Reibeisen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungReib-ei-sen
WortzerlegungreibenEisen
eWDG, 1974

Bedeutung

Küchengerät aus Metall oder Plast mit durchlöcherter, rauer Oberfläche zum Zerkleinern, Zermahlen verschiedener Lebensmittel oder Gewürze
Beispiele:
Mandeln, Kartoffeln, alte Semmeln auf dem Reibeisen reiben
umgangssprachlich sie hat Hände wie Reibeisen (= rauhe Hände)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reiben · Reibe · Reibeisen · Reiberei · abreiben · Abreibung · aufreiben · zerreiben · ribbeln · rubbeln · rebeln
reiben Vb. ‘einen Gegenstand an einem anderen hin und her bewegen, mit den Händen unter leichtem Druck über einen Körperteil streichen’. Für das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. rīban (um 800), mhd. rīben, mnd. mnl. wrīven, nl. wrijven (westgerm. *wrīban) mit dem Intensivum nd. wribbeln ‘wirbeln, schwenken, reiben, quetschen’ (vgl. auch seemännisch Wreifholz ‘Reibeholz, das zwischen Schiff und Anlegestelle gehängt wird’) bietet sich keine sichere außergerm. Anknüpfungsmöglichkeit. Am ehesten läßt sich noch griech. rhī́ptein (ῥίπτειν) ‘werfen, schleudern, stoßen, stürzen’ vergleichen, so daß mit einer Ausgangsbedeutung ‘drehen, hin und her bewegen’ über eine Labialerweiterung ie. *u̯reip-, *u̯rīp- Anschluß an die Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’ (s. auch ↗werden, ↗werfen, ↗Wurm) möglich ist. S. auch ↗gerieben. Reibe f. ‘Küchengerät mit durchlöcherter, rauher Oberfläche zum Zerkleinern, Zermahlen verschiedener Lebensmittel oder Gewürze’ (15. Jh.). Reibeisen n. mhd. rībīsen. Reiberei f. ‘Meinungsverschiedenheit, Auseinandersetzung, Streitigkeit’ (19. Jh.), gebildet im Anschluß an sich an jmdm. reiben ‘mit jmdm. Streit anfangen, in Streit geraten’ (16. Jh.). abreiben Vb. ‘durch Reiben entfernen, säubern, reibend bearbeiten, frottieren, massieren, durch Reibung abnutzen’, mhd. aberīben ‘durch Reiben entfernen, loslösen’; Abreibung f. ‘das Abreiben’ (16. Jh.), umgangssprachlich ‘Tracht Prügel’, auch ‘Schelte, Abkanzelung’ (Anfang 20. Jh.). aufreiben Vb. ‘völlig zerreiben, wundreiben’, übertragen ‘eine militärische Einheit im Kampf vernichten, überbeanspruchen und völlig verbrauchen, zermürben, erschöpfen, ermüden’ (um 1500). zerreiben Vb. ‘durch Reiben zerkleinern, pulverisieren’, mhd. zerrīben. ribbeln Vb. ‘reiben, aufrauhen’, Intensivbildung (16. Jh.) zu reiben. Daneben die Lautvariante rubbeln Vb. ‘heftig reiben’, regional auch ‘poltern, rumpeln’ (20. Jh., wohl älter), vgl. engl. to rub. In Weinanbaugebieten dazu ablautend rebeln Vb. ‘Trauben zerreiben, pressen, quetschen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Raspel · Reibeisen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und man solle sich in zarten, zierlichen Frauen nicht täuschen, die seien meist "zielstrebige, knallharte Reibeisen".
Die Welt, 17.05.2000
Er klingt heiser wie ein Reibeisen, so daß ihm der Arzt Redeverbot auferlegt hat.
Die Zeit, 17.04.1992, Nr. 17
Sie kauft sich eine Muskatnuß und reibt sich ein Stück davon auf dem Reibeisen.
Reklame-Praxis, 1927, Nr. 10, Bd. 3
Als wir abtraten, war meine linke Backe dermaßen zerplatzt und zerschunden, als hätte man mich mit einem Reibeisen verprügelt.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 1045
Neben einigen wie Reibeisen durchlöcherten Protzen sperrten zwölf grauenhaft verstümmelte Pferde den Weg.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 170
Zitationshilfe
„Reibeisen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reibeisen>, abgerufen am 18.08.2019.

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