Rentier, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Rentier(e)s · Nominativ Plural: Rentiere
Aussprache  ['ʀeːntiːɐ̯] · ['ʀɛntiːɐ̯]
Worttrennung Ren-tier
Wortzerlegung RenTier
Wortbildung  mit ›Rentier‹ als Erstglied: ↗Rentierflechte · ↗Rentierzucht
Dieses Stichwort finden Sie im DWDS-Weihnachtsglossar.
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

Europäisches Rentier
Europäisches Rentier
(Alexandre Buisse, CC BY-SA 3.0)
Synonym zu Ren
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: Mythologie das rotnasige, fliegende Rentier (= Zugtier am Schlitten des Weihnachtsmanns); ein wildes Rentier
als Akkusativobjekt: ein Rentier einfangen, [vor den Schlitten] spannen
in Koordination: Rentiere und Moschusochsen, Elche, Polarfüchse, Wildpferde, Bisons
in Präpositionalgruppe/-objekt: Mythologie ein Schlitten, der Weihnachtsmann mit Rentieren; die Jagd auf Rentiere
Beispiele:
Skandinaviens Besonderheiten sind die weiten, unberührten Landschaften. Hier gibt es noch eine große Anzahl von Elchen, Rentieren, Füchsen und Wölfen. [Rhein-Zeitung, 05.09.2020]
Während der Pandemie wollten Einkaufscenter und Schulen keine Rentiere für Weihnachtsmann‑Auftritte und Schlittenfahrten mieten, berichtet George Richardson, Besitzer einer der größten Herden in England. [Münchner Merkur, 16.10.2020]
Nach mehr als zwei Jahren ist in Norwegen wieder ein Fall der Prionenerkrankung Chronic Wasting Disease (CWD) bei einem Rentier festgestellt worden. [Fränkischer Tag, 14.09.2020]
Rudolph mit der roten Nase wird 80 Jahre alt [Überschrift] Kennt ihr das Lied vom Rentier Rudolph mit der roten Nase? 1939 wurde die Geschichte von »Rudolph, the Red‑Nosed Reindeer« zum ersten Mal erzählt – zu Weihnachten vor 80 Jahren hielten Kinder zum ersten Mal das Malbuch mit dem Rentier in ihren Händen. Der arme Rudolph wird wegen seiner roten Nase von den anderen Rentieren geärgert. Doch dann schlägt seine Stunde. Weil es an Weihnachten so neblig ist, braucht der Weihnachtsmann eine Leuchte – also fragt er Rudolph, ob er nicht seinen Schlitten ziehen und ihm mit der roten Nase den Weg leuchten will. [Rhein-Zeitung, 24.12.2019]
Das Rentier ist die einzige Hirschart, die im weiblichen Geschlechte ebenfalls ein Geweih trägt; die anfangs vielleicht nur gelegentlich aufgetretene Vererbung des Geweihes auf das weibliche Tier scheint hier dadurch befördert zu sein, daß das Geweih den Tieren bei der Nahrungssuche auf schneebedecktem Boden zum Wegschieben des Schnees von Nutzen ist. [Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 500]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ren · Rentier1
Ren n. Der Name für die nordische Hirschart frühnhd. reen n., rein, reener m. (16. Jh.) ist aus dem Skandinav. entlehnt. Anord. hreinn, schwed. dän. ren, norw. rein gehört wie gleichbed. aengl. hrān und vielleicht auch griech. krīós (κριός) ‘Widder’ im Sinne von ‘gehörntes Tier’ zu einer i-Erweiterung der Wurzel ie. *k̑er(ə)- ‘das Oberste am Körper, Kopf, Horn’ (s. ↗Hirn, ↗Horn und andere Benennungen gehörnter Tiere wie ↗Hirsch, ↗Hornisse, ↗Rind). Dazu die verdeutlichende Zusammensetzung Rentier1 n. älter Reen- und (mit volksetymologischer Anlehnung an rennen) Rennthier (2. Hälfte 17. Jh.), entsprechend gleichbed. anord. hreindȳri, schwed. rendjur, dän. rensdyr, norw. reinsdyr; vgl. anord. dȳr ‘(wildes) Tier’, vielfach auch ‘Reh, Hirsch, Ren’ (s. ↗Tier).

Typische Verbindungen zu ›Rentier‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rentier‹.

Zitationshilfe
„Rentier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rentier#1>, abgerufen am 12.06.2021.

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Rentier, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rentiers · Nominativ Plural: Rentiers
Aussprache  [ʀɛnˈti̭eː] · [ʀãˈti̭eː]
Worttrennung Ren-ti-er
Herkunft aus gleichbedeutend rentierfrz
eWDG

Bedeutung

veraltend jmd., der aus dem Zuwachs seines angelegten Kapitals ein regelmäßiges Einkommen bezieht und davon lebt
Beispiel:
Mein Großvater hat verkauft. Er ist nun Bürger zu Briesen, Rentier [ BobrowskiLevin282]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rente · Rentner · Rentier2 · rentieren · rentabel · berenten · Rendite
Rente f. ‘regelmäßiges Einkommen aus Versicherungsleistungen bzw. einer Kapitalanlage’, mhd. rent(e) ‘Einkünfte, Ertrag, Vorteil, Gewinn’, Übernahme von afrz. rente ‘Rückgabe, regelmäßige Lieferung, Tribut, regelmäßige Einkünfte’ (frz. rente ‘Einkommen, Rente’), aus vlat. *rendita ‘Pachtzins, Einkommen ohne Arbeitsleistung’, eigentlich ‘(von einem Pächter, Schuldner) Zurückerstattetes’ (vgl. gleichbed. ital. rendita und mlat. rendita, renda, renta), dem substantivierten, als Fem. aufgefaßten Neutr. Plur. des Part. Perf. von vlat. *rendere, das, von bedeutungsnahem und lautlich anklingendem lat. prehendere, prēndere (woraus afrz. frz. prendre) ‘fassen, ergreifen, nehmen’ beeinflußt, auf lat. reddere ‘zurückgeben, zurückerstatten, darbringen, von sich geben, ausspeien’ zurückgeht; vgl. lat. dare ‘geben’. Rentner m. ‘wer Rente bezieht, von einer Rente lebt’ (Ende 15. Jh.); daneben auch Rentier2 m. eine Übernahme (19. Jh.) von gleichbed. frz. rentier. rentieren Vb. (heute meist reflexiv) ‘Gewinn abwerfen, (sich) lohnen, bezahlt machen’ (vereinzelt 15. Jh., häufig seit Anfang 19. Jh.). Älter (ebenfalls zu den roman. Formen gebildet) frühnhd. (bis 18. Jh.), mnd. renten ‘Gewinn bringen’, ahd. rentōn ‘Rechenschaft geben, verantworten’ (9. Jh.), vgl. afrz. rendre in der Bedeutung ‘zurückgeben, von sich geben, (eine Erklärung) abgeben’. rentabel Adj. ‘einträglich, Gewinn abwerfend, lohnend’ (Mitte 19. Jh.), französierende Ableitung vom Substantiv (vgl. später bezeugtes frz. rentable, Ende 19. Jh.). berenten Vb. ‘jmdm. eine Rente gewähren, jmdn. auf (Alters-, Invaliden)rente setzen’ (20. Jh.), älter ‘mit regelmäßigen Einkünften ausstatten’ (Anfang 15. Jh.). Rendite f. ‘Gewinn aus einer Kapitalanlage’, entlehnt (20. Jh.) aus ital. rendita (s. oben).

Typische Verbindungen zu ›Rentier‹

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Verwendungsbeispiele für ›Rentier‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und die anstehenden Veränderungen machen offenbar selbst vor den Rentieren nicht halt.
Der Tagesspiegel, 12.01.2003
Nicht einmal die Rentiere, an denen wir im Wald vorbeibrettern, lassen sich erschrecken.
Die Zeit, 14.02.1997, Nr. 8
Dieser sehr fein auftretende alte Herr war zur Zeit bereits 60 Jahre - wurde als ein sehr reicher Rentier eingeführt.
Friedländer, Hugo: Der Klub der Harmlosen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 28725
Er wurde, wie fossile Funde auswiesen, früher in China ähnlich wie im nördlichen Eurasien das Rentier gehalten.
Dathe, Heinrich: Wegweiser durch den Tierpark, Berlin: OV 1976, S. 82
Die Rentiere äsen irgendwo herum und kommen gelegentlich näher ans Feuer zu den mürrischen Männern.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 247
Zitationshilfe
„Rentier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rentier#2>, abgerufen am 12.06.2021.

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