Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Regel, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Regel · Nominativ Plural: Regeln
Aussprache  [ˈʀeːgl̩]
Worttrennung Re-gel
Wortbildung  mit ›Regel‹ als Erstglied: Regelaltersgrenze · Regelanfrage · Regelauslegung · Regelbedarf · Regelbeschwerden · Regelbetrieb · Regelblutung · Regelbuch · Regeleinrichtung · Regelfall · Regelgröße · Regelkalender · Regelklasse · Regelkreis · Regelleistung1 · Regelmechanismus · Regelschule · Regelspur · Regelstrecke · Regelsystem · Regeltarif · Regeltechnik · Regelvorgang · Regelwerk · Regelwissen · Regelzyklus · Regelüberwachung · regelbasiert · regelgemäß · regelgerecht · regelhaft · regelkonform · regellos · regelmäßig · regelrecht · regelwidrig
 ·  mit ›Regel‹ als Letztglied: 2-G-Regel · 2G-Regel · 3-G-Regel · 3-Sekunden-Regel · 3G-Regel · AHA-Regel · Abstandregel · Abstandsregel · Anstandsregel · Asylregel · Augustinerregel · Auktionsregel · Auslegungsregel · Ausnahmeregel · Bauernregel · Betonungsregel · Bilanzierungsregel · Daumenregel · Drei-G-Regel · Dreisekundenregel · Dudenregel · Elementarregel · Entscheidungsregel · Erfahrungsregel · Faustregel · Grundregel · Handlungsregel · Hauptregel · Hustenregel · Hustregel · Interpunktionsregel · Klosterregel · Lebensregel · Maßregel · Mehrheitsregel · Niesregel · Ordensregel · Quotientenregel · Rechtschreiberegel · Rechtschreibregel · Rechtschreibungsregel · Rechtsregel · Schlussregel · Sonderregel · Spielregel · Sprachregel · Transformationsregel · Vererbungsregel · Verfahrensregel · Verhaltensregel · Verhaltungsregel · Verkehrsregel · Verteilungsregel · Vorfahrtregel · Vorfahrtsregel · Vorsichtsregel · Wettbewerbsregel · Wetterregel · Wettkampfregel · Zumutbarkeitsregel · Zwei-G-Regel
 ·  mit ›Regel‹ als Binnenglied: Abstandsregeltempomat
Mehrwortausdrücke  i. d. R. · in der Regel
eWDG

Bedeutungen

1.
auf Festlegung, Übereinkunft beruhende oder durch Erkenntnis bestimmter Gesetzmäßigkeiten und durch Erfahrung gewonnene Richtlinie (des Verhaltens), Vorschrift
Beispiele:
gültige, anerkannte, feste, strenge, goldene, ungeschriebene Regeln
grammatische, mathematische Regeln
die Regeln der Sprache, Dichtkunst, klassischen Tragödie, Rechtschreibung, eines Spiels, der Höflichkeit, des Zusammenlebens, guten Tones
die Regeln kennen, befolgen, anwenden, beachten, außer Acht lassen, verletzen, übertreten, durchbrechen
dafür lässt sich keine Regel aufstellen
jmdm. die Regeln erklären
sich nicht an Regeln kehren
sich streng an die Regel halten
gegen die Regel verstoßen
er lebt genau nach der Regel (= ganz regelmäßig)
umgangssprachlich nach allen Regeln der Kunstganz richtig, gehörig, tüchtig
Beispiele:
etw. nach allen Regeln der Kunst ausführen, beherrschen
nach allen Regeln der Kunst lügen
jmdn. nach allen Regeln der Kunst ausfragen, verprügeln
2.
das Übliche, Gewohnte, für die Mehrzahl der Fälle Geltende
Beispiele:
das ist, bildet hier schon die Regel
dieses Verhalten gilt als Regel, wird (bei ihm) zur Regel
sich [Dativ] etw. zur Regel machen
sprichwörtlichkeine Regel ohne Ausnahme
sprichwörtlichAusnahmen bestätigen die Regel
daß Erlebnisse dieser Art durchaus nicht die Regel sind [ KaschnitzHaus32]
in der Regelmeist, fast immer
Beispiele:
in der Regel benutzt er die Straßenbahn
die Vorstellungen sind in der Regel sehr gut besucht
der Kampf begann also in der Regel schon um den Vorsitz [ BebelAus meinem Leben86]
3.
Menstruation
Beispiele:
die monatliche Regel
die Regel kommt, bleibt aus, hat ausgesetzt, aufgehört
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Regel · regeln · Regelung · Regler · regelmäßig · regelrecht · regulieren · Regulierung · regulär · Regularität · Regulator
Regel f. ‘Richtschnur, Richtlinie, Vorschrift, Norm, gewohnte Ordnung’, auch (wegen der regelmäßigen Wiederkehr) ‘Menstruation’, ahd. regula ‘Ordensregel, Regel, Richtschnur’ (9. Jh.), mhd. regel(e) ‘Ordensregel, Regel, Vorschrift, Norm, Maß’ ist, zunächst als Ausdruck des Klosterlebens, wie mnd. regule, reg(g)ele f. ‘(Ordens)regel, Lehre, Richtschnur’, mnl. reghele, regle f. ‘(Ordens)regel, Richtschnur, Reihe, gerade Linie, Lineal’, nl. regel m. ‘Linie, Zeile, Norm, gewohnte Ordnung, Richtschnur, Ordensregel, Menstruation’, aengl. regol m. ‘Regel, Kanon, Gesetz, Muster, Lineal’, anord. regula (durch mnd. Vermittlung auch regla) f. ‘Ordensregel’ aus mlat. regula f. ‘Ordensregel, Vorschrift, Richtschnur, Richtscheit, Meßlatte, Lineal’ übernommen (vgl. die bis ins 18. Jh. gebräuchliche bildungssprachliche Variante nhd. Regul, gestützt durch regulieren, s. unten). Das mlat. Substantiv, dessen Stammvokal nach Ausweis der germ. Entlehnungen kurz zu sein scheint (falls der bei Länge meist auftretende Wandel zu ī im Germ. hier nicht wegen des weiterhin deutlich empfundenen Zusammenhangs mit der lat. Form unterblieb), setzt lat. rēgula ‘Leiste, Latte, Stab, Richtscheit, Lineal, Regel, Richtschnur, Grundsatz’ fort, eine dehnstufige Nominalbildung zu lat. regere ‘geraderichten, lenken, leiten, herrschen’. Dazu regeln Vb. ‘in eine bestimmte Ordnung bringen, nach Regeln ordnen’ (2. Hälfte 18. Jh., vereinzelt schon geregelt für spätlat. rēgulāriter im frühen 16. Jh.); Regelung f. ‘das Regeln, Ordnen, Festlegung, Vorschrift’ (19. Jh.); Regler m. ‘Vorrichtung zum selbsttätigen Regeln bestimmter Größen’ in der Technik (19. Jh.), zuvor gelegentlich von Personen ‘wer alles nach Regeln ordnen will’ (Ende 18. Jh., ohne Zusammenhang mit mhd. regelære ‘Mönch, besonders nach der Regel des heiligen Augustinus lebender Kanoniker’, mlat. canonicus regularis); regelmäßig Adj. ‘nach bestimmten Regeln geordnet, gleichmäßig’ (2. Hälfte 17. Jh.), adverbiell ‘in gleichbleibendem Turnus wiederkehrend, immer’ (Ende 18. Jh.); regelrecht Adj. ‘ordnungsgemäß, richtig’ (Anfang 18. Jh., erst im 19. Jh. geläufig). regulieren Vb. ‘in eine bestimmte Ordnung bringen, (bei Störungen) ausgleichen’ (seit Ende 18. Jh. vorwiegend terminologisch; in der Allgemeinsprache, im 20. Jh. teilweise auch in der Technik durch regeln ersetzt), mhd. regulieren ‘nach einer Regel ausführen’, entlehnt aus spätlat. rēgulāre ‘regeln, einrichten’, zu lat. rēgula (s. oben); dazu Regulierung f. ‘das Ordnen, Ausgleichen’ (um 1800, mit zunehmender Häufigkeit vor allem Bestandteil fachlicher Komposita). regulär Adj. ‘ordnungsgemäß, richtig’ (Ende 18. Jh.), zuvor ‘gleiche Teile habend, regelmäßig angeordnet, symmetrisch’ (von geometrischen Gebilden, namentlich im Festungsbau, 2. Hälfte 16. Jh.), anfangs in der Form regular, seit Ende 17. Jh. (wohl unter dem Einfluß von gleichbed. frz. régulier) französierend regulär, regulair, Übernahme von spätlat. rēgulāris ‘regelmäßig, eine Richtschnur enthaltend’ (lat. ‘zur Schiene formbar, Schienen-’, zu lat. rēgula, s. oben); dazu Regularität f. ‘Regelmäßigkeit, Richtigkeit’ (Mitte 17. Jh.), nach gleichbed. frz. régularité, einer gelehrten Bildung zu spätlat. rēgulāris (vgl. spätlat. irrēgulāritās ‘Stand des Weltgeistlichen’). Regulator m. ‘Regler’ zur Einstellung des gleichmäßigen Ganges einer Maschine (18. Jh.), ‘Wanduhr’ mit verstellbarem Pendel (19. Jh.), gelehrte Bildung zu spätlat. rēgulāre (s. oben). Vgl. frz. régulateur (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Menstruation · Monatsblutung · Monatsregel · Periode · Regelblutung · Zyklus  ●  Menses  fachspr. · Regel  ugs. · Tage  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Richtlinie · Verfügung · Verordnung · Vorgabe · Vorschrift  ●  Order  militärisch · Regel  Hauptform
Oberbegriffe
  • handlungsleitende Norm(en)
Assoziationen
Synonymgruppe
Norm · Regel
Oberbegriffe
  • handlungsleitende Norm(en)
Assoziationen
Synonymgruppe
Brauch · Gepflogenheit · Gewohnheit · Konvention · Regel · Sitte · Usus  ●  Spielregel(n)  ugs., fig. · Usance  fachspr. · Usanz  fachspr., schweiz.
Oberbegriffe
  • handlungsleitende Norm(en)
  • gesellschaftliche Norm · soziale Norm · soziales Skript
Assoziationen
Synonymgruppe
Norm · Normalität · Regel
Assoziationen
Synonymgruppe
Synonymgruppe
Oberbegriffe
  • handlungsleitende Norm(en)
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Regel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Regel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Regel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Regel kann man auch ein Bild des Autors bewundern. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 434]
In der Regel geht es dabei um einen Fall mit zwei möglichen Lösungen. [Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 43]
Ausgehend von der gesellschaftlichen Situation leitet er allgemeine Regeln für die Literatur ab. [Barthel, Henner (Hg.), Politische Reden in der DDR, St. Ingbert: Röhrig 1998, S. 34]
Das Verständnis einer symbolischen Handlung ist an die Kompetenz gebunden, einer Regel zu folgen. [Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns - Bd. 2. Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 25]
Wir haben uns aber zur strengen Regel gemacht, mit dem Volk nur eine wahrhaftige Sprache zu sprechen. [Der Spiegel, 22.12.1986]
Zitationshilfe
„Regel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Regel>.

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