Reprise, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Reprise · Nominativ Plural: Reprisen
Aussprache 
Worttrennung Re-pri-se
Herkunft Französisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Theater, Film Wiederaufführung eines bereits gespielten Theaterstückes oder eines Films
2.
Musik Wiederholung eines besonders bezeichneten Teils eines Musikstückes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Prise · Reprise
Prise f. ‘kleine Menge von pulvriger oder feinkörniger Substanz, im Seekrieg aufgebrachtes Handelsschiff oder auf diesem befördertes Handelsgut, Beute’ (bis ins 17. Jh. oft diphthongiert Preis, Preise), Übernahme von afrz. frz. prise ‘das (Weg)genommene, Ergriffene, Beute, Fang’, mfrz. frz. auch ‘kleine (mit den Fingern ergriffene) Menge, Dosis (von Medikamenten, Schnupftabak)’, zunächst (seit 1. Hälfte 15. Jh.) ‘Plünderung, Beute’, vor allem in Fügungen wie preis sein, werden, machen (s. ↗preisgeben), dann (wie mnd. prīs, prīse ‘genommene Schiffe, Beute’) speziell für ‘aufgebrachtes feindliches Schiff, Kriegsbeute’ (Mitte 16. Jh.), später allgemein ‘kleine Menge’ von Schnupftabak, Gewürz (Anfang 18. Jh.). Afrz. frz. prise ist die fem. Form des substantivierten Part. Perf. von afrz. frz. prendre ‘nehmen, (er)greifen’, aus lat. prehendere, kontrahiert prēndere ‘(an)fassen, (an-, er)greifen, nehmen’. Reprise f. ‘Zurückeroberung (im Seekrieg), Wiederaufnahme (eines Bühnenstücks), zu wiederholender Teil (eines Musikstücks)’, Entlehnung (17. Jh.) von gleichbed. frz. reprise, zu frz. reprendre ‘wieder nehmen, zurücknehmen, wieder aufnehmen’, aus lat. reprehendere (s. ↗Repressalie).

Thesaurus

Synonymgruppe
Wiederholung (Musik)  ●  Reprise (Musik)  fachspr., franz.
Synonymgruppe
Wiederaufführung · ↗Wiederaufnahme  ●  Reprise (Theater)  franz.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Reprise‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dennoch verschwand die Oper nach nur drei Reprisen von der Bühne.
Fath, Rolf: Werke - S. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 27978
Bloß sollten wir die kostbare Zeit nicht mit allzuviel Reprisen vertun; das Hinhören scheint mir die wichtigste Tugend zu sein.
konkret, 1981
Viele Bilder malte Gotsch neu, die Reprisen erreichten aber nach Meinung von Kritikern nicht die Qualität der ursprünglichen Werke.
Der Spiegel, 01.10.1984
Fast alle ersten Sätze zeigen klare Sonatenform mit verschiedenen Themen, langen Durchführungen und klar abgegrenzten Reprisen.
Churgin, Bathia u. Jenkins, Newell: Sammartini (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 75
Gelegentliche Taktstörungen können durch das Reiten von Seitengängen in kürzeren Reprisen im Schritt ausgeglichen werden.
o. A.: Richtlinien für Reiten und Fahren - Bd. 2: Ausbildung für Fortgeschrittene, Warendorf: FN-Verl. der Dt. Reiterlichen Vereinigung 1990 [1964], S. 40
Zitationshilfe
„Reprise“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reprise>, abgerufen am 31.10.2020.

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