Relikt, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Relikt(e)s · Nominativ Plural: Relikte
Aussprache
WorttrennungRe-likt
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Relikt‹ als Erstglied: ↗Reliktenfauna
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Überbleibsel, Restbestand aus einer vergangenen Zeit
Beispiele:
ein glaziales, kulturhistorisch wertvolles Relikt
Relikte in Stein und Holz aus versunkenen Kulturen
dieser Fund ist ein morphologisches Relikt
[die] der Gesellschaft in ihrer sozialistischen Entwicklungsphase noch zwangsläufig innewohnenden Relikte der Vergangenheit bilden heute die hauptsächlichsten sozialen Quellen der Kriminalität [Urania1965]
2.
Biologie heute noch auf begrenztem Raum vorkommende, früher weit verbreitete Tierart oder Pflanzenart
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Relikt n. ‘Restform, Rückstand, Überbleibsel einer vergangenen Zeit, Überrest aus einem früheren Sprachzustand’, entlehnt (18. Jh.) aus lat. relictum ‘Übriggelassenes’, dem substantivierten Neutrum des Part. Perf. von relinquere ‘zurück-, übriglassen’; vgl. lat. linquere (lictum) ‘(zurück-, hinter-, über-, ver)lassen, aufgeben’ (s. ↗leihen). Rechtssprachlich (nur 18. und 19. Jh.) Relikten Plur. ‘Hinterbliebene, Hinterlassenschaft, Erbe’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hinterlassenschaft · Relikt · ↗Reliquie · ↗Residuum · ↗Rest · ↗Restbestand · ↗Rudiment · ↗Rückstand · ↗Überbleibsel · ↗Überrest  ●  ↗Spreu  fig.
Synonymgruppe
Auslaufmodell · ↗Hinterlassenschaft · ↗Überbleibsel (einer vergangenen Zeit)  ●  Relikt  fig. · ↗Dinosaurier  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

ABM-Vertrag Besatzungszeit DDR-Zeit Eiszeit Epoche Feudalzeit Frühzeit Industriezeitalter Kolonialzeit Nachkriegszeit Nazizeit Obrigkeitsstaat Reliquie Römerzeit Sowjetzeit Steinzeit Urzeit Vergangenheit Vorzeit anachronistisch archaisch baulich feudal liebenswert museal obrigkeitsstaatlich steinern verstaubt überholt überkommen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Relikt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die unfreundliche Bedienung ist ein Relikt aus den achtziger Jahren, es gibt sie kaum noch.
Die Zeit, 30.12.2013, Nr. 52
Seitdem zeige der Tower, mittlerweile einsames Relikt aus diesen Zeiten, fünf nach zwölf.
Süddeutsche Zeitung, 24.10.1997
Auch die königliche Leitung der Kirche war für sie ein Relikt »Papistischer Herrschaft«.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7635
Voraussetzung für diese Vorstellung ist, daß an einem Relikt staatlicher deutscher Einheit festgehalten wird.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - S. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 20984
Das bewußte Ausweichen vor Konsonanzen ist ein Relikt der Ichkrise.
Mannzen, Walter u. a.: Expressionismus. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1954], S. 11363
Zitationshilfe
„Relikt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Relikt>, abgerufen am 23.10.2019.

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