Requisit, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Requisit(e)s · Nominativ Plural: Requisiten
Aussprache
WorttrennungRe-qui-sit (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Requisit‹ als Erstglied: ↗Requisitendepot · ↗Requisitenkammer · ↗Requisitenwagen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
meist im Plural
auf der Bühne oder bei einer Filmszene benötigter Gegenstand
Beispiele:
eine Probe in Maske und Kostüm und mit allen Dekorationen und Requisiten abhalten
die Requisiten ergänzen
Das Requisit […] genießt deshalb im modernen Drama hinsichtlich seiner Funktion die volle Aufmerksamkeit des Regisseurs [Tageszeitung1961]
2.
Zubehör, Zubehörteil, Gerät, Handwerkszeug
Beispiele:
Das wichtigste Requisit zur Herstellung einer Couch waren die Sprungfedern [HartungWunderkinder184]
Die Puppe ist das unentbehrliche Requisit der Kindheit geblieben. [Die Zeit, 08.12.1955, Nr. 49]
übertragen
Beispiel:
das Ofenrohr, wie man es in fast jedem Pariser Atelier findet, das konventionelle Requisit einer gewissen Bohème [FrischStiller473]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

requirieren · Requisit · Requisition
requirieren Vb. ‘für militärische Zwecke beschlagnahmen (Verpflegung, Fahrzeuge, Unterkunft), ohne Bezahlung beschaffen, organisieren’ (Anfang 19. Jh.), zuvor ‘ein Gericht anrufen, um Rechtshilfe ersuchen’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘ersuchen, auffordern, verlangen’ (1. Hälfte 15. Jh.), entlehnt aus lat. requīrere (requīsītum) ‘(auf)suchen, verlangen, nachfragen, nachforschen, fordern’; vgl. lat. quaerere ‘(auf)suchen, (er)fragen, forschen’. Requisit n. ‘Zubehörteil, Gerät, Handwerkszeug’ (1. Hälfte 16. Jh.), aus lat. requīsīta ‘Bedürfnis, Notdurft’, eigentlich ‘Erfordernisse, Notwendigkeiten’, dem substantivierten Neutr. Plur. des Part. Perf. von lat. requīrere (s. oben), früher vielfach im Plur. und lat. flektiert. Anfangs auch in der Bedeutung ‘Erfordernis, Hilfsmittel’, seit Mitte des 17. Jhs. übertragen ‘geistiges Rüstzeug, Merkmal, (modische) Zutat’, heute vor allem (Plur.) ‘Ausstattungsgegenstände für das Theater’ (Anfang 19. Jh.). Requisition f. ‘Ersuchen, Auf-, Anforderung, Herbeischaffung, Beschlagnahme’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. requīsītio (Genitiv requīsītiōnis) ‘Untersuchung’, mlat. ‘Forderung’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Accessoire Bühnenbild Dekoration Fundus Interieur Kostüm Kulisse Maske Minimum Mobiliar Musikinstrument Möbel Puppe Reliquie Schauplatz Souvenir Spezialeffekt Versatzstück ausstaffieren hantieren herumliegen naturalistisch sparsam spärlich unentbehrlich unerläßlich unverzichtbar vermachen verstaubt versteigern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Requisit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei ihm wird das Auto vom Requisit zum Wesen des familiären Dramas.
Die Zeit, 21.07.2005, Nr. 30
Unversehens finden sie sich am einzigen Requisit, einem Tisch, sitzend wieder.
Der Tagesspiegel, 25.08.1998
Zwar ist das alte Gedankengut noch erhalten geblieben, doch nur als rein äußerliches Requisit.
Gennrich, Friedrich: Troubadours. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 1549
Sie stellt die Leiche vor als das, wozu sie geworden ist, als Requisit.
Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1971 [1951], S. 304
Vom Requisit ist für die ausgebildete Form des Schicksalsdramas nicht zu abstrahieren.
Benjamin, Walter: Ursprung des deutschen Trauerspiels. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1928], S. 303
Zitationshilfe
„Requisit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Requisit>, abgerufen am 16.12.2018.

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