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Reis, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Reises · Nominativ Plural: Reiser
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Reis‹ als Erstglied: Reiserbesen  ·  mit ›Reis‹ als Letztglied: Besenreis · Birkenreis · Edelreis · Myrtenreis · Pfropfreis · Senkreis · Steckreis · Tannenreis

Bedeutungsübersicht+

  1. [gehoben] kleiner Zweig
    1. Reisig
    2. Schößling
    3. [übertragen] Sprössling
    4. Pfropfreis
eWDG

Bedeutung

gehoben kleiner Zweig
Beispiele:
frische, grüne, verdorrte Reiser
ein Lagerfeuer aus trockenen Reisern
Kein Wintersturm hatte dem schwanken, zarten Reis etwas an [ RaabeElseI 6,218]
Reisig
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
Reiser sammeln
ein Bündel Reiser
Nun saß Lola geborgen unter dem Dach des Holzfällerhüttchens aus Reisern und Moos [ H. Mann2,48]
Schößling
Beispiel:
an besonders heimlichen Stellen trieb schon ein erstes scheues Reis [ ViebigWeiberdorf195]
übertragen Sprössling
Beispiel:
Joseph, ihr Reis, der wahrhafte Sohn, wuchs heran [ Th. MannJoseph3,161]
Pfropfreis
Beispiele:
einem alten Baum ein neues Reis aufpfropfen
ein junges Reis zum Okulieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Reis2 n. ‘junger Trieb, dünner Zweig, Schößling’, auch Kurzform für Pfropf-, Setz-, Senkreis. Ahd. (h)rīs (8. Jh.), mhd. mnd. rīs, asächs. aengl. hrīs, mnl. nl. rijs, afries. rīs ‘Reis, Zweig’, anord. hrīs ‘Gesträuch, Gestrüpp, Wald’, norw. schwed. ris (germ. *hreisa-) ist verwandt mit asächs. hrissian ‘zittern, beben’, aengl. hrisian ‘schütteln, bewegen, erschüttert werden, klirren’, got. afhrisjan, ushrisjan ‘abschütteln’ und bedeutet demnach etwa ‘was sich schüttelnd, schwingend, vibrierend bewegt’, so daß man darin zunächst den ‘schwingenden, sich biegenden Zweig’ zu sehen hat. Reis gehört mit Rispe (s. d.) und lat. crīnis (aus *crisnis) ‘(Haupt)haar’, crista ‘Kamm am Tierkopf, Helmbusch’ (deren ursprüngliche Bedeutung etwa ‘sich Schüttelndes, Zitterndes, Wallendes’), apreuß. craysi ‘Halm’, crays Plur. ‘Heu’, mir. cressaim ‘schüttle, schwinge’ zu ie. *(s)kreis-, besonders ‘in vibrierender Bewegung sein, (sich) schütteln’, einer s-Erweiterung von ie. *(s)krei-, seinerseits Erweiterung der Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’ (wozu mit anderen Erweiterungen schräg, Schrank, Schranke, Ring, Runge, schreiten, Rücken, s. d.; s. auch Reisig).
Zitationshilfe
„Reis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reis#1>.

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Reis, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Reises · Nominativ Plural: Reise · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Reis‹ als Erstglied: Reisacker · Reisanbau · Reisauflauf · Reisbau · Reisbauer · Reisbier · Reisbranntwein · Reisbrei · Reisernte · Reisessig · Reisfeld · Reisfleisch · Reisgericht · Reiskorn · Reiskuchen · Reismehl · Reispapier · Reispflanze · Reispudding · Reispuder · Reisschleim · Reisschnaps · Reisschüssel · Reisstroh · Reisstärke · Reissuppe · Reistag · Reiswein
 ·  mit ›Reis‹ als Letztglied: Apfelreis · Bouillonreis · Bruchreis · Brühreis · Genreis · Langkornreis · Milchreis · Naturreis · Perlreis · Puffreis · Risottoreis · Rundkornreis
eWDG

Bedeutungen

1.
aus Ostasien stammende und in tropischen Gebieten angebaute formenreiche Getreideart mit langen, ziemlich breiten Blättern und einblütigen Ährchen
Beispiele:
Reis anbauen
den Reis bewässern
2.
Körner von 1, die als Nahrungsmittel dienen
Beispiele:
polierter, ungeschälter Reis
Reis kochen, abbrühen
Huhn, Pilze mit Reis
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Reis1 m. Der Name der aus Südostasien stammenden, in tropischen und subtropischen Gebieten angebauten alten Kulturpflanze mhd. rīs m. n. ist, vielleicht vermittelt durch gleichbed. mlat. risus, risum (auch ris(i)a, risi, rizi), aus dem Roman. übernommen, vgl. aprov. afrz. ris (mfrz. frz. riz) und diesen vorausgehendes ital. riso, wahrscheinlich beruhend auf einer (im Ital. als Plur. empfundenen) Form mgriech. rhýzi, rhízi (ῥύζι, ῥίζι), die durch Verlust des griech.-lat. Anlautvokals gekennzeichnet ist. Zugrunde liegt lat. oryza, oriza (spätlat. auch orissa), griech. óryza, óryzon (ὄρυζα, ὄρυζον), das als Entlehnung aus dem Iran. angesehen wird, vgl. afghan. wrižē. Letzte Quelle ist wohl eine ind. Sprache, vgl. aind. vrīhíḥ ‘Reis’.

Typische Verbindungen zu ›Reis‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reis‹.

anbauen angebaut anpflanzen ausgequellen essen exportieren fermentiert gar gebraten geerntet gekocht genmanipuliert genverändert geschäften gesäuert gewaschen golden importieren importiert klebrig kochen pflanzen poliert ungeschält unpoliert verändert weisser

Verwendungsbeispiele für ›Reis‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war aber bloß Reis in der Milch, und ich mag ihn nicht. [Thoma, Ludwig: Tante Frieda. In: ders., Lausbubengeschichten, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1961 [1907], S. 247]
Wir hatten Reis empfangen; es gelang mir Milch zu fabelhaftem Preise zu beschaffen. [Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 7659]
Da ist der Reis aus anderem Holz geschnitzt, wenn dieses schiefe Bild einmal gestattet ist. [Die Zeit, 22.07.1999, Nr. 30]
Die Bauern zahlten Steuern in Form von Reis, doch nur durch den Handel konnte Reis in Geld verwandelt werden. [Die Zeit, 17.06.1999, Nr. 25]
Unser Land war niemals in der Lage, sich selbst mit Reis zu versorgen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1966]]
Zitationshilfe
„Reis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reis#2>.

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