Reifen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Reifens · Nominativ Plural: Reifen
Aussprache
WorttrennungRei-fen
Wortbildung mit ›Reifen‹ als Erstglied: ↗Reifencord · ↗Reifendruck · ↗Reifengeräusch · ↗Reifenkilometer · ↗Reifenkord · ↗Reifenpanne · ↗Reifenprofil · ↗Reifenschaden · ↗Reifenspiel · ↗Reifenspur · ↗Reifenwechsel
 ·  mit ›Reifen‹ als Letztglied: ↗Altreifen · ↗Autoreifen · ↗Ballonreifen · ↗Bunareifen · ↗Drahtreifen · ↗Eisenreifen · ↗Ersatzreifen · ↗Fahrradreifen · ↗Fassreifen · ↗Gummireifen · ↗Gürtelreifen · ↗Holzreifen · ↗Hula-Hoop-Reifen · ↗Kautschukreifen · ↗Kronreifen · ↗Metallreifen · ↗Radreifen · ↗Reservereifen · ↗Schwimmreifen · ↗Spikereifen · ↗Spikesreifen · ↗Stirnreifen · ↗Winterreifen · ↗Zwillingsreifen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
kreisförmiges Band, das etw. umgibt oder zusammenhält, besonders Fässer
Beispiele:
ein Faß mit Reifen beschlagen
Reifen um eine Holzwanne legen
ein hölzerner, eiserner, stählerner Reifen
ein Reifen aus Holz, Eisen, Stahl
2.
die Felge umfassender äußerer Teil eines Rades an Kraftfahrzeugen und Fahrrädern, der meist aus luftgefülltem Gummischlauch und Decke besteht
Beispiele:
den Reifen aufziehen, aufpumpen, flicken, abmontieren, wechseln
am Fahrrad ist ein Reifen geplatzt
die Reifen sind abgefahren
der Reifen muss erneuert werden
ein schlauchloser Reifen
die Reifen des Autos quietschten
Er hörte vor lauter Eifer nicht, wie draußen die Reifen des Autos im Sand knirschten [NossackNovember42]
sie merkt sich seine Wagennummer – er soll sich bloß nicht wundern, wenn seine Reifen morgen früh zerschnitten sind [FalladaWolf1,419]
3.
großer Ring, meist aus Holz
a)
der zur Gymnastik und als Kinderspielzeug verwendet wird
Beispiele:
eine Massenübung mit Reifen
den Reifen treiben, fangen
mit Reifen spielen
kleine Geschichten von kleinen Mädchen, die zwischen liebestollen Tulpenbeeten Reifen werfen [MusilMann448]
b)
der bei der Vorführung dressierter Tiere verwendet wird
Beispiel:
den Löwen, Hund durch einen Reifen springen lassen
4.
ringförmiger Gegenstand, der als Schmuckstück verwendet wird, besonders Armreif, Fingerring, Diadem
Beispiele:
sie trägt einen Reifen am Arm, im Haar
Er betrachtet das gepreßte Eisenbild des Königs in dem dünnen goldenen Reifen [R. Dehmel7,158]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Reif1 · Reep · Reifen
Reif1 m. ‘ringförmiges Schmuckstück bzw. Spielzeug’, ahd. reif ‘Seil, Strick’ (8. Jh.), ‘Ring, Kreis’ (um 800), mhd. reif ‘Seil, Strick, Streifen, Band, Fessel, Ring, Gebinde, Faß’, mnd. rēp ‘Seil, Tau, Strick’, mnl. nl. reep, aengl. rāp, engl. rope, anord. reip, schwed. rep, got. in skaudaraip ‘(Schuh)riemen’ (germ. *raipa-) gehört vermutlich im Sinne von ‘abgerissener, abgeschnittener Streifen’ mit den unter ↗reffen (s. d.) angeführten Formen zu ie. *reip-, einer Labialerweiterung der unter ↗Rain, ↗reif, ↗Reihe (s. d.) genannten Wurzel ie. *rei- ‘ritzen, reißen, schneiden’. Die Bedeutung ‘Seil, Tau’ bewahrt nd. Reep n. vgl. Fallreep (s. ↗fallen) und Reeperbahn (eigentlich ‘Seilerbahn, langer Platz, wo Seile hergestellt werden’). Reifen m. ‘ringförmiges eisernes Faßband, die Felge umgebender, meist aus luftgefülltem Gummischlauch und Decke bestehender Teil eines Rades an Fahrzeugen, zur Gymnastik oder als Kinderspielzeug dienender Ring’ (18. Jh.), mit der Endung -en aus den schwach flektierten Formen von (ahd. mhd. stark flektiertem) ↗Reif (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bereifung · ↗Luftreifen · ↗Pneu · Reifen  ●  ↗Rad  ugs. · ↗Schluffen  ugs.
Oberbegriffe
  • Komplettbereifung · Komplettreifen · ↗Rad  ●  ↗Walze  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bremse Fahrwerk Felge Keule Lauffläche Luftdruck Notlaufeigenschaft Rad Rollwiderstand abgefahren aufpumpen aufschlitzen breit brennend defekt geplatzt platt platzen platzend profillos qualmend quietschen quietschend runderneuert schlauchlos schmal weich zerstechen zerstochen zurückrufen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reifen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man darf sie auf keinen Fall mit einem der Reifen überfahren, sonst ist er platt.
Die Zeit, 22.03.2006, Nr. 12
Das Auto ist nicht schlecht, uns fehlt nur weiterhin der Grip, und das liegt an den Reifen.
Die Welt, 27.08.2005
Als er nachschaute, bemerkte er die beschädigten Reifen an seinem Pkw.
Der Tagesspiegel, 19.02.2004
Jetzt hatte er nur noch den hinteren Reifen zu flicken.
Hilsenrath, Edgar: Der Nazi & der Friseur, Köln: Literar. Verl. Braun 1977, S. 93
Seine innere Freude entwich wie Luft aus einem angestochenen Reifen.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 1055
Zitationshilfe
„Reifen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reifen>, abgerufen am 23.10.2019.

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