Regiment, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Regiment(e)s · Nominativ Plural: Regimenter/Regimente
Aussprache
WorttrennungRe-gi-ment
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Regiment‹ als Erstglied: ↗Regimentsarzt · ↗Regimentschef · ↗Regimentsfahne · ↗Regimentskamerad · ↗Regimentskapelle · ↗Regimentskommandeur · ↗Regimentsmusik · ↗Regimentsstab · ↗regimenterweise
 ·  mit ›Regiment‹ als Letztglied: ↗Artillerieregiment · ↗Dragonerregiment · ↗Eliteregiment · ↗Garderegiment · ↗Infanterieregiment · ↗Strafregiment · ↗Wachregiment
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Pl. -er
Militär mehrere Bataillone und Spezialeinheiten umfassender Truppenteil
Beispiele:
das Regiment lag in dieser Stadt, war auf dem Marsch
ein Oberst führte das Regiment
das Regiment aufmarschieren lassen
er wurde zu einem anderen Regiment versetzt
übertragen
Beispiel:
scherzhaft ein ganzes Regiment geschnitzter Holzbären (= eine große Anzahl geschnitzter Holzbären) [HildesheimerParadies11]
2.
Pl. -e, meist im Singular
Herrschaft, Leitung
Beispiele:
ein eisernes, straffes, despotisches, nüchternes, mildes Regiment
das geistliche, kirchliche, päpstliche Regiment
das Regiment führen, in der Hand haben, aus den Händen geben, an sich reißen
umgangssprachlich in dieser Ehe führt die Frau das Regiment
umgangssprachlich er führt im Hause, zu Hause das Regiment
daß die Stadt unter ihrem [der Ratsherren] Regiment nicht ihrer edelsten Kleinodien beraubt ... werde [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg2,17]
bildlich
Beispiel:
gehoben der Winter führt ein strenges Regiment
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Regiment n. ‘Herrschaft, Leitung, Verwaltung, Obrigkeitsgewalt’, entlehnt (Anfang 15. Jh.) aus spätlat. regimentum ‘Leitung, Regierung’, zu lat. regere (s. ↗regieren). Seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. (in den Landsknechtsheeren) ‘unter dem Befehl eines Obersten stehende Kriegerschar von mehreren tausend Mann beim Fußvolk, von etwa tausend Mann bei der Reiterei’; zuerst wohl eigentlich der Ort, wo der Oberst des auf mehrere Ortschaften verteilten Kriegsvolkes sein Quartier hat. Heute ‘aus mehreren Bataillonen und Spezialeinheiten bestehender (daher auch selbständig kampffähiger) Truppenteil’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bataillon Brigade Division Fremdenlegion Garnison Kommandeur Kompagnie Kompanie Leutnant Offizier Regiment absolutistisch autokratisch autoritär despotisch diktatorisch eisern geistlich kommandieren monarchisch nordvietnamesisch patriarchalisch preußisch schottisch stationiert straff stramm streng tyrannisch weltlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Regiment‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine Mutter führte das Regiment, sein Vater brachte ihm bei, selbstständig zu denken.
Der Tagesspiegel, 15.11.2001
Wenn der Sohn dann endlich ausgezogen ist, führt die Mutter das Regiment weiter.
Die Zeit, 16.11.1990, Nr. 47
Der Herr wolle gewiß zu seinem Regiment, und wohin das sei.
Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 83
Wie kommen dann diese kleinen Gruppen dazu, uns das Regiment streitig machen zu wollen?
o. A.: Kundgebung der NSDAP im Berliner Sportpalast, 01.09.1932
Ein Teil unseres Regiments hat schon diese Nacht die vorderste Stellung besetzt.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 147
Zitationshilfe
„Regiment“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Regiment>, abgerufen am 19.07.2019.

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