Reife, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Reife · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungRei-fe
Wortbildung mit ›Reife‹ als Erstglied: ↗Reifegrad · ↗Reifeprozess · ↗Reifeprüfung · ↗Reifezeit · ↗Reifezeugnis
 ·  mit ›Reife‹ als Letztglied: ↗Bühnenreife · ↗Edelreife · ↗Flaschenreife · ↗Fruchtreife · ↗Frühreife · ↗Geschlechtsreife · ↗Hochschulreife · ↗Keimreife · ↗Mannesreife · ↗Marktreife · ↗Notreife · ↗Schulreife · ↗Trinkreife · ↗Universitätsreife · ↗Verstandesreife · ↗Vollreife
eWDG, 1974

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von reif (Lesart 1, 3 u. 4)
entsprechend der Bedeutung von reif (Lesart 1)
Beispiele:
die Reife des Obstes, des Getreides feststellen
zur Reife (= zum Reifwerden) brauchen Erdbeeren viel Sonne
zur Reife kommen, gelangen (= reifen, reif werden)
frühe Reife macht die Himbeeren süß [A. ZweigJunge Frau74]
entsprechend der Bedeutung von reif (Lesart 3)
Beispiele:
die körperliche, biologische, innere, geistige, sittliche, politische, soziale Reife eines Menschen
das Zeugnis der Reife (= Reifezeugnis)
die mittlere Reife (= Abschluss und Abschlusszeugnis der Mittelschule)
Sie ist ein heimliches Mädchen, das da wartet in der Hülle fraulicher Reife [FrischStiller89]
Ausgeglichenheit, Vollendung
entsprechend der Bedeutung von reif (Lesart 4)
Beispiele:
die Reife seiner Gedanken
die Reife einer wissenschaftlichen Arbeit
Das hat meinen Entschluß […] mit einem Schlage zur Reife gebracht [Th. MannBuddenbrooks1,396]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reif · Reife · reifen2 · reiflich
reif Adj. ‘im Wachstum voll entwickelt und daher geeignet zur Ernte, erwachsen, erfahren, seelisch ausgeglichen, genügend vorbereitet’, ahd. rīf(i) (8. Jh.), mhd. rīf(e), asächs. rīp(i), afries. rīp, mnd. mnl. aengl. rīpe, engl. ripe, nl. rijp (westgerm. *reipi-) gehört wohl (vgl. Seebold 370 f.) zu einem in aengl. rīpan ‘mähen, ernten’ vorliegenden starken Verb, wozu engl. (schwach flektierend) to reap ‘mähen, ernten’; vgl. auch aengl. rīp ‘Ernte’, riftre, riftere ‘Schnitter’, reopa ‘Garbe’. Das Adjektiv bedeutet also eigentlich ‘was geerntet werden kann’. Man kann vielleicht die unter ↗Riffel (s. d.) genannten Formen heranziehen und an eine Labialerweiterung ie. *reib- der unter ↗Rain (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *rei- ‘ritzen, reißen, schneiden’ anknüpfen. Ursprünglich auf Ähren und Früchte bezogen, die so weit sind, daß sie geschnitten bzw. eingesammelt werden können, wird reif dann auf alles übertragen, was zum Abschluß einer Entwicklung gelangt ist. Reife f. ‘das Reifsein, Vollendung der Entwicklung’ (16. Jh.; häufiger seit 18. Jh.), aber schon ahd. rīfī (9. Jh.); vgl. mhd. rīfecheit, mnd. rīpicheit ‘Reife’. reifen2 Vb. ‘reif werden, sich entwickeln, reif machen, zur Reife bringen bzw. kommen’, ahd. rīfen, rīfēn (9. Jh.), mhd. rīfen, asächs. rīpon, mnd. mnl. rīpen, nl. rijpen, aengl. rīpian, engl. to ripen. reiflich Adj. ‘eingehend, gründlich’, zuerst (um 1500) Adverb zum Adjektiv reif, seit dem 18. Jh. auch adjektivisch in Verbindung mit Wörtern wie Erwägung, Nachdenken, Überlegung u. dgl.; vgl. ahd. rīflīhho Adv. ‘rechtzeitig, frühzeitig’ (8./9. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abgeklärtheit · ↗Lebenserfahrung · Reife · ↗Weisheit · ↗Weltkenntnis
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Reifer ist er nicht geworden, auch nicht klüger, dafür allerdings deutlich älter.
Die Zeit, 16.09.1988, Nr. 38
Reifer könnten wir geworden sein durch vielfältige Blicke über unseren Zaun.
Süddeutsche Zeitung, 04.06.1994
Für diesen Reifer ist erstmalig die vollsynthetische Perlonfaser mit ihren überragenden Eigenschaften verwendet worden.
Die Zeit, 15.06.1950, Nr. 24
Reifer seien Portugals Edelkicker auch durch ihre Wechsel zu Klubs im Ausland geworden.
Süddeutsche Zeitung, 28.06.2000
Zitationshilfe
„Reife“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reife>, abgerufen am 21.10.2019.

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