Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Revanche, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Revanche · Nominativ Plural: Revanchen
Aussprache  [ʀeˈvãːʃ] · [ʀeˈvãːʃə] · [ʀeˈvaŋʃ] · [ʀeˈvaŋʃə]
Worttrennung Re-van-che
Häufige Falschschreibung Revange
Wortbildung  mit ›Revanche‹ als Erstglied: Revanchefoul · Revanchegeist · Revanchegelüst · Revanchegelüste · Revanchehetzer · Revanchekrieg · Revanchepartie · Revanchepolitik · Revanchespiel · Revanchist · revanchelüstern · revanchieren
Herkunft aus gleichbedeutend revanchefrz
eWDG

Bedeutung

Vergeltung, besonders im Spiel und Sport, Gelegenheit, eine Niederlage wettzumachen
Beispiele:
nach einem verlorenen Spiel, Wettkampf vom Gegner Revanche verlangen
du bist mir noch Revanche schuldig
unsere Mannschaft konnte endlich für die im Vorjahr erlittene Niederlage Revanche nehmen
nie war er gewillt, eine Partie zu verlieren, ohne sofort Revanche zu fordern [ St. ZweigSchachnovelle1,201]
veraltend Rache für eine in einem Eroberungskrieg erlittene Niederlage
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

revanchieren · Revanche · revanchistisch · Revanchismus · Revanchist
revanchieren Vb. (reflexiv, älter auch transitiv) ‘vergelten, rächen, erwidern, sich für etw. erkenntlich zeigen, durch eine Gegenleistung ausgleichen’ (Anfang 17. Jh.) ist entlehnt aus mfrz. frz. (se) revancher ‘vergelten, rächen, verteidigen’, afrz. (soi) revenchier, während die im Dt. daneben begegnenden Frühformen revangieren, revengieren auf mfrz. und frz. (älter) (se) revenger, afrz. (soi) revengier zurückgehen. Es handelt sich um Präfixbildungen zu afrz. venchier bzw. afrz. vengier, frz. venger ‘vergelten, rächen’, die (mit betonungsabhängiger unterschiedlicher Palatalentwicklung in den Flexionsformen) aus lat. vindicāre ‘als Eigentum beanspruchen, (be)strafen, rächen, befreien, beschützen’ hervorgegangen sind. Revanche f. ‘Vergeltung, Rache, Genugtuung’, Übernahme (Ende 18. Jh.) von mfrz. revenche, frz. revanche ‘Vergeltung, Rache, Erwiderung’, während frühere Formen wie Revange, Revance, Revenge (1. Hälfte 17. bis Ende 18. Jh.) auf mfrz. revange bzw. mfrz. und frz. (älter) revenge beruhen; sämtlich Bildungen zum oben genannten Verb. revanchistisch Adj. ‘eine Politik der Vergeltung, der Rückeroberung vertretend’ (1. Hälfte 20. Jh.). Revanchismus m. friedensfeindliche Politik, die auf Vergeltung nach einem verlorenen Eroberungskrieg ausgerichtet ist, Revanchist m. (beide 2. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Rache · Revanche · Vergeltung  ●  Quittung  ugs. · Retourkutsche  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Revanche · Revanchepartie · Rückspiel
Synonymgruppe
Heimzahlung · Racheakt · Repressalie · Revanche · Vergeltungsakt · Vergeltungsmaßnahme  ●  Gegenschlag  fig. · Vergeltung  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Revanche‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Revanche‹.

Verwendungsbeispiele für ›Revanche‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So wird sein Dichten zum Teil Revanche für erlittene Störung. [Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [1924]]
Aber auch für die Bank kam der Tag der Revanche. [Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 23084]
Für plumpe Revanche steht im Iran viel zuviel auf dem Spiel. [Der Spiegel, 23.02.1987]
Dummerweise fühlt man sich auch dann zur Revanche verpflichtet, wenn einem etwas aufgedrängt wird. [Die Zeit, 10.05.2012, Nr. 18]
Wichtiger als eine Revanche ist daher für uns, auf einen namhaften Gegner zu treffen, an dem wir uns messen können. [Die Zeit, 01.02.2011 (online)]
Zitationshilfe
„Revanche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Revanche>.

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