Reihe, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Reihe · Nominativ Plural: Reihen
Aussprache
WorttrennungRei-he (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Reihe‹ als Erstglied: ↗Reihenaufnahme · ↗Reihenbau · ↗Reihenbauweise · ↗Reihenbildung · ↗Reihendorf · ↗Reihenfolge · ↗Reihenhaus · ↗Reihensaat · ↗Reihenschaltung · ↗Reihensiedlung · ↗Reihenuntersuchung · ↗Reihenversuch · ↗reihenweise · ↗reihum
 ·  mit ›Reihe‹ als Letztglied: ↗Abwehrreihe · ↗Achterreihe · ↗Ahnenreihe · ↗Angriffsreihe · ↗Artikelreihe · ↗Aufsatzreihe · ↗Bankreihe · ↗Baumreihe · ↗Baureihe · ↗Bettreihe · ↗Bilderreihe · ↗Bildreihe · ↗Buchreihe · ↗Budenreihe · ↗Bücherreihe · ↗Datenreihe · ↗Doppelreihe · ↗Dreierreihe · ↗Entwicklungsreihe · ↗Exponentialreihe · ↗Fensterreihe · ↗Fernsehreihe · ↗Filmreihe · ↗Fließreihe · ↗Gedankenreihe · ↗Hauptreihe · ↗Heftreihe · ↗Häuserreihe · ↗Jugendbuchreihe · ↗Kausalreihe · ↗Knopfreihe · ↗Lautreihe · ↗Lichtbildreihe · ↗Lichterreihe · ↗Maschenreihe · ↗Menschenreihe · ↗Messreihe · ↗Mittelreihe · ↗Modellreihe · ↗Parkettreihe · ↗Perlenreihe · ↗Publikationsreihe · ↗Rangreihe · ↗Ringelreihe · ↗Romanreihe · ↗Saatreihe · ↗Satzreihe · ↗Schlachtreihe · ↗Schlussreihe · ↗Schriftenreihe · ↗Sechserreihe · ↗Sendereihe · ↗Sesselreihe · ↗Sitzreihe · ↗Stuhlreihe · ↗Sturmreihe · ↗Säulenreihe · ↗Taschenbuchreihe · ↗Tatsachenreihe · ↗Tischreihe · ↗Unterrichtsreihe · ↗Untersuchungsreihe · ↗Veranstaltungsreihe · ↗Versuchsreihe · ↗Viererreihe · ↗Vorderreihe · ↗Vorlesungsreihe · ↗Vorstellungsreihe · ↗Vortragsreihe · ↗Wagenreihe · ↗Zahlenreihe · ↗Zahlungsreihe · ↗Zahnreihe · ↗Zehnerreihe · ↗Zeitreihe · ↗Zimmerreihe · ↗Zuschauerreihe · ↗Zweierreihe · ↗Zwölftonreihe
 ·  formal verwandt mit: ↗dreireihig · ↗einreihig · ↗mehrreihig · ↗vielreihig · ↗vierreihig · ↗zweireihig
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
geregeltes Nebeneinander, auch Hintereinander von Menschen, von gleichartigen oder zusammengehörigen Sachen
Beispiele:
in der, einer Reihe stehen
eine Reihe bilden
sie waren in drei Reihen angetreten
die Soldaten standen in Reih und Glied
in Reihen (zu dreien, vieren) marschieren
wir standen am Anfang, Schluss der Reihe
bunte Reihe machen (= Damen und Herren nehmen abwechselnd Platz) umgangssprachlich
eine kurze, lockere, ununterbrochene Reihe
Feldfrüchte werden in Reihen gesät
Reihen ziehen
eine lange Reihe von Beeten
ein Krankensaal mit zwei Reihen Betten
eine Reihe von Bäumen, hohen Pappeln säumt die Straße
viele Reihen von Büchern stehen im Regal
die Tische, Stühle standen in langen Reihen
die Reihen der Sitze, Sitzplätze im Kino, Theater
er sitzt in der ersten, letzten Reihe
Sie haben Reihe 6, Platz 4
zwei Reihen rechts, zwei Reihen links stricken
Am Ersten Mai / Gehn Vater und Mutter in einer Reih / Kämpfen für ein beßres Leben [BrechtGedichte50]
wo in beinahe lückenloser Reihe die jahrhundertalten Häuser der ... begüterten patrizischen Familien standen [HesseGlasperlensp.6,443]
2.
übertragen Gruppe, Kreis von Menschen
Beispiele:
mit diesem Werk hat er sich in die erste Reihe der zeitgenössischen Dichter gestellt
du kannst dich nicht mit ihm in eine Reihe stellen (= kannst dich nicht mit ihm vergleichen, bist ihm nicht ebenbürtig)
meist im Plural
Beispiele:
während des Krieges trat er in die Reihen der Widerstandsbewegung ein
in den Reihen der Arbeiterklasse, kommunistischen Partei kämpfen
jmdn. aus seinen Reihen ausschließen, ausstoßen
einen Verräter in den eigenen Reihen (= unter sich) haben
die Reihen (der Freunde, Altersgenossen) haben sich gelichtet
bei dem geringsten Zeichen von Schwäche in unseren Reihen werden sie [die Kleinbürger] sich wieder abwenden [H. KantAula160]
3.
größere Anzahl, Menge
Beispiele:
eine ganze Reihe von Verwandten, Gratulanten kam
eine Reihe (von) Kollegen war erkrankt
eine Reihe von Getreidearten ist winterfest
eine Reihe Stühle, von Stühlen muss ausgebessert werden
der Sturm hat eine ganze Reihe alter Bäume entwurzelt
eine Reihe von Schüssen fiel
sie brachten eine Reihe von Argumenten vor, stellten eine Reihe von Fragen
nach einer Reihe von regnerischen Tagen scheint endlich die Sonne wieder
das ist nun schon eine lange Reihe von Jahren her
seit einer Reihe von Jahren
eine Reihe Jahre später
4.
Serie, (zusammengehörige) Folge
Beispiele:
eine populärwissenschaftliche, belletristische, beliebte Reihe (= Veröffentlichungen eines Verlages in gleichem Format, gleicher Aufmachung und gleicher Zielsetzung)
eine Reihe von Laborversuchen führte endlich zu einem greifbaren Ergebnis
Mathematik gesetzmäßig gebildete Zahlenfolge
Beispiel:
eine steigende, fallende, arithmetische, geometrische, (un)endliche Reihe
5.
Abfolge, bei der sich der gleiche oder ein ähnlicher Vorgang an einer Anzahl von Personen oder Sachen nach einer bestimmten Ordnung vollzieht
Beispiele:
immer der Reihe nach, nach der Reihe
etw. der Reihe nach erzählen
die Anwesenden der Reihe nach begrüßen
er blickte sie der Reihe nach an
er wurde außer der Reihe abgefertigt
sich streng an die Reihe halten
nicht von der Reihe abweichen
an der Reihe sein
drankommen, der nächste sein
Beispiele:
jetzt bist du an der Reihe
ich komme an die Reihe
er kam als letzter an die Reihe
jetzt ist die Reihe an dir
6.
umgangssprachlich
Beispiele:
ich bin ganz aus der Reihe (= aus der Ordnung, außer Fassung) geraten
das kommt schon wieder in die Reihe (= in Ordnung)
ich bin mit ihm noch nicht in der Reihe (= einig)
er tanzt ständig aus der Reihe (= richtet sich nicht nach der Ordnung, den anderen, handelt nach seinem eigenen Kopf)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Reihe · reihen · Reihenfolge
Reihe f. ‘mehrere Personen oder Sachen in geregeltem Neben- oder Hintereinander, geordnete räumliche oder zeitliche Folge, Serie’, auch ‘unbestimmte größere Anzahl’, mhd. rīhe ‘Reihe, Linie, schmaler Gang, Rinne’, mnl. rīe ‘Reihe, Linie, Latte, Planke, Meßlatte’, nl. rij ‘Reihe, Folge, Meßlatte’; daneben stehen mit grammatischem Wechsel und zum Teil mit Ablaut ahd. rīga ‘Linie, Kreisbogen’ (um 1000), mhd. rige ‘Linie, Reihe, Wassergraben, gefältelter Kleidersaum’, mnd. rēge, rīge ‘Reihe, geordnete Folge, Zeile, Häuserreihe’, mnl. rīghe, nl. (bis ins 18. Jh.) rijg(e) ‘Reihe, Zeile, Planke, Latte’ (s. ↗Riege), auch (nur ablautend) anord. rā- (in rāmerki ‘Grenzlinie, Ackergrenze’) sowie der germ. wō-Stamm aengl. rǣw, rāw, engl. row ‘Reihe’. Das zu dem in ahd. rīhan, mhd. rīhen (s. unten) vorliegenden starken Verb gehörende Substantiv hat außergerm. Verwandte vielleicht in aind. rikháti ‘ritzt’, rēkhā́ ‘Streifen, Linie, Ritzung’, griech. eré͞ikein (ἐρείκειν) ‘zerbrechen, zerreißen, zermalmen, durchbohren, bersten’, kymr. rhwygo ‘zerreißen’, lit. riẽkti ‘(Brot) schneiden, (die Brache) pflügen, (den Boden) aufreißen’ und kann (obwohl unter semantischen Schwierigkeiten) mit diesen an ie. *reik(h)-, eine Erweiterung der Wurzel ie. *rei- ‘ritzen, reißen, schneiden’ (s. auch ↗reif, ↗Reif), angeschlossen werden. reihen Vb. ‘zu einer Reihe ordnen, aneinanderfügen, auffädeln, Stoff auf einem durchgezogenen Faden zu Fältchen zusammenschieben’, ahd. rīhan (aus germ. *reihan) in (wenn hierherzustellen) inrīhan ‘einreihen’, mhd. rīhen ‘auf einen Faden ziehen, reihenweise anheften, fälteln, durchstechen’, mnd. rīgen ‘reihen, auffädeln, mit Schnur, Besatz versehen’, mnl. rīen, rīghen, nl. rijgen ‘auffädeln, durchstechen, schnüren, heften’ ist zunächst ein starkes Verb, am ehesten wohl mit einer Ausgangsbedeutung ‘durchstechen’, dann ‘nach Durchlöcherung auf einen Stab, eine Schnur ziehen’. Im Mnd. und Mnl. treten auch schwach flektierte Formen auf, und im Nhd. setzt sich schwache Flexion durch, vielleicht weil das Verb als denominative Ableitung empfunden wird. In der alten, vorwiegend in mundartnaher Sprache bewahrten Bedeutung ‘auf einen Faden ziehen, heften, fälteln’ sind allerdings bis in die Gegenwart auch starke Präteritalformen gebräuchlich. Vom oben genannten Verb zu trennen ist offenbar (vgl. Seebold 566) ahd. rīhan (aus germ. *wreihan ‘winden’), nur belegt im Part. Prät. girigan ‘zusammengenäht, gewunden’ (9. Jh.), sowie (schwach flektierend) ahd. girigit ‘ausgeschmückt, zusammengenäht, geflochten’ (10. Jh.), girigōt ‘zusammengebunden, verbrämt, verziert’ (um 1000), die besser an ie. *u̯reik- ‘drehen, umwickeln, binden’ (s. ↗Rist) anzuknüpfen sind. Reihenfolge f. ‘geregelte Aufeinanderfolge’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
Rang
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Nacheinander · ↗Abfolge · ↗Ablauf · ↗Aufeinanderfolge · ↗Chronologie · ↗Folge · ↗Gang · ↗Lauf · ↗Rangfolge · ↗Reihenfolge · ↗Sequenz · ↗Serie · zeitliche Aufeinanderfolge  ●  ...strecke (journalistisch)  fachspr., Jargon
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
...riege · ↗Galerie (oft scherzh.) · ↗Garnitur · ↗Gruppe · ↗Palette · ↗Satz · ↗Serie · ↗Set · ↗Zusammenstellung
Assoziationen
Synonymgruppe
Anhäufung · ↗Anzahl · ↗Ballung · ↗Batzen · ↗Fülle · ↗Haufen · ↗Heer · ↗Legion · ↗Masse · ↗Menge · ↗Schar · ↗Schwall · ↗Schwarm · ↗Schwung · ↗Serie · ↗Unmasse · ↗Unmaß · ↗Unmenge · ↗Unzahl · ↗Vielheit · ↗Vielzahl · ↗Wust · ↗Übermaß  ●  ↗Armee  ugs. · ↗Flut  ugs. · ↗Latte  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Assoziationen
Synonymgruppe
(gerade) Ausrichtung · ↗(gerade) Linie · ↗(gerade) Reihe  ●  ↗Flucht  Hauptform · ↗Fluchtlinie  Hauptform
Assoziationen
  • fluchten · gerade ausgerichtet (sein) · in (gerader) Fluchtlinie (angeordnet ...) · in Flucht (stehen/liegen) · in einer (geraden) Linie (angeordnet sein / stehen ...) · in gerader Flucht (angeordnet / ausgerichtet / stehen ...)
  • Anordnung in einer Linie · Ausrichten
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgeordneten Auftakt Band Faktoren Filmen Fragen Kritik Kritiker Maßnahmen Opposition Rahmen Veranstaltungen Vorschlägen Vortrag Widerstand dritten eigenen endlose enthält ersten fortgesetzt ganze gibt hinteren langen schließen sitzt tanzt vorderen zweiten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reihe‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus ihren Reihen vor allem komme die Opposition gegen die Reform.
Der Spiegel, 05.10.1987
Hier hat man eine Reihe von zum Teil recht folgenreichen Entscheidungen zu treffen.
o. A.: DER DOLLARKURS - TOTAL DANEBEN! In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1987]
Er schrieb aber auch eine Reihe von umfangreicheren, in erster Linie für das Theater bestimmten Werken.
Wild, Nicole: Thomé. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 37292
Auch für eine Reihe kleinerer Städte liegen Untersuchungen über ihre wirtschaftliche Entwicklung vor.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1929, S. 337
Da habe ich mir die folgende Reihe von Bildern ausgedacht.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 18513
Zitationshilfe
„Reihe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reihe>, abgerufen am 21.09.2017.

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