Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Renaissance, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Renaissance · Nominativ Plural: Renaissancen
Aussprache 
Worttrennung Re-nais-sance
Wortbildung  mit ›Renaissance‹ als Erstglied: Renaissancebau · Renaissancemensch · Renaissancestil · Renaissancezeit
 ·  mit ›Renaissance‹ als Letztglied: Frührenaissance · Hochrenaissance · Neorenaissance · Neurenaissance · Spätrenaissance
Herkunft aus gleichbedeutend renaissancefrz, eigentlich ‘Wiedergeburt, Erneuerung’ < renaîtrefrz ‘wiedergeboren werden, wiederaufleben’
eWDG

Bedeutungen

1.
von Italien ausgehende kulturelle Bewegung des 14. bis 16. Jahrhunderts, die besonders auf literarisch-künstlerischem Gebiet das Lebensgefühl der Antike zu erneuern suchte
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
Florenz war der geistige Mittelpunkt der italienischen Renaissance
ein Palast, Rathaus im Stil der Renaissance
Die Kultur der Renaissance in Italien [ BurckhardtRenaissanceTitel]
Erneuerung von Kunst und Wissenschaft nach antiken Vorbildern
Beispiel:
die byzantinische, karolingische Renaissance
2.
Wiederaufleben, Neublüte
Beispiele:
die Renaissance der langen Mode
vielleicht das Frappanteste ist der Aufschwung der Schaumweinindustrie, die Renaissance des Sekts [ WeinertRufe115]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Renaissance f. von Italien ausgehende frühbürgerliche Bewegung des 14. bis 16. Jhs., die, an die Antike anknüpfend, Wissenschaft, Literatur und Kunst vom mittelalterlich-kirchlichen Dogmatismus löst und eine freie, humanistische Lebenshaltung proklamiert. Die Bezeichnung ist eine Übernahme (J. Burckhardt, 1837) von frz. renaissance in der 1829 bei Balzac belegten Bedeutung ‘Epoche, in der das Vorbild der Antike, besonders in Literatur, Kunst und Wissenschaft, die Auffassung vom menschlichen Leben erneuert’. In diesem Sinne ist frz. renaissance eine Wiedergabe von ital. rinascita bzw. rinascimento. Die eigentliche Bedeutung der frz. ital. Ausdrücke ist ‘Wiedergeburt, Erneuerung’ als Bildungen (14. Jh.) zu frz. renaître ‘wiedergeboren werden, wiederaufleben’, afrz. renaistre ‘wiedergeboren werden, neu entstehen, wachsen’, bzw. gleichbed. ital. rinascere. Zugrunde liegt lat. renāscī ‘nachwachsen’, kirchenlat. ‘wiedergeboren werden (durch Gnade)’; vgl. lat. nāscī ‘geboren werden, entstehen, wachsen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Auferweckung · Comeback · Renaissance · Rückkehr · Wiederauferstehung · Wiederauflebung · Wiederbelebung · Wiedergeburt  ●  Revival  engl.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Renaissance‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Renaissance‹.

Verwendungsbeispiele für ›Renaissance‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im italienischen Barock spüren wir noch zu sehr die Renaissance. [Gudenrath, Eduard: Geist und Gestalt in der Baukunst, Berlin: Oestergaard 1929, S. 233]
Während die vorchristliche Welt im Glas vor allem den farbigen Reiz schätzte, entstand mit der Renaissance ein allgemeineres Verlangen nach möglichst durchsichtigem, farblosen Glas. [Popp, Joseph: Zur Einführung. In: Bräuer, Hasso (Hg.) Archiv des deutschen Alltagsdesigns, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1915], S. 260]
Da das spanische Theater unklassisch ist, gehört es zur Renaissance. [Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 266]
Mit der Renaissance beginnt auch in der Politik das empirische Denken sich zu entwickeln. [Heller, Hermann: Staatslehre, Leiden: Sijthoff 1934, S. 13]
Aber es enthebt uns nicht der Pflicht, an einer Renaissance des europäischen Kinos zu arbeiten. [Die Zeit, 24.09.1998, Nr. 40]
Zitationshilfe
„Renaissance“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Renaissance>.

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