Reichtum, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Reichtums · Nominativ Plural: Reichtümer
Aussprache  [ˈʀaɪ̯çtuːm]
Worttrennung Reich-tum
Wortzerlegung reich -tum
eWDG

Bedeutungen

1.
großes Vermögen, bedeutender Besitz
Beispiele:
der Reichtum eines Landes, der Erde
der gesellschaftliche Reichtum
das Land verfügt über einen unerschöpflichen Reichtum an Rohstoffen
der Reichtum an materiellen Gütern
keine Reichtümer besitzen
er hat seinen Reichtum auf (un)ehrliche Weise erworben
zu Reichtum kommen
die Einkünfte, die sich zum Reichtum aufhäufen lassen, sind nicht Arbeitsvergütungen, sondern Gewinne andrer Kategorien [ RathenauKommende Dinge119]
übertragen
Beispiel:
Aber immer macht innerer Reichtum einen Künstler großmütig und großzügig [ St. ZweigBalzac404]
2.
Pracht, Kostbarkeit
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
Obwohl der Winter zu Ende ging, ließ Annemarie sich drei neue Gesellschaftskleider von unerhörtem Reichtum aus Paris kommen [ H. Mann8,84]
3.
Vielfalt, reiche Fülle
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
der Reichtum seiner Ideen, Einfälle, Fantasie
auf dem nicht zur Harmonie gelangten großen Reichtum seiner Gaben und Kräfte [ HesseSteppenw.4,193]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reich · anreichern · bereichern · reichlich · Reichtum · reichhaltig
reich Adj. ‘wohlhabend, vermögend, mit vielen wertvollen Dingen ausgestattet, kostbar, reichlich, großzügig, ergiebig, gehaltvoll, umfassend’. Die ja-Stämme ahd. rīhhi (8. Jh.), mhd. rīch(e) ‘von hoher Abkunft, vornehm, edel, mächtig, gewaltig, viel besitzend, reich’, asächs. rīki ‘mächtig, gewaltig, reich’, mnd. rīk(e), mnl. rīke, nl. rijk, afries. rīk(e), aengl. rīce, engl. rich ‘reich’ und (aus einem i-Stamm umgebildetes) anord. rīkr ‘reich, mächtig’, schwed. rik ‘reich’ (vgl. dazu als ja- oder i-Stamm vorauszusetzendes got. reikeis oder reiks ‘mächtig’) werden als Ableitungen von einem Substantiv germ. *rīk- ‘Herrscher, Fürst, König’, überliefert in got. reiks ‘Herrscher, Obrigkeit’, betrachtet, wofür Entlehnung aus dem Kelt. angenommen wird (zu anderen Deutungsversuchen s. Reich). Die ursprüngliche Bedeutung ‘königlich, fürstlich, von vornehmer Abstammung’ entwickelt sich über ‘vornehm, mächtig’ (so noch im Frühnhd.) zu ‘wohlhabend, begütert’; reich wird damit Gegenwort von arm. Häufig als Grundwort in Adjektivkomposita, vgl. erfolg-, ertrag-, fett-, fisch-, geist-, hilf-, lieb-, ruhm-, sieg-, sinn-, tugend-, wald-, wortreich; ursprünglich auch mit genitivischem ersten Glied entsprechend der Rektion von reich, vgl. einfalls-, freuden-, gnaden-, segensreich. anreichern Vb. ‘reicher machen, bereichern, den Gehalt an bestimmten Bestandteilen erhöhen’ (17. Jh.), bereichern Vb. ‘reicher, größer machen’, reflexiv ‘sich auf Kosten anderer einen Gewinn verschaffen’ (um 1600), beide zum Komparativ reicher gebildet; vgl. älteres bereichen, mhd. berīchen ‘reich machen’. reichlich Adj. ‘in großer, ausreichender Menge, sehr viel, mehr als, ziemlich’, ahd. rīhlīh ‘mächtig, gewaltig, königlich’ (9. Jh.), mhd. rīchelich, rīlich ‘reich, reichlich, herrlich, kostbar, freigebig’. Reichtum m. ‘großes Vermögen, bedeutender Besitz, Pracht, Fülle’, ahd. rīhtuom ‘Herrschaft, Macht, Herrschsucht, Reichtum’ (9. Jh.), mhd. rīchtuom; vgl. asächs. rīkidōm ‘Herrschaft, Macht, Reichtum’, aengl. rīcedōm ‘Herrschaft’. reichhaltig Adj. ‘vieles enthaltend, darbietend’ (Anfang 18. Jh.), zuvor reichhalt (17. Jh.), ursprünglich als Ausdruck des Berg- und Hüttenwesens von Erzen, die reichen Gehalt an Edelmetall haben.

Thesaurus

Synonymgruppe
Erspartes · Guthaben · Reichtum · Vermögen · Wohlstand
Synonymgruppe
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›Reichtum‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reichtum‹.

Verwendungsbeispiele für ›Reichtum‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für meinen Geschmack ist es die schönste Art, Reichtümer zu sammeln. [Frisch, Karl von: Erinnerungen eines Biologen, Berlin: Springer 1957, S. 145]
Was ihn überhaupt zu derartig hochfliegenden Plänen berechtigte, war sein sagenhafter Reichtum. [Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 246]
Reichtum ist ein Gut; daher ist es erlaubt, reich zu sein. [Dreyfus, F. G.: Wirtschaftsgeschichte. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 27672]
Nie war in früheren Zeiten die ungleiche Verteilung des Reichtums so sehr ausgeprägt. [Aron, Raymond: Weltdiplomatie: Fronten und Pakte. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 19955]
Dabei geht es um mehr als um Reichtum gegen Armut. [Die Zeit, 26.02.1998, Nr. 10]
Zitationshilfe
„Reichtum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reichtum>.

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