Regal, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Regals · Nominativ Plural: Regale
Aussprache
WorttrennungRe-gal
Wortbildung mit ›Regal‹ als Erstglied: ↗Regalbrett · ↗Regalfach · ↗Regalteil · ↗Regalwand
 ·  mit ›Regal‹ als Letztglied: ↗Aktenregal · ↗Bibelregal · ↗Buchregal · ↗Bücherregal · ↗Hochregal · ↗Stringregal · ↗Verkaufsregal · ↗Wandregal · ↗Warenregal
eWDG, 1974

Bedeutung

aus Holz oder Metall gefertigtes Gestell für Bücher, Haushaltsartikel, Waren
Beispiele:
ein hohes, kleines, offenes, verglastes, mit Büchern gefülltes Regal
er stellte den Band ins Regal zurück
Akten ins Regal legen
Stoffe, Schuhkartons, Ersatzteile lagern in langen Regalen
Konservendosen, Flaschen stehen im Regal
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Regal · Bücherregal
Regal n. ‘Gestell mit Fächern für Bücher, Haushaltsgegenstände, Waren’, zuerst 1634 im typographischen Gewerbe (‘Gestell für Setzkästen’) nachweisbar, seit dem letzten Viertel des 17. Jhs. allgemein gebräuchlich (im 18./19. Jh. auch in der Variante Real); vgl. die nd. Formen Riōle f., Rijōl n. ‘Bord, Fach, Regal’ (18. Jh.), Reōl, Rajōl n. ‘Regal’ (19. Jh.), ferner (aus dem Nd.?) nl. riool n. ‘Setzregal’ als Druckereiwort (dagegen mnl. riōle f., nl. riool n. ‘Wasserablauf, Abwasserkanal’, wohl nach frz. rigole ‘kleiner Wassergraben, Rinne’). Die Herkunft des dt. Substantivs ist bisher nicht befriedigend geklärt. Einleuchtend erscheint die (schon von Frisch vertretene) Annahme eines Zusammenhangs mit ahd. rīga ‘Linie, Kreisbogen’, mhd. rige ‘Linie, Reihe, Wassergraben’ und (durch Ablaut und grammatischen Wechsel unterschieden) rīhe ‘Reihe, Linie, schmaler Gang, Rinne’ (s. ↗Riege und ↗Reihe). Nur ein mittelbarer Anschluß ergibt sich allerdings, wenn verschiedentlich Übernahme (in der Kaufmannssprache?) von ital. riga ‘Reihe, Streifen, Linie, Zeile, Lineal’ vermutet wird, das seinerseits aus dem Langobard. stammt. Hierfür könnte sprechen, daß Regal im 18. Jh. auch die Bedeutung ‘Lineal’ hat. Offen bleibt jedoch, wie die dt. Wortform zustande kommt. Ist an Einflüsse synonymer Ausdrücke wie ↗Lineal (s. d.) oder ital. scaffale ‘Regal’ zu denken? Kann Angleichung an im älteren Nhd. geläufige Substantive wie den Rechtsterminus Regal(e) n. ‘vom feudalen Staat verliehenes Hoheitsrecht’ (15. Jh., aus gleichbed. mlat. regale, substantiviertem Neutr. von lat. rēgālis ‘dem König zukommend, königlich’) oder die Instrumentenbezeichnung Regal n. ‘nur mit wenigen Zungenpfeifen ausgestattete kleine Orgel’ (Anfang 16. Jh., später auch für bestimmte Register in großen Orgeln, wohl ebenfalls von lat. rēgālis) vorliegen? Lautliche und semantische Anknüpfungsmöglichkeiten lassen sich ferner bei lat. rēgula ‘Leiste, Latte, Stab, Richtscheit, Lineal, Regel’, mnl. reghele, regle ‘Reihe, gerade Linie, Lineal, Regel’, mnl. rijghel ‘Riegel, Latte’, nl. richel ‘Leiste, Querbalken, Lattengestell, Bord, Sims’ finden (vgl. weitere Formen unter ↗Regel und ↗Riegel, s. d.). Bücherregal n. (Ende 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Regal  ●  ↗Rack  fachspr., engl., Jargon
Unterbegriffe
  • Fahrregal · Hebelschubanlage · Rollregal · Schieberegal · Verschieberegal
  • Gondelregal · freistehendes Regal  ●  ↗Gondel (Ladeneinrichtung)  ugs., Jargon
  • Wandregal
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktenordner Bibliothek Blei Buch Buchhandlunge Buchladen Kaufhaus Laden Ordner Plattenladen Schrank Schreibtisch Supermarkt Vitrine Ware auffüllen biegen deckenhoch füllen gefüllt hinter lagern leer leergeräumt meterhoch räumen stapeln stöbern verbannen verstauben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Regal‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zu schnell verschwinde die teuer entwickelte Ware aus den Regalen.
Die Welt, 20.03.2006
An den Wänden hängen zahlreiche Bilder, und es gibt sogar Regale mit allerlei Büchern.
Der Tagesspiegel, 21.12.2003
Irgendwann blieb ich vor diesem selbstgemachten Regal mit ihren Büchern stehen.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 178
Er verschwand in den langen Gängen zwischen den einzelnen Regalen.
Cotton, Jerry [d.i. Hober, Heinz Werner]: Die Killer sind unter uns, Bergisch Gladbach: Bastei [1971] [1956], S. 10
Die Häuser standen wohlgeordnet wie Bücher in Regalen auf den gepflegten Straßen.
Lichtenstein, Alfred: Cafe Klößchen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 41616
Zitationshilfe
„Regal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Regal#1>, abgerufen am 16.10.2019.

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Regal, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Regals · Nominativ Plural: Regalien
Aussprache
WorttrennungRe-gal
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Regal‹ als Letztglied: ↗Bergregal · ↗Jagdregal · ↗Münzregal · ↗Straßenregal · ↗Zollregal
eWDG, 1974

Bedeutung

historisch dem feudalen Staat vorbehaltenes und von ihm verliehenes, wirtschaftlich nutzbares Hoheitsrecht
Beispiele:
Jagdrecht, Fischereirecht, Münzrecht und Zollrecht waren Regalien
in diesem Gebiet war der Bergbau ein altes Regal
Er müsse […] das höchste Regal im Reich haben [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg2,32]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Regal · Bücherregal
Regal n. ‘Gestell mit Fächern für Bücher, Haushaltsgegenstände, Waren’, zuerst 1634 im typographischen Gewerbe (‘Gestell für Setzkästen’) nachweisbar, seit dem letzten Viertel des 17. Jhs. allgemein gebräuchlich (im 18./19. Jh. auch in der Variante Real); vgl. die nd. Formen Riōle f., Rijōl n. ‘Bord, Fach, Regal’ (18. Jh.), Reōl, Rajōl n. ‘Regal’ (19. Jh.), ferner (aus dem Nd.?) nl. riool n. ‘Setzregal’ als Druckereiwort (dagegen mnl. riōle f., nl. riool n. ‘Wasserablauf, Abwasserkanal’, wohl nach frz. rigole ‘kleiner Wassergraben, Rinne’). Die Herkunft des dt. Substantivs ist bisher nicht befriedigend geklärt. Einleuchtend erscheint die (schon von Frisch vertretene) Annahme eines Zusammenhangs mit ahd. rīga ‘Linie, Kreisbogen’, mhd. rige ‘Linie, Reihe, Wassergraben’ und (durch Ablaut und grammatischen Wechsel unterschieden) rīhe ‘Reihe, Linie, schmaler Gang, Rinne’ (s. ↗Riege und ↗Reihe). Nur ein mittelbarer Anschluß ergibt sich allerdings, wenn verschiedentlich Übernahme (in der Kaufmannssprache?) von ital. riga ‘Reihe, Streifen, Linie, Zeile, Lineal’ vermutet wird, das seinerseits aus dem Langobard. stammt. Hierfür könnte sprechen, daß Regal im 18. Jh. auch die Bedeutung ‘Lineal’ hat. Offen bleibt jedoch, wie die dt. Wortform zustande kommt. Ist an Einflüsse synonymer Ausdrücke wie ↗Lineal (s. d.) oder ital. scaffale ‘Regal’ zu denken? Kann Angleichung an im älteren Nhd. geläufige Substantive wie den Rechtsterminus Regal(e) n. ‘vom feudalen Staat verliehenes Hoheitsrecht’ (15. Jh., aus gleichbed. mlat. regale, substantiviertem Neutr. von lat. rēgālis ‘dem König zukommend, königlich’) oder die Instrumentenbezeichnung Regal n. ‘nur mit wenigen Zungenpfeifen ausgestattete kleine Orgel’ (Anfang 16. Jh., später auch für bestimmte Register in großen Orgeln, wohl ebenfalls von lat. rēgālis) vorliegen? Lautliche und semantische Anknüpfungsmöglichkeiten lassen sich ferner bei lat. rēgula ‘Leiste, Latte, Stab, Richtscheit, Lineal, Regel’, mnl. reghele, regle ‘Reihe, gerade Linie, Lineal, Regel’, mnl. rijghel ‘Riegel, Latte’, nl. richel ‘Leiste, Querbalken, Lattengestell, Bord, Sims’ finden (vgl. weitere Formen unter ↗Regel und ↗Riegel, s. d.). Bücherregal n. (Ende 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Regal  ●  ↗Rack  fachspr., engl., Jargon
Unterbegriffe
  • Fahrregal · Hebelschubanlage · Rollregal · Schieberegal · Verschieberegal
  • Gondelregal · freistehendes Regal  ●  ↗Gondel (Ladeneinrichtung)  ugs., Jargon
  • Wandregal
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktenordner Bibliothek Blei Buch Buchhandlunge Buchladen Kaufhaus Laden Ordner Plattenladen Schrank Schreibtisch Supermarkt Vitrine Ware auffüllen biegen deckenhoch füllen gefüllt hinter lagern leer leergeräumt meterhoch räumen stapeln stöbern verbannen verstauben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Regal‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zu dieser Zeit erscheint also das Geleit schon als nutzbares Regal der Landesherren, das sie dem Reiche abgewonnen hatten.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 419
Dieser Quellenfund gibt dem Verfasser Veranlassung zu Ausführungen über die Bergwerksrechte als Regal.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1928, S. 365
Sie war Regal und wurde von Beutnern betrieben, die in eigenen Dörfern angesiedelt wurden.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1940, S. 351
Zitationshilfe
„Regal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Regal#2>, abgerufen am 16.10.2019.

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