Rezept, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Rezept(e)s · Nominativ Plural: Rezepte
Aussprache
WorttrennungRe-zept (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Rezept‹ als Erstglied: ↗Rezeptblock · ↗Rezeptformel · ↗Rezeptpflicht · ↗Rezeptzwang · ↗rezeptfrei · ↗rezeptieren · ↗rezeptpflichtig
 ·  mit ›Rezept‹ als Letztglied: ↗Arzneirezept · ↗Backrezept · ↗Geheimrezept · ↗Kochrezept · ↗Kuchenrezept · ↗Patentrezept · ↗Tortenrezept
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
schriftliche Anweisung des Arztes zur (Anfertigung und) Abgabe eines Arzneimittels durch den Apotheker
Beispiele:
der Arzt hat mir ein Rezept ausgestellt, verschrieben, (aus)geschrieben
der Apotheker musste das Rezept (= die Arznei) erst anfertigen
die Tabletten sind nur gegen Rezept zu erhalten (= sind rezeptpflichtig)
2.
Anleitung zur Zubereitung eines Nahrungsmittels, Genussmittels, Kochrezept, Backrezept
Beispiele:
ein neues Rezept (aus)probieren, versuchen
pikante, schmackhafte, vorzügliche Rezepte
Rezepte für Obstsalate, Mixgetränke
3.
übertragen Anleitung, Regel, Mittel
Beispiele:
hier kann es kein gültiges Rezept geben
dafür gibt es ein einfaches Rezept
ein Rezept für gesunde Lebensweise
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rezept · rezipieren · Rezeption · Rezipient · rezeptiv · Rezeptur · rezeptieren
Rezept n. ‘Anweisung zur Herstellung bzw. Abgabe eines Medikaments’, auch ‘Medikament’ (bis 17. Jh.), frühnhd. recept (15. Jh.), entlehnt aus gleichbed. mlat. receptum, dem substantivierten Part. Perf. von lat. recipere (s. unten). Lat. receptum bedeutet eigentlich ‘es ist genommen, verwendet worden’ und wird zur Antwort auf die imperativische Einleitungsformel der ärztlichen Anweisung an den Apotheker recipe (abgekürzt R) ‘nimm, verwende’. In verallgemeinertem Sinne steht Rezept für ‘Allheilmittel, Lösungsvorschlag’ (1. Hälfte 16. Jh.), dann auch für ‘Herstellungs-, Zubereitungsvorschrift’ in der Kochkunst (2. Hälfte 18. Jh.). rezipieren Vb. ‘an-, übernehmen’ (fremdes Gedankengut), ‘geistig aufnehmen, verstehen’, entlehnt (17. Jh.) aus lat. recipere (receptum) ‘zurücknehmen, -holen, entgegennehmen, in sich aufnehmen’, von Arzneimitteln ‘bestimmte Stoffe in sich aufnehmen, mit ihnen versetzt werden’; vgl. lat. capere ‘nehmen, fassen, begreifen’ und s. ↗re-. Rezeption f. ‘Aufnahme’ (in eine Gemeinschaft), ‘An-, Übernahme’ (fremden Kultur- und Gedankenguts), entlehnt (16. Jh.) aus spätlat. receptio (Genitiv receptiōnis) ‘Aufnahme’, eigentlich ‘das Zurückbehalten, Vorbehalt’, zu lat. recipere (s. oben). Ebenfalls auf dem Lat. beruhendes frz. réception f. wird im 19. Jh. mit der Bedeutung ‘Aufnahme(raum), Empfang(sbüro)’ ins Dt. übernommen. Rezipient m. ‘Empfänger (einer Information), Leser, Hörer’, entlehnt (17. Jh.) aus lat. recipiēns (Genitiv recipientis) ‘Aufnehmender’, dem substantivierten Part. Präs. von lat. recipere (s. oben). rezeptiv Adj. ‘auf-, wahrnehmend, empfänglich’, gelehrte Bildung (18. Jh.) zu lat. receptum, dem Part. Perf. von lat. recipere (s. oben). Rezeptur f. ‘Steuereinnahme’, (18. Jh.), ‘Zusammensetzung, Zubereitung eines Arzneimittels’ (19. Jh.), gelehrte Bildung zu Rezept (s. oben) und zu rezeptieren Vb. ‘ein Rezept ausstellen, ein Medikament verschreiben’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Präskription · Rezept · ärztliche Verordnung
Assoziationen
Medizin
Synonymgruppe
Arzneimittelverordnung · Rezept  ●  Medikamentation  fachspr., medizinisch · ↗Medikation  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Anleitung · ↗Formel · ↗Muster · Rezept · ↗Schema · vorgefertigte Lösung
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Kochrezept · Rezept

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apotheke Kochbuch Nachkochen Zutat altbewährt anwenden ausprobieren ausstellen backen befolgen bewährt einfach einlösen elektronisch erprobt gefälscht kochen lauten lecker nachkochen simpel taugen traditionell uralt verfahren verraten verschreiben zubereiten ärztlich überliefert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rezept‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist zwar ungewöhnlich in der bürgerlichen Küche, aber von der ist dieses Rezept ohnehin weit entfernt.
Die Zeit, 25.08.2003, Nr. 34
Doch offenbar lässt sich das Rezept nicht so leicht auf andere ökologische Probleme übertragen.
Der Tagesspiegel, 03.08.2003
Um das ins Lot zu bringen, gibt es nur ein brauchbares Rezept.
Wölfl, Norbert: Die wiedergefundene Zärtlichkeit, Genf u. a.: Ariston 1995 [1983], S. 214
Manche Rezepte werden eine Revolution über sich ergehen lassen müssen, wenn Sie sie weitergebrauchen wollen.
Schönfeldt, Sybil: Leichte schnelle Küche, Hamburg: Litten 1978, S. 61
Nach nicht viel Zeit hatte er wohl das Rezept gefunden.
Lichtenstein, Alfred: Der Sieger. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 35660
Zitationshilfe
„Rezept“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rezept>, abgerufen am 19.02.2019.

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