Rhetorik, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rhetorik · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungRhe-to-rik (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortzerlegungrhetorisch-ik
Wortbildung mit ›Rhetorik‹ als Erstglied: ↗Rhetoriker
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Kunst, die Rede wirksam zu gestalten
Beispiele:
eine glänzende, sprühende, flammende, theatralische, geübte Rhetorik
jmds. Rhetorik (= Redegewandtheit, Redegabe) bewundern
fuhr ich fort, meine Predigten mit allen Künsten der Rhetorik auszuschmücken [E. T. A. Hoffm.Elixiere2,50]
2.
historisch Lehre von der Kunst, die Rede wirksam zu gestalten
Beispiele:
antike Lehrbücher der Rhetorik
die Rhetorik gehörte zu den Sieben Freien Künsten des Mittelalters
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rhetorik · rhetorisch · Rhetor
Rhetorik f. ‘Redekunst, Lehre von der Beredsamkeit’, mhd. rhetorica, retorica, nhd. (bis ins 19. Jh.) Rhetorica, daneben Rhetorice, Rhetoric(k), Rethoric und (im 18. Jh. unter frz. Einfluß) bisweilen Rhetorique, Entlehnung von gleichbed. lat. rhētorica (ars), rhētoricē, griech. rhētorikḗ (téchnē) (ῥητορικὴ τέχνη), also dem substantivierten Femininum von lat. rhētoricus, griech. rhētorikós (ῥητορικός) ‘den Redner, die Redekunst betreffend, rednerisch’, zu griech. rhḗtōr (ῥήτωρ) ‘Redner’. rhetorisch Adj. ‘den Regeln der Rhetorik entsprechend, die Redeweise betreffend’ (1. Hälfte 16. Jh.), auch ‘schönrednerisch, phrasenhaft’ (18. Jh.); lat. rhētoricus (s. oben). Dazu die Fügung rhetorische Frage ‘stilistisch wirkungsvolle Frage, auf die keine Antwort erwartet wird’ (2. Hälfte 19. Jh.); vgl. auch rhetorische Figur (1. Hälfte 18. Jh.), rhetorische Hyperbole (17. Jh.). Rhetor m. ‘Lehrer der Beredsamkeit’ (im alten Griechenland), ‘(hervorragender) Redner’, Übernahme (16. Jh.) von griech. rhḗtōr (ῥήτωρ, s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Redegewandtheit · ↗Redekunst · Rhetorik · ↗Sprachgewandtheit
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dialektik Gestik Grammatik Körpersprache Pathos Poetik Trotz Zeitmanagement aggressiv antiamerikanisch antik antikapitalistisch antiwestlich barock bloß blumig brillant geschliffen hohl klassenkämpferisch kriegerisch kämpferisch martialisch militant mitreißend musikalisch nationalistisch patriotisch populistisch revolutionär

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rhetorik‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur ist eben beides unecht - die Rhetorik wie der Status.
Der Tagesspiegel, 26.08.1999
Diese Argumente trugen die Studenten mit bisweilen feuriger Rhetorik vor.
Süddeutsche Zeitung, 13.07.1999
Und daß er jetzt schwieg, gehörte vermutlich auch zu seiner Rhetorik.
Schulze, Ingo: Simple Storys, Berlin: Berlin-Verl. 1998, S. 98
Doch liegt hier eher vulgäre Rhetorik als dogmatische Theorie vor.
Schweizer, E. u. a.: Abendmahl. In: Galling, Kurt (Hg.), Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 170
Das ist die folgenreichste Entwicklung innerhalb der Geschichte der antiken Rhetorik.
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 72
Zitationshilfe
„Rhetorik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rhetorik>, abgerufen am 24.04.2019.

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