Reklame, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Reklame · Nominativ Plural: Reklamen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungRe-kla-me
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Reklame‹ als Erstglied: ↗Reklameartikel · ↗Reklamebild · ↗Reklamefachmann · ↗Reklamefilm · ↗Reklamefläche · ↗Reklamekalender · ↗Reklameplakat · ↗Reklamerummel · ↗Reklameschild · ↗Reklametrommel · ↗Reklamewand · ↗Reklamezettel · ↗Reklamezweck · ↗reklamehaft
 ·  mit ›Reklame‹ als Letztglied: ↗Bombenreklame · ↗Zigarettenreklame
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend (aufdringliches) Anpreisen, besonders von Waren, Dienstleistungen
Beispiele:
eine gute, schlechte, geschmacklose, kostspielige, marktschreierische, zugkräftige Reklame
die Reklame eines Unternehmens für seine Waren
Reklame für etw., jmdn., sich machen
in der Zeitung, dem Radio, Fernsehen, im Internet Reklame machen
die Firma macht unerträglich viel Reklame für sich und ihre Produkte
umgangssprachlich der Vater macht Reklame mit den guten Leistungen seiner Kinder (= rühmt sich ihrer)
umgangssprachlich mach nicht so viel Reklame (= Gerede) mit deinen Angelegenheiten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Reklame f. ‘Anpreisung, Werbung’, anfangs ‘bezahlte Buchbesprechung’ und ‘Anzeige, Werbehinweis’ (Mitte 19. Jh.), dann ‘Kundenwerbung’ (2. Hälfte 19. Jh.), Entlehnung von gleichbed. frz. réclame, zuvor ‘kleiner, in den Hauptteil einer Zeitung eingerückter Artikel, der die Aufmerksamkeit auf ein Buch, eine Ware lenken soll’, älter (in der Druckersprache) ‘das am unteren Rand einer Buchseite zur Kennzeichnung des Anschlusses gesetzte Anfangswort der nächsten Seite’ (also eigentlich ‘Appell an das Gedächtnis’), afrz. reclaim ‘Zurückruf (des Vogels), Lockruf, Ruf, Befehl, Anrufung’. Dies ist ein Abstraktum zu afrz. reclamer ‘(einen Vogel) zurückrufen, locken, (bittend oder betend) anrufen, beanspruchen, Beschwerde führen’, frz. réclamer ‘beanspruchen, fordern, verlangen, Einspruch erheben, sich beschweren’, entlehnt aus lat. reclāmāre ‘dagegenschreien, laut widersprechen, Einwendungen machen, protestieren’, mlat. ‘anrufen, anflehen’; vgl. lat. clāmāre ‘laut rufen, schreien, schreiend klagen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Reklame · ↗Werbung  ●  ↗Publicity  engl.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Agitation Auswuchs Comic Firmawahl Gebiete Inserat Joghurt Propaganda Reklame Typographie Werbung allgegenwärtig aufdringlich bekleben blinken geschmacklos geschäftlich großflächig irreführend kostenlos leuchten marktschreierisch mißbräuchlich neuzeitlich plump redaktionell schreiend unverlangt versteckt wirkungsvoll

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reklame‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht alle Sponsoren sind so zurückhaltend, auf große Reklame zu verzichten.
Der Tagesspiegel, 20.10.2000
Also im ND, welches der Mann zuweilen liest, weil da kaum Reklame drin ist.
Süddeutsche Zeitung, 23.09.1998
Die Industrie sucht eben krampfhaft nach Mitteln, den immer größer belegten Raum mit Reklame zu füllen.
Reklame-Praxis, 1927, Nr. 10, Bd. 3
Keiner kann aus den Erfahrungen anderer lernen, nur durch eigenen Schaden wird man klug, auch in der Reklame.
Reklame-Praxis, 1926, Nr. 1, Bd. 3
In der Praxis wird es häufig allerdings schwer sein, die Reklame von der Anzeige scharf zu trennen.
Schultze-Pfaelzer, Gerhard: Propaganda, Agitation, Reklame, Berlin: Stilke 1923, S. 67
Zitationshilfe
„Reklame“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reklame>, abgerufen am 15.10.2019.

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