Reichtum, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Reichtums · Nominativ Plural: Reichtümer
Aussprache
WorttrennungReich-tum (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Reichtum‹ als Letztglied: ↗Artenreichtum · ↗Ausdrucksreichtum · ↗Einfallsreichtum · ↗Erfahrungsreichtum · ↗Erfindungsreichtum · ↗Facettenreichtum · ↗Farbenreichtum · ↗Fischreichtum · ↗Formenreichtum · ↗Gedankenreichtum · ↗Goldreichtum · ↗Hauptreichtum · ↗Holzreichtum · ↗Ideenreichtum · ↗Kinderreichtum · ↗Nationalreichtum · ↗Naturreichtum · ↗Rohstoffreichtum · ↗Viehreichtum · ↗Waldreichtum · ↗Wildreichtum · ↗Ölreichtum
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
großes Vermögen, bedeutender Besitz
Beispiele:
der Reichtum eines Landes, der Erde
der gesellschaftliche Reichtum
das Land verfügt über einen unerschöpflichen Reichtum an Rohstoffen
der Reichtum an materiellen Gütern
keine Reichtümer besitzen
er hat seinen Reichtum auf (un)ehrliche Weise erworben
zu Reichtum kommen
die Einkünfte, die sich zum Reichtum aufhäufen lassen, sind nicht Arbeitsvergütungen, sondern Gewinne andrer Kategorien [RathenauKommende Dinge119]
übertragen
Beispiel:
Aber immer macht innerer Reichtum einen Künstler großmütig und großzügig [St. ZweigBalzac404]
2.
nur im Singular
Pracht, Kostbarkeit
Beispiel:
Obwohl der Winter zu Ende ging, ließ Annemarie sich drei neue Gesellschaftskleider von unerhörtem Reichtum aus Paris kommen [H. Mann8,84]
3.
nur im Singular
Vielfalt, reiche Fülle
Beispiele:
der Reichtum seiner Ideen, Einfälle, Fantasie
auf dem nicht zur Harmonie gelangten großen Reichtum seiner Gaben und Kräfte [HesseSteppenw.4,193]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reich · anreichern · bereichern · reichlich · Reichtum · reichhaltig
reich Adj. ‘wohlhabend, vermögend, mit vielen wertvollen Dingen ausgestattet, kostbar, reichlich, großzügig, ergiebig, gehaltvoll, umfassend’. Die ja-Stämme ahd. rīhhi (8. Jh.), mhd. rīch(e) ‘von hoher Abkunft, vornehm, edel, mächtig, gewaltig, viel besitzend, reich’, asächs. rīki ‘mächtig, gewaltig, reich’, mnd. rīk(e), mnl. rīke, nl. rijk, aengl. rīce, engl. rich ‘reich’ und (aus einem i-Stamm umgebildetes) anord. rīkr ‘reich, mächtig’, schwed. rik ‘reich’ (vgl. dazu als ja- oder i-Stamm vorauszusetzendes got. reikeis oder reiks ‘mächtig’) werden als Ableitungen von einem Substantiv germ. *rīk- ‘Herrscher, Fürst, König’, überliefert in got. reiks ‘Herrscher, Obrigkeit’, betrachtet, wofür Entlehnung aus dem Kelt. angenommen wird (zu anderen Deutungsversuchen s. ↗Reich). Die ursprüngliche Bedeutung ‘königlich, fürstlich, von vornehmer Abstammung’ entwickelt sich über ‘vornehm, mächtig’ (so noch im Frühnhd.) zu ‘wohlhabend, begütert’; reich wird damit Gegenwort von arm. Häufig als Grundwort in Adjektivkomposita, vgl. erfolg-, ertrag-, fett-, fisch-, geist-, hilf-, lieb-, ruhm-, sieg-, sinn-, tugend-, wald-, wortreich; ursprünglich auch mit genitivischem ersten Glied entsprechend der Rektion von reich, vgl. einfalls-, freuden-, gnaden-, segensreich. anreichern Vb. ‘reicher machen, bereichern, den Gehalt an bestimmten Bestandteilen erhöhen’ (17. Jh.), bereichern Vb. ‘reicher, größer machen’, refl. ‘sich auf Kosten anderer einen Gewinn verschaffen’ (um 1600), beide zum Komparativ reicher gebildet; vgl. älteres bereichen, mhd. berīchen ‘reich machen’. reichlich Adj. ‘in großer, ausreichender Menge, sehr viel, mehr als, ziemlich’, ahd. rīhlīh ‘mächtig, gewaltig, königlich’ (9. Jh.), mhd. rīchelich, rīlich ‘reich, reichlich, herrlich, kostbar, freigebig’. Reichtum m. ‘großes Vermögen, bedeutender Besitz, Pracht, Fülle’, ahd. rīhtuom ‘Herrschaft, Macht, Herrschsucht, Reichtum’ (9. Jh.), mhd. rīchtuom; vgl. asächs. rīkidōm ‘Herrschaft, Macht, Reichtum’, aengl. rīcedōm ‘Herrschaft’. reichhaltig Adj. ‘vieles enthaltend, darbietend’ (Anfang 18. Jh.), zuvor reichhalt (17. Jh.), ursprünglich als Ausdruck des Berg- und Hüttenwesens von Erzen, die reichen Gehalt an Edelmetall haben.

Thesaurus

Synonymgruppe
Erspartes · ↗Guthaben · Reichtum · ↗Vermögen · ↗Wohlstand
Assoziationen
Synonymgruppe
Fülle · ↗Reichhaltigkeit · Reichtum · ↗Wohlhabenheit
Synonymgruppe
Bandbreite · ↗Buntheit · ↗Klaviatur · ↗Palette · Reichtum (an) · ↗Spektrum
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Armut Bodenschätzen Luxus Macht Mehrung Quelle Ruhm Schönheit Umverteilung Verteilung Vielfalt Wohlstand angehäuft erworbenen gesellschaftlichen immensen kulturellen materiellen mehren märchenhaften natürlichen plötzlichen sagenhaften unendlichen unermeßlichen unerschöpflichen ungeheuren verdankt zeugen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reichtum‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das sollte sich später zuweilen ändern, und doch war diese nächtliche Stunde ganz auf den Reichtum leiser Töne abgestellt.
Süddeutsche Zeitung, 11.10.2004
Denn kaum einer der korrupten Führer investiert den illegal erworbenen Reichtum daheim.
Der Tagesspiegel, 03.08.2003
Der Reichtum an verfügbarem Land ließ außerhalb der Städte große Engl.
o. A.: Lexikon der Kunst - U. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 27493
Für meinen Geschmack ist es die schönste Art, Reichtümer zu sammeln.
Frisch, Karl von: Erinnerungen eines Biologen, Berlin: Springer 1957, S. 145
In ähnlicher Weise entstand der Reichtum des Hug von Watt.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 890
Zitationshilfe
„Reichtum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reichtum>, abgerufen am 23.01.2018.

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