Rhapsodie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rhapsodie · Nominativ Plural: Rhapsodien
Aussprache
WorttrennungRhap-so-die
HerkunftGriechisch
Dieser Eintrag war DWDS-Artikel des Tages am 11.07.2019.
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Musik freie Instrumentalkomposition, der Volksliedmelodien zugrunde liegen
Beispiele:
eine Rhapsodie für Orchester, Klavier
Rhapsodien von Liszt
instrumental begleitetes, balladenhaft erzählendes Sologesangsstück
2.
Gedicht in freier Form, Phantasie über ein gedankliches Thema
historisch epische Dichtung, die in der Antike von einem Rhapsoden öffentlich vorgetragen wurde
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rhapsodie f. ‘aus Einzelgesängen zusammengesetztes episches Gedicht’, allgemein ‘Sammelwerk’ (1. Hälfte 16. Jh.), ‘Tonstück in freier Form’ (19. Jh.), entlehnt aus lat. rhapsōdia, griech. rhapsōdía (ῥαψῳδία) ‘das von einem Rhapsoden vorgetragene Gedicht’, gebildet zu griech. rhapsōdós (ῥαψῳδός) ‘Sänger, Rhapsode’, eigentlich ‘Zusammensetzer’ (der die einzelnen homerischen Gesänge zu einem größeren Ganzen verbunden vorträgt); vgl. griech. rháptein (ῥάπτειν) ‘zusammennähen, -flicken, -fügen’ und ōdḗ (ᾠδή) ‘Gesang, Lied’ (s. ↗Ode).

Typische Verbindungen
computergeneriert

August Ballade Blau Klarinette Klavier Männerchor Orchester Phantasie Tanz Thema Violine Violoncello aufführen hebräisch mährisch rumänisch slawisch spanisch ungarisch zweit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rhapsodie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In jedes Bild dieser Rhapsodie in Blau ist eine Frage geschrieben.
Die Zeit, 21.01.2002, Nr. 03
Dazwischen steht das Violinkonzert, eine in nicht endender Melodie schwelgende Rhapsodie.
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2000
Im Gegensatz zu »bloßer Rhapsodie« meint Kant mit System »die Einheit der mannigfaltigen Erkenntnisse unter einer Idee«.
Schott, E.: Systematische Theologie. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 36311
In der Rhapsodie strebt er nach satter Klangfülle, im Duo nach äußerster Vereinfachung.
Ackere, Jules van: Ravel. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 42876
Aus dem mythischen Heldengesang und den Rhapsodien der fahrenden Sänger entstand die Literatur mit all ihren Gattungen und tiefgreifenden Wirkungen.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 9
Zitationshilfe
„Rhapsodie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rhapsodie>, abgerufen am 18.07.2019.

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