Regelung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Regelung · Nominativ Plural: Regelungen
Nebenform selten Reglung · Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Reglung · Nominativ Plural: Reglungen
WorttrennungRe-ge-lung · Reg-lung
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
das Ordnen, Regeln
Beispiele:
die Regelung des Verkehrs, persönlicher Angelegenheiten, der Kosten, eines Nachlasses
eine baldige Regelung aller offenen Fragen
Kybernetik Ausgleich innerhalb eines Regelkreises, durch den eine Größe entgegen störenden Einwirkungen nach einer vorgegebenen Funktion geregelt wird
Beispiele:
die automatische Regelung
die stufenlose Regelung der Temperatur
Vorgänge der Steuerung und Regelung
Probleme biologischer Regelung
2.
in einer bestimmten Weise getroffene Festlegung, Vorschrift, durch die etw. geregelt wird
Beispiele:
eine rechtliche, gesetzliche, gültige, einheitliche Regelung
eine starre Regelung treffen
die tarifliche Regelung für Reparaturarbeiten
er hielt sich an die bisherige Regelung
diese Regelung tritt ab März in Kraft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Regel · regeln · Regelung · Regler · regelmäßig · regelrecht · regulieren · Regulierung · regulär · Regularität · Regulator
Regel f. ‘Richtschnur, Richtlinie, Vorschrift, Norm, gewohnte Ordnung’, auch (wegen der regelmäßigen Wiederkehr) ‘Menstruation’, ahd. regula ‘Ordensregel, Regel, Richtschnur’ (9. Jh.), mhd. regel(e) ‘Ordensregel, Regel, Vorschrift, Norm, Maß’ ist, zunächst als Ausdruck des Klosterlebens, wie mnd. regule, reg(g)ele f. ‘(Ordens)regel, Lehre, Richtschnur’, mnl. reghele, regle f. ‘(Ordens)regel, Richtschnur, Reihe, gerade Linie, Lineal’, nl. regel m. ‘Linie, Zeile, Norm, gewohnte Ordnung, Richtschnur, Ordensregel, Menstruation’, aengl. regol m. ‘Regel, Kanon, Gesetz, Muster, Lineal’, anord. regula (durch mnd. Vermittlung auch regla) f. ‘Ordensregel’ aus mlat. regula f. ‘Ordensregel, Vorschrift, Richtschnur, Richtscheit, Meßlatte, Lineal’ übernommen (vgl. die bis ins 18. Jh. gebräuchliche bildungssprachliche Variante nhd. Regul, gestützt durch regulieren, s. unten). Das mlat. Substantiv, dessen Stammvokal nach Ausweis der germ. Entlehnungen kurz zu sein scheint (falls der bei Länge meist auftretende Wandel zu ī im Germ. hier nicht wegen des weiterhin deutlich empfundenen Zusammenhangs mit der lat. Form unterblieb), setzt lat. rēgula ‘Leiste, Latte, Stab, Richtscheit, Lineal, Regel, Richtschnur, Grundsatz’ fort, eine dehnstufige Nominalbildung zu lat. regere ‘geraderichten, lenken, leiten, herrschen’. Dazu regeln Vb. ‘in eine bestimmte Ordnung bringen, nach Regeln ordnen’ (2. Hälfte 18. Jh., vereinzelt schon geregelt für spätlat. rēgulāriter im frühen 16. Jh.); Regelung f. ‘das Regeln, Ordnen, Festlegung, Vorschrift’ (19. Jh.); Regler m. ‘Vorrichtung zum selbsttätigen Regeln bestimmter Größen’ in der Technik (19. Jh.), zuvor gelegentlich von Personen ‘wer alles nach Regeln ordnen will’ (Ende 18. Jh., ohne Zusammenhang mit mhd. regelære ‘Mönch, besonders nach der Regel des heiligen Augustinus lebender Kanoniker’, mlat. canonicus regularis); regelmäßig Adj. ‘nach bestimmten Regeln geordnet, gleichmäßig’ (2. Hälfte 17. Jh.), adverbiell ‘in gleichbleibendem Turnus wiederkehrend, immer’ (Ende 18. Jh.); regelrecht Adj. ‘ordnungsgemäß, richtig’ (Anfang 18. Jh., erst im 19. Jh. geläufig). regulieren Vb. ‘in eine bestimmte Ordnung bringen, (bei Störungen) ausgleichen’ (seit Ende 18. Jh. vorwiegend terminologisch; in der Allgemeinsprache, im 20. Jh. teilweise auch in der Technik durch regeln ersetzt), mhd. regulieren ‘nach einer Regel ausführen’, entlehnt aus spätlat. rēgulāre ‘regeln, einrichten’, zu lat. rēgula (s. oben); dazu Regulierung f. ‘das Ordnen, Ausgleichen’ (um 1800, mit zunehmender Häufigkeit vor allem Bestandteil fachlicher Komposita). regulär Adj. ‘ordnungsgemäß, richtig’ (Ende 18. Jh.), zuvor ‘gleiche Teile habend, regelmäßig angeordnet, symmetrisch’ (von geometrischen Gebilden, namentlich im Festungsbau, 2. Hälfte 16. Jh.), anfangs in der Form regular, seit Ende 17. Jh. (wohl unter dem Einfluß von gleichbed. frz. régulier) französierend regulär, regulair, Übernahme von spätlat. rēgulāris ‘regelmäßig, eine Richtschnur enthaltend’ (lat. ‘zur Schiene formbar, Schienen-’, zu lat. rēgula, s. oben); dazu Regularität f. ‘Regelmäßigkeit, Richtigkeit’ (Mitte 17. Jh.), nach gleichbed. frz. régularité, einer gelehrten Bildung zu spätlat. rēgulāris (vgl. spätlat. irrēgulāritās ‘Stand des Weltgeistlichen’). Regulator m. ‘Regler’ zur Einstellung des gleichmäßigen Ganges einer Maschine (18. Jh.), ‘Wanduhr’ mit verstellbarem Pendel (19. Jh.), gelehrte Bildung zu spätlat. rēgulāre (s. oben). Vgl. frz. régulateur (18. Jh.).

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Regelung · ↗Regulation · ↗Regulierung · ↗Steuerung
Unterbegriffe
  • PTP-Steuerung · Punktsteuerung
  • Datenflusskontrolle · Datenflusssteuerung
  • Antriebsschlupfregelung · ↗Traktionskontrolle  ●  Antischlupfregelung  ugs.
  • Chopper-Steuerung · Impulssteuerung
  • VPS · verbindungsprogrammierte Steuerung  ●  festverdrahtete Logik  ugs. · festverdrahtete Steuerung  ugs.
  • Lageregelung · ↗Stabilisation
  • Bahnsteuerung · CP-Steuerung
  • Lageregelung · Positionsregelung
  • Ablaufsteuerung · Schrittkette
  • Dampfmaschinensteuerung · ↗Steuerung
  • Prozesslenkung · Prozessregelung · ↗Prozesssteuerung
Assoziationen
Jura
Synonymgruppe
Bestimmung · ↗Klausel · Regelung
Unterbegriffe
  • Hausgesetz · ↗Hausordnung · Hausvertrag
  • Britenbonus · Britenrabatt · Britenscheck · VK-Ausgleich
  • Fünf-Prozent-Hürde · Fünf-Prozent-Klausel
  • Meistbegünstigtenklausel · Meistbegünstigungsprinzip
  • Brückenklausel · Passerelle-Klausel · Passerelle-Regelung
  • Junktim · Junktimklausel
Assoziationen
  • Statuten · Verfahrensregeln · interne Regularien  ●  ↗Satzung  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

abweichend bestehend bisherig bundeseinheitlich derzeitig einheitlich einvernehmlich endgültig entsprechend flexibel friedlich gelten geltend geplant gesetzlich getroffen großzügig jetzig klar neu rechtlich tariflich tarifvertraglich triefen umfassend verbindlich vernünftig vertraglich vorgesehen vorsehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Regelung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Union drängt darauf, bereits 2015 eine gesetzliche Regelung zu haben.
Die Zeit, 26.11.2013, Nr. 48
Dabei haben sie sich naheliegenderweise auch der Regelung ihrer eigenen Rechte als Länder im Bund besonders liebevoll angenommen.
Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 35
Wer die öffentlichen Mittel aufzubringen hat, bleibt der Regelung durch die Länder vorbehalten.
o. A.: Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten beim Menschen (Bundes-Seuchengesetz). In: Sartorius 1: Verfassungs- und Verwaltungsgesetze der Bundesrepublik Deutschland, München: Beck 1998
Soweit die Länder für die Durchführung zuständig sind, können sie abweichende Regelungen treffen.
o. A.: Gesetz zur Regelung der Sicherheitsanforderungen an Produkte und zum Schutz der CE-Kennzeichnung (Produktsicherheitsgesetz - ProdSG). In: Schönfelder: Deutsche Gesetze : Sammlung des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts (Ergänzungslieferung), München: Beck 1997
Das Interesse an einer friedlichen Regelung ist für diese Länder überwältigend groß.
Kursbuch, 1966, Bd. 4
Zitationshilfe
„Regelung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Regelung>, abgerufen am 07.12.2019.

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