Reservoir, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Reservoirs · Nominativ Plural: Reservoire/Reservoirs
WorttrennungRe-ser-voir
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Reservoir‹ als Letztglied: ↗Hormonreservoir · ↗Magmareservoir · ↗Wasserreservoir
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Sammelbehälter, Sammelbecken
Beispiel:
die Tonne diente als Reservoir für Regenwasser
2.
Vorrat
Beispiele:
In den Meeren ist ein ausgleichendes Reservoir an Kohlensäure vorhanden [Urania1966]
Durch ständigen Zustrom steht der Industrie hier ein unerschöpfliches Reservoir an Arbeitskräften [die in der Produktion eingesetzt werden können] zur Verfügung [Urania1967]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reservieren · reserviert · Reserviertheit · Reserve · Reservist · Reservat · Reservation · Reservoir
reservieren Vb. ‘aufbewahren, zurücklegen, aufheben, (sich) zurückhalten, (sich etw.) ausbedingen, (ein Recht) vorbehalten’ (1. Hälfte 16. Jh.), entlehnt, wohl unter Einfluß von gleichbed. frz. réserver (afrz. reserver ‘vorbehalten, aufsparen’), aus lat. reservāre ‘aufsparen, aufbewahren, vorbehalten’ (vgl. lat. servāre ‘erretten, erhalten, unversehrt bewahren, in acht nehmen, achtgeben’, s. ↗konservieren). Seit Mitte des 19. Jhs. auch ‘(einen Platz) freihalten, vormerken (lassen)’. Dazu reserviert Part.adj. ‘zurückhaltend, kühl, abweisend, verschlossen’ (2. Hälfte 19. Jh., nach mfrz. frz. réservé ‘zurückhaltend, bedächtig’), ‘vorbestellt, freigehalten’ (um 1900) und Reserviertheit f. ‘kühles, zurückhaltendes Benehmen’ (2. Hälfte 19. Jh.). Reserve f. ‘Ersatztruppe, Nachschub, zum Kampf einsatzbereite, noch zurückgehaltene Streitkräfte’ (Anfang 17. Jh.), danach ‘Gesamtheit der ausgebildeten, aber nicht aktiv dienenden Soldaten’ (2. Hälfte 19. Jh.), ‘Ersatz, Vorrat, Aushilfe’ (Anfang 19. Jh.; vgl. eiserne Reserve), ‘Vorbehalt, Zurückhaltung, Verschlossenheit, Kühle’ (Mitte 19. Jh.), Übernahme von gleichbed. mfrz. frz. réserve. Reservist m. ‘der Reserve angehörender Wehrpflichtiger’ (2. Hälfte 19. Jh.), frz. réserviste. Reservat n. ‘Sonderrecht bzw. Vorbehalt eines Rechts bei der Aufteilung von Befugnissen’ (Anfang 16. Jh.), ‘Schutz- und Wohngebiet für (vertriebene) Minderheiten’ und ‘Naturschutzgebiet’ (Anfang 20. Jh.), aus lat. reservātum ‘das Zurückbehaltene’, dem substantivierten Neutr. des Part. Perf. von lat. reservāre; bis ins 18. Jh. auch in der lat. Pluralform Reservata. Reservation f. ‘zwangsweise auf Reservate beschränkter Lebensraum der Ureinwohner’ (Anfang 20. Jh., entsprechend amerik.-engl. reservation), ‘Aufbewahrung, Freihaltung’ (19. Jh.), zuvor als juristischer Terminus ‘(innerer) Vorbehalt’ (18. Jh., vereinzelt schon Anfang 16. Jh.), entlehnt aus spätlat. reservātio (Genitiv reservātiōnis) ‘Erhaltung, Bewahrung, Verwahrung, Vorbehalt’. Reservoir n. ‘Sammelbecken, Wasserspeicher, Vorrat(sbehälter)’ (Anfang 18. Jh.), mfrz. frz. réservoir; dann auch (Anfang 20. Jh.) ‘(unerschöpflicher) Vorrat, Reservebestand, Nachwuchs(kräfte)’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Lager · ↗Repositorium · ↗Reserve · Reservoir · ↗Rücklage · ↗Speicher · ↗Vorrat
Assoziationen
  • Stärke  ●  ↗Amylum  lat.
  • Glycogen · Leberstärke · tierische Stärke  ●  ↗Glykogen  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitskraft Borrelie Erreger Facharbeiter Fachkraft Nachwuchskraft Nichtwähler Rekrutierung Stammwähler Talent Wechselwähler anzapfen auffüllen ausgeschöpft ausschöpfen ergiebig erschöpfen fischen natürlich reichhaltig rekrutieren riesig schöpfen speisen unermeßlich unerschöpflich unschätzbar unterirdisch unversiegbar zurückgreifen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reservoir‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Entsprechend groß war auch das Reservoir für die organisierte Kriminalität, hier Täter zu rekrutieren.
Die Welt, 31.08.2005
Und das Reservoir an Talenten ist voll, vor allem bei den Frauen.
Süddeutsche Zeitung, 24.08.1998
Ich sagte, der Tag war heiß, das Reservoir auf dem Dache um diese Stunde schon fast leer.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 105
Das größte Reservoir hierfür sind die besetzten Gebiete des Ostens.
o. A.: Achtzehnter Tag. Mittwoch, 12. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 28973
Speziell die Familie wird als ein Reservoir aktivierbarer Hilfe und Pflege gesehen und ideologisch aufgewertet.
Keupp, Heiner: Gemeindepsychologie. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 6159
Zitationshilfe
„Reservoir“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reservoir>, abgerufen am 19.08.2019.

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