Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Reihenfolge, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Reihenfolge · Nominativ Plural: Reihenfolgen
Aussprache 
Worttrennung Rei-hen-fol-ge
Wortzerlegung Reihe Folge
eWDG

Bedeutung

geregelte, ordnungsgemäße Aufeinanderfolge
Beispiele:
die Reihenfolge einhalten, ändern
etw. in eine, eine andere, (wieder) in die richtige Reihenfolge bringen
die Reihenfolge hat sich geändert
in umgekehrter Reihenfolge vorgehen
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Reihe · reihen · Reihenfolge
Reihe f. ‘mehrere Personen oder Sachen in geregeltem Neben- oder Hintereinander, geordnete räumliche oder zeitliche Folge, Serie’, auch ‘unbestimmte größere Anzahl’, mhd. rīhe ‘Reihe, Linie, schmaler Gang, Rinne’, mnl. rīe ‘Reihe, Linie, Latte, Planke, Meßlatte’, nl. rij ‘Reihe, Folge, Meßlatte’; daneben stehen mit grammatischem Wechsel und zum Teil mit Ablaut ahd. rīga ‘Linie, Kreisbogen’ (um 1000), mhd. rige ‘Linie, Reihe, Wassergraben, gefältelter Kleidersaum’, mnd. rēge, rīge ‘Reihe, geordnete Folge, Zeile, Häuserreihe’, mnl. rīghe, nl. (bis ins 18. Jh.) rijg(e) ‘Reihe, Zeile, Planke, Latte’ (s. Riege), auch (nur ablautend) anord. rā- (in rāmerki ‘Grenzlinie, Ackergrenze’) sowie der germ. wō-Stamm aengl. rǣw, rāw, engl. row ‘Reihe’. Das zu dem in ahd. rīhan, mhd. rīhen (s. unten) vorliegenden starken Verb gehörende Substantiv hat außergerm. Verwandte vielleicht in aind. rikháti ‘ritzt’, rēkhā́ ‘Streifen, Linie, Ritzung’, griech. eré͞ikein (ἐρείκειν) ‘zerbrechen, zerreißen, zermalmen, durchbohren, bersten’, kymr. rhwygo ‘zerreißen’, lit. riẽkti ‘(Brot) schneiden, (die Brache) pflügen, (den Boden) aufreißen’ und kann (obwohl unter semantischen Schwierigkeiten) mit diesen an ie. *reik(h)-, eine Erweiterung der Wurzel ie. *rei- ‘ritzen, reißen, schneiden’ (s. auch reif, Reif1), angeschlossen werden. – reihen Vb. ‘zu einer Reihe ordnen, aneinanderfügen, auffädeln, Stoff auf einem durchgezogenen Faden zu Fältchen zusammenschieben’, ahd. rīhan (aus germ. *reihan) in (wenn hierherzustellen) inrīhan ‘einreihen’, mhd. rīhen ‘auf einen Faden ziehen, reihenweise anheften, fälteln, durchstechen’, mnd. rīgen ‘reihen, auffädeln, mit Schnur, Besatz versehen’, mnl. rīen, rīghen, nl. rijgen ‘auffädeln, durchstechen, schnüren, heften’ ist zunächst ein starkes Verb, am ehesten wohl mit einer Ausgangsbedeutung ‘durchstechen’, dann ‘nach Durchlöcherung auf einen Stab, eine Schnur ziehen’. Im Mnd. und Mnl. treten auch schwach flektierte Formen auf, und im Nhd. setzt sich schwache Flexion durch, vielleicht weil das Verb als denominative Ableitung empfunden wird. In der alten, vorwiegend in mundartnaher Sprache bewahrten Bedeutung ‘auf einen Faden ziehen, heften, fälteln’ sind allerdings bis in die Gegenwart auch starke Präteritalformen gebräuchlich. Vom oben genannten Verb zu trennen ist offenbar (vgl. Seebold 566) ahd. rīhan (aus germ. *wreihan ‘winden’), nur belegt im Part. Prät. girigan ‘zusammengenäht, gewunden’ (9. Jh.), sowie (schwach flektierend) ahd. girigit ‘ausgeschmückt, zusammengenäht, geflochten’ (10. Jh.), girigōt ‘zusammengebunden, verbrämt, verziert’ (um 1000), die besser an ie. *u̯reik- ‘drehen, umwickeln, binden’ (s. Rist) anzuknüpfen sind. Reihenfolge f. ‘geregelte Aufeinanderfolge’ (um 1800).

Typische Verbindungen zu ›Reihenfolge‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reihenfolge‹.

Verwendungsbeispiele für ›Reihenfolge‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihre Verwirklichung ist zu einem großen Teil eine Frage der richtigen Reihenfolge. [Kursbuch, 1966, Bd. 4]
Manchmal war dieses Bild falsch, und manchmal weigerten sich die Teile einfach, sich in der richtigen Reihenfolge zu ordnen. [Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 215]
Wir gehen für diese Überlegung in der umgekehrten Reihenfolge vor. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 114]
Je nach Anzahl der Sänger können die St. in umgekehrter Reihenfolge dieses Aufbaues entfallen. [Schneider, Erich u. a.: Österreich. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 40855]
Zum Brennen muss ich sie dann jedesmal von Hand in die ursprüngliche Reihenfolge bringen. [C’t, 2001, Nr. 7]
Zitationshilfe
„Reihenfolge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reihenfolge>.

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