Reibe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Reibe · Nominativ Plural: Reiben
Aussprache 
Worttrennung Rei-be (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Reibe‹ als Letztglied: ↗Apfelreibe · ↗Glasreibe · ↗Kartoffelreibe · ↗Plastreibe
eWDG, 1974

Bedeutung

Reibeisen
Beispiel:
er drückte mir eine Schüssel, eine Reibe und ein Stück Parmesan in die Hände und forderte mich auf, den Käse zu reiben [ KoeppenTod38]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reiben · Reibe · Reibeisen · Reiberei · abreiben · Abreibung · aufreiben · zerreiben · ribbeln · rubbeln · rebeln
reiben Vb. ‘einen Gegenstand an einem anderen hin und her bewegen, mit den Händen unter leichtem Druck über einen Körperteil streichen’. Für das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. rīban (um 800), mhd. rīben, mnd. mnl. wrīven, nl. wrijven (westgerm. *wrīban) mit dem Intensivum nd. wribbeln ‘wirbeln, schwenken, reiben, quetschen’ (vgl. auch seemännisch Wreifholz ‘Reibeholz, das zwischen Schiff und Anlegestelle gehängt wird’) bietet sich keine sichere außergerm. Anknüpfungsmöglichkeit. Am ehesten läßt sich noch griech. rhī́ptein (ῥίπτειν) ‘werfen, schleudern, stoßen, stürzen’ vergleichen, so daß mit einer Ausgangsbedeutung ‘drehen, hin und her bewegen’ über eine Labialerweiterung ie. *u̯reip-, *u̯rīp- Anschluß an die Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’ (s. auch ↗werden, ↗werfen, ↗Wurm) möglich ist. S. auch ↗gerieben. Reibe f. ‘Küchengerät mit durchlöcherter, rauher Oberfläche zum Zerkleinern, Zermahlen verschiedener Lebensmittel oder Gewürze’ (15. Jh.). Reibeisen n. mhd. rībīsen. Reiberei f. ‘Meinungsverschiedenheit, Auseinandersetzung, Streitigkeit’ (19. Jh.), gebildet im Anschluß an sich an jmdm. reiben ‘mit jmdm. Streit anfangen, in Streit geraten’ (16. Jh.). abreiben Vb. ‘durch Reiben entfernen, säubern, reibend bearbeiten, frottieren, massieren, durch Reibung abnutzen’, mhd. aberīben ‘durch Reiben entfernen, loslösen’; Abreibung f. ‘das Abreiben’ (16. Jh.), umgangssprachlich ‘Tracht Prügel’, auch ‘Schelte, Abkanzelung’ (Anfang 20. Jh.). aufreiben Vb. ‘völlig zerreiben, wundreiben’, übertragen ‘eine militärische Einheit im Kampf vernichten, überbeanspruchen und völlig verbrauchen, zermürben, erschöpfen, ermüden’ (um 1500). zerreiben Vb. ‘durch Reiben zerkleinern, pulverisieren’, mhd. zerrīben. ribbeln Vb. ‘reiben, aufrauhen’, Intensivbildung (16. Jh.) zu reiben. Daneben die Lautvariante rubbeln Vb. ‘heftig reiben’, regional auch ‘poltern, rumpeln’ (20. Jh., wohl älter), vgl. engl. to rub. In Weinanbaugebieten dazu ablautend rebeln Vb. ‘Trauben zerreiben, pressen, quetschen’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Reibe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reibe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Reibe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Reiben mit einem Finger könnte das Rad nur erschüttern, doch nicht drehen.
o. A.: Zauberpropeller. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1999 [1998]
Er sei stets davon ausgegangen, dass die Reibe wieder aufgestellt wird.
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2004
Die Männchen bringen durch Reiben der Flügeldecken einen schnarrenden Ton hervor.
o. A.: L. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 44764
Bei Bewegungen des betroffenen Gliedes spürt daher die aufgelegte Hand ein Reiben.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 913
Ein anstrengendes Reiben, Bürsten oder Auswringen gibt es nicht mehr.
o. A.: Waschkombination AEG Lavalux, o. O.: Allgemeine Elekticitäts-Gesellschaft [1957], S. 4
Zitationshilfe
„Reibe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reibe>, abgerufen am 25.11.2020.

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