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Rekrut, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rekruten · Nominativ Plural: Rekruten
Aussprache 
Worttrennung Re-krut · Rek-rut
Wortbildung  mit ›Rekrut‹ als Erstglied: Rekrutenausbilder · Rekrutenausbildung · Rekrutenaushebung · Rekrutenbesichtigung · Rekrutenjahrgang · Rekrutenschule · Rekrutenvereidigung · Rekrutenzeit · rekrutieren
Herkunft aus recrutemfrz nordfrz (recruefrz) < recroistreafrz (recroîtrefrz) ‘von neuem wachsen, Nachwuchs bekommen bzw. besorgen, ersetzen’
eWDG

Bedeutung

Soldat in der Grundausbildung
Beispiele:
Rekruten ausheben, ausbilden, mustern
um 9 Uhr mussten die Rekruten des neuen Jahrgangs antreten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rekrut · rekrutieren
Rekrut m. ‘Soldat in der ersten Ausbildungszeit’, frühnhd. (Plur.) Recrutten (Anfang 17. Jh.), Recruiten, (Sing.) Recruite f. (1. Hälfte 17. Jh.) ‘neu angeworbene Soldaten, neu geworbene Mannschaft, Ergänzungs-, Ersatzmannschaft’, (Sing.) Recrout m. (Mitte 18. Jh.), Recrut m. ‘neu geworbener Soldat, besonders solange er noch nicht zur Fahne geschworen hat’ (2. Hälfte 18. Jh.), entlehnt aus mfrz. (nordfrz.) recrute (1592, mit -t- durch nl. Einfluß?) neben mfrz. recreue ‘Ergänzung’, mfrz. frz. recrue ‘alle Soldaten, die eine Armee ergänzen, Nachschub’ (1550). Es handelt sich um das substantivierte Part. Perf. Fem. von afrz. recroistre ‘von neuem wachsen, Nachwuchs bekommen bzw. besorgen, ersetzen’, frz. recroître ‘wieder wachsen, wieder zunehmen’, aus lat. recrēscere ‘wieder (hervor)wachsen’; vgl. lat. crēscere ‘hervorkommen, (hervor)wachsen, zunehmen, ansteigen’. – rekrutieren Vb. ‘(Truppen) ergänzen, (Soldaten) anwerben, mustern, ausheben’, übertragen ‘stärken, mehren, wieder instand setzen’ (17. Jh., vgl. mfrz. recroistre ‘vergrößern, mehren’), ‘sich zusammensetzen, aus etw. ergänzen, zu einem bestimmten Zweck beschaffen’ (Mitte 19. Jh.), vom Substantiv abgeleitet (vgl. jüngeres nl. recruteeren, frz. recruter).

Typische Verbindungen zu ›Rekrut‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rekrut‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rekrut‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So nehmen sie den armen Rekruten, die eben erst an die Front riechen, noch den letzten Mut! [Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg – Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 162]
Umgekehrt war den iranischen Rekruten die griechische Schrift zu erlernen auferlegt. [Altheim, Franz: Das alte Iran. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 21849]
Eine Pause von zehn Minuten gibt den Rekruten Zeit, sich für die folgenden Prüfungen zu sammeln. [Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8786]
Niemand hatte Arbeit, und weil alle herumlungerten, terrorisierten die Älteren die jungen Rekruten. [Die Zeit, 07.03.1997, Nr. 11]
Nach Abschluß dieser Vorbereitungen – etwa nach 13 Monaten – werden dann die ersten Rekruten »eingezogen". [Archiv der Gegenwart, 2001 [1954]]
Zitationshilfe
„Rekrut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rekrut>.

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