Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rezept, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Rezept(e)s · Nominativ Plural: Rezepte
Aussprache 
Worttrennung Re-zept
Wortbildung  mit ›Rezept‹ als Erstglied: Rezeptblock · Rezeptbuch · Rezeptformel · Rezeptpflicht · Rezeptzwang · rezeptfrei · rezeptieren · rezeptpflichtig
 ·  mit ›Rezept‹ als Letztglied: Arzneirezept · Backrezept · Erfolgsrezept · Familienrezept · Geheimrezept · Kochrezept · Kuchenrezept · Patentrezept · Tortenrezept
Herkunft aus receptummlat ‘Anweisung zur Herstellung bzw. Abgabe eines Medikaments’, eigentlich ‘(es ist) genommen, verwendet (worden)’ < reciperelat ‘zurücknehmen, -holen, entgegennehmen, in sich aufnehmen’ (rezipieren)
eWDG

Bedeutungen

1.
schriftliche Anweisung des Arztes zur (Anfertigung und) Abgabe eines Arzneimittels durch den Apotheker
Beispiele:
der Arzt hat mir ein Rezept ausgestellt, verschrieben, (aus)geschrieben
der Apotheker musste das Rezept (= die Arznei) erst anfertigen
die Tabletten sind nur gegen Rezept zu erhalten (= sind rezeptpflichtig)
2.
Anleitung zur Zubereitung eines Nahrungsmittels, Genussmittels, Kochrezept, Backrezept
Beispiele:
ein neues Rezept (aus)probieren, versuchen
pikante, schmackhafte, vorzügliche Rezepte
Rezepte für Obstsalate, Mixgetränke
3.
übertragen Anleitung, Regel, Mittel
Beispiele:
hier kann es kein gültiges Rezept geben
dafür gibt es ein einfaches Rezept
ein Rezept für gesunde Lebensweise
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rezept · rezipieren · Rezeption · Rezipient · rezeptiv · Rezeptur · rezeptieren
Rezept n. ‘Anweisung zur Herstellung bzw. Abgabe eines Medikaments’, auch ‘Medikament’ (bis 17. Jh.), frühnhd. recept (15. Jh.), entlehnt aus gleichbed. mlat. receptum, dem substantivierten Part. Perf. von lat. recipere (s. unten). Lat. receptum bedeutet eigentlich ‘es ist genommen, verwendet worden’ und wird zur Antwort auf die imperativische Einleitungsformel der ärztlichen Anweisung an den Apotheker recipe (abgekürzt R) ‘nimm, verwende’. In verallgemeinertem Sinne steht Rezept für ‘Allheilmittel, Lösungsvorschlag’ (1. Hälfte 16. Jh.), dann auch für ‘Herstellungs-, Zubereitungsvorschrift’ in der Kochkunst (2. Hälfte 18. Jh.). rezipieren Vb. ‘an-, übernehmen’ (fremdes Gedankengut), ‘geistig aufnehmen, verstehen’, entlehnt (17. Jh.) aus lat. recipere (receptum) ‘zurücknehmen, -holen, entgegennehmen, in sich aufnehmen’, von Arzneimitteln ‘bestimmte Stoffe in sich aufnehmen, mit ihnen versetzt werden’; vgl. lat. capere ‘nehmen, fassen, begreifen’ und s. re-. Rezeption f. ‘Aufnahme’ (in eine Gemeinschaft), ‘An-, Übernahme’ (fremden Kultur- und Gedankenguts), entlehnt (16. Jh.) aus spätlat. receptio (Genitiv receptiōnis) ‘Aufnahme’, eigentlich ‘das Zurückbehalten, Vorbehalt’, zu lat. recipere (s. oben). Ebenfalls auf dem Lat. beruhendes frz. réception f. wird im 19. Jh. mit der Bedeutung ‘Aufnahme(raum), Empfang(sbüro)’ ins Dt. übernommen. Rezipient m. ‘Empfänger (einer Information), Leser, Hörer’, entlehnt (17. Jh.) aus lat. recipiēns (Genitiv recipientis) ‘Aufnehmender’, dem substantivierten Part. Präs. von lat. recipere (s. oben). rezeptiv Adj. ‘auf-, wahrnehmend, empfänglich’, gelehrte Bildung (18. Jh.) zu lat. receptum, dem Part. Perf. von lat. recipere (s. oben). Rezeptur f. ‘Steuereinnahme’, (18. Jh.), ‘Zusammensetzung, Zubereitung eines Arzneimittels’ (19. Jh.), gelehrte Bildung zu Rezept (s. oben) und zu rezeptieren Vb. ‘ein Rezept ausstellen, ein Medikament verschreiben’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Präskription · Rezept · ärztliche Verordnung
Assoziationen
Medizin
Synonymgruppe
Arzneimittelverordnung · Rezept  ●  Medikamentation fachspr., medizinisch · Medikation fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Anleitung · Formel · Muster · Rezept · Schema · vorgefertigte Lösung  ●  Strickmuster fig.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Rezept[Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Rezept‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rezept‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rezept‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um das ins Lot zu bringen, gibt es nur ein brauchbares Rezept. [Wölfl, Norbert: Die wiedergefundene Zärtlichkeit, Genf u. a.: Ariston 1995 [1983], S. 214]
Manche Rezepte werden eine Revolution über sich ergehen lassen müssen, wenn Sie sie weitergebrauchen wollen. [Schönfeldt, Sybil: Leichte schnelle Küche, Hamburg: Litten 1978, S. 61]
Erst wenn das zu Handlungen führt, greift dies Rezept, denn nur dann ordnen beobachtbare Elemente, eben Handlungen, sich dieser Bewegung zu. [Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 921]
Für das eigene Haus scheinen derartige wohlfeile Rezepte offenbar nicht zu gelten. [Die Zeit, 10.06.1998, Nr. 25]
Die Rezepte des Fonds, so meinen seither immer mehr Fachleute, bedürfen künftig einer kräftigen Revision. [Die Zeit, 02.04.1998, Nr. 15]
Zitationshilfe
„Rezept“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rezept>.

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