Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Reiter, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Reiters · Nominativ Plural: Reiter
Aussprache  [ˈʀaɪ̯tɐ]
Worttrennung Rei-ter
Wortzerlegung reiten -er
Mehrwortausdrücke  Ross und Reiter nennen
eWDG

Bedeutungen

1.
jmd., der reitet, jmd., der auf einem Pferd oder einem anderen Reittier sitzt
Beispiele:
ein (toll)kühner, verwegener, guter, schlechter, tüchtiger Reiter
Roß und Reiter
veraltet, Militärein leichter, schwerer Reiter (= Angehöriger der leichten, schweren Kavallerie)
2.
auf Karteikarten aufklemmbares kleines Zeichen aus Metall oder Plast
3.
ein spanischer Reitermit Stacheldraht überzogenes Holzgestell, das als Sperre verwendet wird
Beispiel:
Spanische Reiter, die man hüben und drüben vor die Gräben geschoben hatte, um dem Feind ein Herankommen zu erschweren [ KischMarktplatz353]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reiten · Reiter · Reiterei · beritten
reiten Vb. ‘sich auf einem Tier, besonders einem Pferd, sitzend fortbewegen, zum Reiten benutzen (ein Tier)’, ahd. rītan ‘reiten, fahren, sich bewegen’ (9. Jh.), mhd. rīten, asächs. aengl. rīdan, afries. rīda, mnd. mnl. rīden, nl. rijden, engl. to ride, anord. rīða ‘hin und her bewegen, schwingen, wanken, reiten, besiegen’, schwed. rida ‘reiten’ (germ. *reidan) lassen sich mit air. rīad(a)im ‘ich fahre’, dērīad ‘Zweigespann’, kymr. rhwydd-hau ‘beeilen’, gall.-lat. rēda ‘vierrädriger Reisewagen’ (dazu lat. rēdārius ‘Lenker eines solchen Wagens’) verbinden und mit bereit und Reede (s. d.) auf ie. *reidh- ‘fahren, in Bewegung sein’ zurückführen, eine Erweiterung der auch in rennen, rinnen, Reise, rieseln und Ernst (s. d.) vorliegenden Wurzel ie. *er-, *or-, *r- ‘sich in Bewegung setzen, erregen’. Die Einschränkung auf die heutige Bedeutung erfolgt in frühnhd. Zeit; vgl. aber noch ‘in schaukelnder oder schwingender Bewegung sein’ (16. Jh.). Die umfassendere Bedeutung zeigt sich auch in den Substantiven ahd. reita, reitī ‘Wagen, Streitwagen’, aengl. rād ‘Ritt, Reiten, Zug, Reise’, engl. road ‘Straße’, anord. reið ‘Ritt, Fahrt, Reise, Wagen, Schiff’ sowie in anord. reiða ‘schwingen, schieben, darreichen, fahren, treiben’. Reiter m. ‘wer reitet, wer auf einem Pferd oder einem anderen Reittier sitzt’, ahd. rītāri, rīteri (11. Jh.), ritteri (Hs. 13. Jh.), mhd. rīter, rītære ‘Reiter, Reitersmann, Kämpfer zu Pferde’. Reiterei f. ‘berittene Truppe’ (16. Jh.), frühnhd. rewtterey ‘Kriegsdienst zu Pferd’ (15. Jh.), reiterey ‘das Reiten’ (Anfang 16. Jh.). beritten Adj. ‘mit Pferden ausgestattet, zu Pferde’, mhd. beriten, eigentlich Part. Prät. von dem heute nur noch in der Bedeutung ‘(ein Pferd) zureiten, ausbilden, zu Pferde durchmessen (Strecke, Gebiet)’ gebrauchten Präfixverb bereiten, mhd. berīten ‘(auf dem Pferd) reiten, reitend angreifen, reitend einholen, reitend besichtigen’ (vgl. Bereiter als Berufsbezeichnung für ‘Zureiter, Ausbilder von Reitpferden’).

Thesaurus

Computer
Synonymgruppe
Reiter · Tab
Synonymgruppe
Berittener · Reiter · Reitersmann
Assoziationen
  • beritten · hoch zu Ross · reitend · zu Pferd · zu Pferde
  • Einhufer · Gaul · Ross  ●  Pferd  Hauptform · Rössel  regional · Rössli  schweiz. · (der) Zosse(n)  ugs. · Hottehü  ugs., Babysprache · Hottemax  ugs., Babysprache

Typische Verbindungen zu ›Reiter‹ (berechnet)

Apokalypse Hofreitschule Künstler Stechen Winde abwerfen apokalyptisch apokalyptische bamberger bester blau blaue ehern einsam erfahren gallisch galoppieren gepanzert gestreift golden goldene junge kopflos magdeburger passioniert persisch qualifizieren reiten thesesalisch weltbest

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reiter‹.

Verwendungsbeispiele für ›Reiter‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber auch der in seinem Können weit fortgeschrittene Reiter bedarf immer wieder der Überholung. [o. A.: Richtlinien für Reiten und Fahren - Bd. 2: Ausbildung für Fortgeschrittene, Warendorf: FN-Verl. der Dt. Reiterlichen Vereinigung 1990 [1964], S. 31]
Trotz der geringen Tiefe dieses Grabens legte er die Reiter so gut wie völlig lahm. [Grunebaum, Gustav Edmund von: Der Islam. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 21447]
Die hatte mir zuerst viel Nachdenken gekostet, denn ich war so fremd drüben unter den Reitern. [Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222]
Der Kern der Heere besteht hier wie dort aus nicht sehr zahlreichen Scharen schwer gewappneter Reiter. [Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Dritter Teil: Das Mittelalter, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1923], S. 25783]
Die weiteren deutschen Reiter hatten mit der Vergabe der vorderen Plätze nichts zu tun. [Die Zeit, 09.02.2013 (online)]
Zitationshilfe
„Reiter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reiter>.

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