Regel’, mnl. rijghel ‘Riegel, Latte’, nl. richel ‘Leiste, Querbalken, Lattengestell, Bord, Sims’ finden (vgl. weitere Formen unter Regel und Riegel, s. d.). Bücherregal n. (Ende 17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Regal‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Regal‹.

Verwendungsbeispiele für ›Regal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Besonders gut ist es in diesem Raum gelungen, das Bett hinter Regalen zu verstecken. [o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 48]
In den Regalen stehen viele Bücher für die langen Nächte. [Die Zeit, 23.03.2000, Nr. 13]
Der teure Kaffee aus dem fairen Handel mit der Dritten Welt hat in den Regalen keinen Platz mehr. [Die Zeit, 22.12.1999, Nr. 52]
Steht jetzt alles im Regal, pro Land zwei Kilo, global drei. [Die Zeit, 09.09.1999, Nr. 37]
Im Regal seines Ladens liegt ein kleines Stück eines solchen Nests. [Die Zeit, 16.06.2013, Nr. 23]
Zitationshilfe
„Regal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Regal#2>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Refutation
Refusion
Refus
Refundierung
Refugié
Regalboden
Regalbrett
Regalfach
Regalienfeld
Regalität