Rhythmus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rhythmus · Nominativ Plural: Rhythmen
Aussprache
WorttrennungRhyth-mus
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Rhythmus‹ als Erstglied: ↗Rhythmusgruppe · ↗Rhythmusinstrument · ↗Rhythmusmaschine · ↗Rhythmusstörung
 ·  mit ›Rhythmus‹ als Letztglied: ↗Alpharhythmus · ↗Arbeitsrhythmus · ↗Biorhythmus · ↗Galopprhythmus · ↗Gegenrhythmus · ↗Herzrhythmus · ↗Jahresrhythmus · ↗Klopfrhythmus · ↗Lebensrhythmus · ↗Marschrhythmus · ↗Schlaf-wach-Rhythmus · ↗Schlafrhythmus · ↗Schrittrhythmus · ↗Shufflerhythmus · ↗Sprachrhythmus · ↗Sprechrhythmus · ↗Tagesrhythmus · ↗Tanzrhythmus · ↗Weltenrhythmus · ↗Zweijahresrhythmus
eWDG, 1974

Bedeutung

gleichmäßiger, harmonischer, sich regelmäßig wiederholender, systemhaft gegliederter Bewegungsablauf
a)
Musik einem Musikstück zugrundeliegende Gliederung des zeitlichen Ablaufs, die sich aus der Abstufung der Tonstärke, Tondauer und des Tempos ergibt
Beispiele:
der musikalische Rhythmus
heiße, sprühende, wilde, scharfe, abgehackte Rhythmen
der aufpeitschende Rhythmus des Tanzes
der breite, sanfte Rhythmus einer Melodie
ein häufig wechselnder Rhythmus
den Rhythmus (beibe)halten, ändern
Klang und Rhythmus empfinden
aus dem Rhythmus kommen
in einem bestimmten Rhythmus trommeln
mit den Fingern einen bestimmten Rhythmus klopfen
Da steht ein Mann und spielt Xylophon. Er spielt einen rasenden Rhythmus [Borchert156]
bildlich
Beispiele:
der Rhythmus der Atmung, des Herzschlags, Pulses
dem Rhythmus der Schritte lauschen
Der Zug ... glitt und glitt, und langsam ging das stoßweise Poltern in einen gleichmäßigen Rhythmus über [RemarqueZeit zu leben60]
Literaturwissenschaft der Rhythmus der Sprache, des SprechensGliederung der Sprachbewegung durch Wechsel und Abstufung der aufeinander bezogenen betonten und unbetonten Silben, Pausen, Tempostufen und Tonstufen, durch Intonation und Sprachmelodie
Beispiele:
der sprachliche Rhythmus
die Worte haben einen besonderen Tonfall und Rhythmus
steigender, fallender Rhythmus (= durch Intonation, Sprechmelodie bedingte steigende oder fallende Linienführung)
freie Rhythmen (= reimlose, metrisch ungebundene, doch stark durch Akzent, Intonation gegliederte Verszeilen)
der rasche freudige Rhythmus ihres Sprechens [I. KurzVanadis340]
er ... schwang sie [die Pfeife] wie einen Taktstock zum Rhythmus seiner Sätze [SchönebeckGefährlicher Floh8]
b)
gehoben Abfolge in regelmäßig wiederkehrenden gleichen Zeitabständen
Beispiele:
der Rhythmus der Jahreszeiten, (Wellen)bewegungen
der regelmäßige Rhythmus von Tag und Nacht, von Ebbe und Flut
der Rhythmus des Lebens
regelmäßiger Zeitabstand
Beispiele:
in einem bestimmten Rhythmus, im halbjährigen Rhythmus, im Rhythmus von zwei Wochen fanden die Konferenzen statt
die Telefonistinnen lösten sich im Rhythmus von acht Stunden ab
Tempo
Beispiele:
die Arbeiten sollen in einem beschleunigten Rhythmus vorangetrieben werden
Sie paßte sich dem hastigen Rhythmus des frühen Morgens an [Ch. WolfGeteilter Himmel43]
c)
bildende Kunst harmonisches Maßverhältnis eines Werkes der bildenden Kunst
Beispiel:
der Rhythmus in Architektur und Plastik
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rhythmus · rhythmisch · Rhythmik
Rhythmus m. ‘zeitliches Ebenmaß, gleichmäßige Gliederung eines Ton- oder Bewegungsablaufs, gleichmäßige Wiederkehr von Vorgängen’, Übernahme (17. Jh.) von lat. rhythmus, griech. rhythmós (ῥυθμός) ‘gleichmäßige, taktmäßige Bewegung, Takt, Zeitmaß, Gleichmaß’, eigentlich ‘Strömen, Strom’ (als Sinnbild einer steten und gleichförmigen Bewegung, wohl der Meereswellen), Bildung zu griech. rhé͞in (ῥεῖν) ‘fließen, strömen’. Vgl. die frühe Entlehnung (ohne Nachfolge) ahd. ritmus ‘gleichförmig abgemessene Bewegung’ (11. Jh.). rhythmisch Adj. ‘den Rhythmus betreffend, in gleichen zeitlichen Abständen erfolgend’ (2. Hälfte 18. Jh.); vgl. gleichbed. spätlat. rhythmicus, griech. rhythmikós (ῥυθμικός). Rhythmik f. Lehre vom Rhythmus (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Rhythmus · ↗Takt
Assoziationen
Synonymgruppe
Metrum · Rhythmus · ↗Versmaß
Unterbegriffe
  • Leoniner · Leoninischer Hexameter · Leoninischer Vers

Typische Verbindungen
computergeneriert

Harmonie Harmonium Jahreszeit Klang Klangfarbe Melodie Musik Reim Takt Tanz Tempo Trommel afrikanisch bestimmen biologisch brasilianisch gleichmäßig heiß karibisch lateinamerikanisch monoton pulsierend punktiert stampfend südamerikanisch treibend unregelmäßig vertrackt vorgeben zweijährig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rhythmus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So beginnt man mit dem Weg zu kommunizieren und erlebt den Rhythmus des Weges.
Die Zeit, 05.03.2007, Nr. 10
Ihn inspiriert der innere Rhythmus des gewachsenen Holzes, ebenso das Volumen des Materials.
Der Tagesspiegel, 29.11.2004
Andere wieder kehrten mehr die übersprudelnde Freude in tanzmäßigen Rhythmen hervor.
Avenary, Hanoch u. a.: Jüdische Musik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 31180
Der eheliche Rhythmus läßt sich mit dem beruflichen Rhythmus sehr wohl in Übereinstimmung bringen.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 296
Natürlich war ich auf alle Proben mitgenommen worden; darum klingt mir noch heute jede Note, jeder Rhythmus, jedes Tempo im Ohr wie damals.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„Rhythmus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rhythmus>, abgerufen am 16.11.2018.

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