Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Regime, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Regimes · Nominativ Plural: Regime(s)
Aussprache  [ʀeˈʒiːm]
Worttrennung Re-gime
Wortbildung  mit ›Regime‹ als Erstglied: Regimeanhänger · Regimegegner · Regimekritik · Regimekritiker · regimefeindlich · regimekritisch · regimetreu
 ·  mit ›Regime‹ als Letztglied: Apartheidregime · Apartheidsregime · Atomregime · Besatzungsregime · Grenzregime · Kolonialregime · Marionettenregime · Militärregime · NS-Regime · Naziregime · Sparsamkeitsregime · Terrorregime · Unrechtsregime · Willkürregime
Herkunft aus gleichbedeutend régimefrz

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [abwertend] durch Regierung und Verwaltungsapparat verkörperte Staatsgewalt
    1. [umgangssprachlich, übertragen] Leitung
  2. 2. [veraltet] System, Ordnung
eWDG

Bedeutungen

1.
abwertend durch Regierung und Verwaltungsapparat verkörperte Staatsgewalt
Beispiele:
das alte, überlebte, reaktionäre, faschistische Regime
der Kampf der Arbeiter gegen das herrschende imperialistische Regime
das parlamentarische Regime in Deutschland [ A. ZweigEinsetzung238]
die Verbrechen des Regimes (= der faschistischen Diktatur) [ BrechtGedichte236]
umgangssprachlich, übertragen Leitung
Beispiele:
in seiner Abteilung herrscht ein strenges Regime
unter seinem Regime hat sich der Betrieb gut entwickelt
2.
veraltet System, Ordnung
Beispiele:
ein konsequentes Regime der Sparsamkeit
Dazu wurde das Regime eines Durchlaufofens ein wenig geändert [ SteenbeckWissen142]
das Regime der Bewirtschaftung [ Urania1963]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Regime n. ‘Leitung, Herrschaft, Regierung, Staatsverwaltung’ (Ende 18. Jh.), Übernahme von gleichbed. frz. régime. Diesem liegt lat. regimen ‘Lenkung, Leitung, Regierung’ (zu lat. regere, s. regieren) zugrunde, das vom 15. bis 18. Jh. auch in dt. Texten begegnet. Die Bedeutung ‘herrschendes politisches System, Herrschafts-, Regierungsform’ in abschätzigem Sinne entwickelt Regime mit Beginn des 20. Jhs. Der heute auch in Wirtschaft und Technik übliche Gebrauch im Sinne von ‘Ordnung, System, Arbeitsweise’ (Mitte 20. Jh.) steht wohl unter dem Einfluß von (auch aus dem Frz. stammendem) gleichbed. russ. režím (режим).

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›Regime‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Regime‹.

Verwendungsbeispiele für ›Regime‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gegen diese pflegt sich also der Ingrimm des jeweiligen Regimes zu richten. [Schultze-Pfaelzer, Gerhard: Propaganda, Agitation, Reklame, Berlin: Stilke 1923, S. 159]
Anderseits nutzte das kaiserliche Regime die verbesserte außenpolitische Situation zum Ausbau der außenwirtschaftlichen Verflechtungen. [Gurland, A. R. L.: Wirtschaft und Gesellschaft im Übergang zum Zeitalter der Industrie. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 15581]
Frage: Was ist Ihnen über das Regime im Lager bekannt? [o. A.: Achtundfünfzigster Tag. Mittwoch, 13. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 7693]
Aber heute geht sie auf jede Demonstration gegen das Regime. [Der Spiegel, 03.11.1986]
Zahlreiche Kardinäle hielten jedoch schon dieses Regime für zu progressistisch. [o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 16098]
Zitationshilfe
„Regime“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Regime>.

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