Reproduktion, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Reproduktion · Nominativ Plural: Reproduktionen
Aussprache
WorttrennungRe-pro-duk-ti-on (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Reproduktion‹ als Erstglied: ↗Reproduktionsfotografie · ↗Reproduktionsindex · ↗Reproduktionskosten · ↗Reproduktionsmedizin · ↗Reproduktionsphotographie · ↗Reproduktionsprozess · ↗Reproduktionstheorie
 ·  mit ›Reproduktion‹ als Letztglied: ↗Selbstreproduktion  ·  mit ›Reproduktion‹ als Grundform: ↗Repro
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von reproduzieren (Lesart 1)
a)
das Wiedergeben (und Vervielfältigen) durch Photographie oder Druck
Beispiel:
die Reproduktion nach diesem veralteten Verfahren ist zu zeitraubend
b)
das durch Photographie oder Druck Wiedergegebene (und Vervielfältigte)
Beispiele:
eine farbige, schwarz-weiße Reproduktion
Keine Reproduktion kommt dem Eindruck des Originals nahe [WölfflinDürer224]
2.
Wirtschaft ständige Erneuerung und kontinuierliche Wiederholung des Produktionsprozesses
Beispiele:
die extensive, intensive, kapitalistische, sozialistische Reproduktion
die einfache (= im Umfang gleichbleibende) Reproduktion
Dient diese Revenue dem Kapitalisten nur als Konsumtionsfonds oder wird sie ebenso periodisch verzehrt wie gewonnen, so findet, unter sonst gleichbleibenden Umständen, einfache Reproduktion statt [MarxKapital1,594]
die erweiterte Reproduktion
Beispiel:
Werden durch die Investitionen bestehende Grundmittel erweitert oder neue geschaffen, erfolgt eine erweiterte Reproduktion; in diesem Falle handelt es sich um Neuinvestitionen [Einheit1957]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

produzieren · Produzent · Produkt · Produktion · produktiv · Produktivität · Reproduktion · Repro · reproduzieren
produzieren Vb. ‘(Gebrauchsgüter) herstellen, erzeugen’ (19. Jh.), ‘hervorbringen, erzeugen’ (Anfang 18. Jh.), ‘vorführen, vorstellen’ (Anfang 17. Jh.), ‘heraus- oder hervorführen, aufschieben, verlängern’ (2. Hälfte 16. Jh.), auch reflexiv ‘sich (wirkungsvoll) in den Vordergrund stellen, sich auffallend benehmen’ (18. Jh.), entlehnt aus lat. prōdūcere (prōductum) ‘vorwärtsführen, (weiter) vorführen, ausdehnen, verlängern’, kirchenlat. (in der biblischen Schöpfungsgeschichte) ‘hervorbringen, erzeugen’; vgl. lat. dūcere ‘ziehen, führen’. Produzent m. ‘Hersteller, Erzeuger’ (von Gebrauchsgütern, 19. Jh., von Feldfrüchten, 16. Jh.), aus lat. prōdūcēns (Genitiv prōdūcentis), dem Part. Präs von lat. prōdūcere (s. oben). Produkt n. ‘industrielles Erzeugnis’ (19. Jh.), ‘Ertrag, Ergebnis menschlicher Arbeit, menschlichen Handelns und Denkens, Naturerzeugnis’ (18. Jh.), älter in der Mathematik ‘Ergebnis der Multiplikation’ (Ende 15. Jh.), ‘Ergebnis der Division’ (16. Jh.), lat. prōductum ‘das Hervorgebrachte’, substantiviertes Neutrum des Part. Perf. von lat. prōdūcere (s. oben). Produktion f. ‘Erzeugung, Herstellung (materieller Güter), das Erzeugte, Hergestellte, Gesamtheit der Erzeugnisse’ (19. Jh.), ‘Hervorbringung, Darstellung, Aufführung’ (18. Jh.), nach gleichbed. frz. production; zuvor ‘Herausführung, Aufschiebung, Verzug, Verlängerung’ (2. Hälfte 16. Jh.), nach lat. prōductio (Genitiv prōductiōnis) ‘das Hervorführen, Ausdehnung, Verlängerung’. produktiv Adj. ‘hervorbringend, (Werte) schaffend, schöpferisch, ergiebig’ (18. Jh.), aus gleichbed. frz. productif; vgl. spätlat. prōductīvus ‘zur Verlängerung geeignet’. Produktivität f. ‘Ergiebigkeit, Fruchtbarkeit, Leistungsfähigkeit (besonders der menschlichen Arbeit), Schaffung materieller und geistiger Werte, schöpferische Betätigung, Schöpferkraft’ (Anfang 19. Jh.). Reproduktion f. ‘Wiedererzeugung, Fortpflanzung, Wiederaufbau, geistiges Nachempfinden’ (2. Hälfte 18. Jh.), in der bildenden Kunst ‘Nachbildung, Wiedergabe, Vervielfältigung’ (2. Hälfte 19. Jh.), ‘Prozeß der stetigen Erneuerung und kontinuierlichen Wiederholung der gesellschaftlichen Produktion’ (um 1800); daraus gekürzt Repro f. (auch n.) Kopiervorlage für die Druckform (20. Jh.). reproduzieren Vb. ‘eine Anklage erneuern, Gegenbeweise vorlegen’ (1. Hälfte 18. Jh.), ‘wiedererzeugen, sich fortpflanzen, wieder gegenwärtig machen’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘nachbilden, nach dem Gedächtnis wiedergeben, Bildvorlagen wiedergeben und vervielfältigen’ (Mitte 19. Jh.), ‘im wiederholten Produktionsprozeß den Wert von etw. wiederherstellen’ (Anfang 19. Jh.); zur Herkunft s. ↗Produktion, ↗produzieren und ↗re-; Einfluß von früher bezeugtem frz. reproduction bzw. frz. reproduire ist möglich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gleichstück · ↗Kopie · ↗Nachbau · ↗Nachbildung · ↗Replik · ↗Replika · ↗Replikat · ↗Replikation · Reproduktion
Unterbegriffe
  • billiger Abklatsch · müder Abklatsch · schlechte Kopie
Assoziationen
Synonymgruppe
Faksimile · Reproduktion · genaue Kopie
Medizin
Synonymgruppe
Fortpflanzung · Reproduktion · ↗Vermehrung
Unterbegriffe
  • Jungferngeburt · ↗Jungfernzeugung · eingeschlechtliche Fortpflanzung  ●  ↗Parthenogenese  fachspr.
  • Klonen · asexuelle Vermehrung · ungeschlechtliche Vermehrung  ●  vegetative Vermehrung (Gärtnersprache)  fachspr.
  • Fruchtkörperbildung · ↗Fruktifikation · Fruktifizierung
Assoziationen
Synonymgruppe
Abdruck · ↗Druck · ↗Druckerzeugnis · ↗Druckwerk · ↗Publikation · Reproduktion · ↗Veröffentlichung
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„Reproduktion“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reproduktion>, abgerufen am 15.02.2019.

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