Reiberei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Reiberei · Nominativ Plural: Reibereien · wird meist im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungRei-be-rei
Wortzerlegungreiben-erei
eWDG, 1974

Bedeutung

Streit, Streitigkeit
Beispiele:
er hatte ständig Reibereien mit ihnen
es kam zu Reibereien mit ihren Eltern
es gab Anlass zu Reibereien
es gab zwischen uns dauernd kleine Reibereien
die ewigen, unaufhörlichen Reibereien haben sie zermürbt
So konnte es nicht fehlen, daß Reibereien zwischen dem Ehepaar entstanden [KolbSchaukel170]
mittlerweile dauerten auf dem Balkan selbst die Reibereien zwischen den Serben, Griechen und Bulgaren weiter an [WeiskopfAbschied v. Frieden1,393]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reiben · Reibe · Reibeisen · Reiberei · abreiben · Abreibung · aufreiben · zerreiben · ribbeln · rubbeln · rebeln
reiben Vb. ‘einen Gegenstand an einem anderen hin und her bewegen, mit den Händen unter leichtem Druck über einen Körperteil streichen’. Für das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. rīban (um 800), mhd. rīben, mnd. mnl. wrīven, nl. wrijven (westgerm. *wrīban) mit dem Intensivum nd. wribbeln ‘wirbeln, schwenken, reiben, quetschen’ (vgl. auch seemännisch Wreifholz ‘Reibeholz, das zwischen Schiff und Anlegestelle gehängt wird’) bietet sich keine sichere außergerm. Anknüpfungsmöglichkeit. Am ehesten läßt sich noch griech. rhī́ptein (ῥίπτειν) ‘werfen, schleudern, stoßen, stürzen’ vergleichen, so daß mit einer Ausgangsbedeutung ‘drehen, hin und her bewegen’ über eine Labialerweiterung ie. *u̯reip-, *u̯rīp- Anschluß an die Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’ (s. auch ↗werden, ↗werfen, ↗Wurm) möglich ist. S. auch ↗gerieben. Reibe f. ‘Küchengerät mit durchlöcherter, rauher Oberfläche zum Zerkleinern, Zermahlen verschiedener Lebensmittel oder Gewürze’ (15. Jh.). Reibeisen n. mhd. rībīsen. Reiberei f. ‘Meinungsverschiedenheit, Auseinandersetzung, Streitigkeit’ (19. Jh.), gebildet im Anschluß an sich an jmdm. reiben ‘mit jmdm. Streit anfangen, in Streit geraten’ (16. Jh.). abreiben Vb. ‘durch Reiben entfernen, säubern, reibend bearbeiten, frottieren, massieren, durch Reibung abnutzen’, mhd. aberīben ‘durch Reiben entfernen, loslösen’; Abreibung f. ‘das Abreiben’ (16. Jh.), umgangssprachlich ‘Tracht Prügel’, auch ‘Schelte, Abkanzelung’ (Anfang 20. Jh.). aufreiben Vb. ‘völlig zerreiben, wundreiben’, übertragen ‘eine militärische Einheit im Kampf vernichten, überbeanspruchen und völlig verbrauchen, zermürben, erschöpfen, ermüden’ (um 1500). zerreiben Vb. ‘durch Reiben zerkleinern, pulverisieren’, mhd. zerrīben. ribbeln Vb. ‘reiben, aufrauhen’, Intensivbildung (16. Jh.) zu reiben. Daneben die Lautvariante rubbeln Vb. ‘heftig reiben’, regional auch ‘poltern, rumpeln’ (20. Jh., wohl älter), vgl. engl. to rub. In Weinanbaugebieten dazu ablautend rebeln Vb. ‘Trauben zerreiben, pressen, quetschen’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anlaß Differenz Eifersüchtelei Koalitionspartner Machtkampf Mißverständnis Rivalität Spannung Streitigkeit abgehen alltäglich anfänglich ausbleiben austragen dauernd diplomatisch endlos ewig gelegentlich heftig intern jahrelang persönlich ständig täglich unnötig unvermeidlich vermeiden Ärger üblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reiberei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ging bei den Reibereien nicht nur um politische Fragen.
Die Zeit, 26.06.2000, Nr. 26
Über die Auslegung des Konkordats kam es jedoch zu anhaltenden Reibereien.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 14876
Es seien auch wiederholt Reibereien zwischen der Angeklagten und den anderen Damen vorgekommen.
Friedländer, Hugo: Justizirrtümer. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 21840
Tatsächlich kommen nach genauer Statistik die wenigsten Reibereien und Zwischenfälle in den Schlafwagen vor.
Reznicek, Paula von: Auferstehung der Dame. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 16844
Infolge der Reibereien zwischen den Behörden sah der Führer schwarz in die Zukunft.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 385
Zitationshilfe
„Reiberei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reiberei>, abgerufen am 20.11.2019.

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